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Chemotherapie

Chemotherapie in der Urologie

Wir bieten Ihnen ein fundiertes Therapieangebot, welches durch seine langjährige Dokumentation für Sie transparent und nachvollziehbar in Bezug auf die Wirksamkeit für die jeweiligen Teilbereiche ist. Wir verstehen uns als Ihr Partner in einer existenziell bedrohlichen Situation und stehen Ihnen und Ihren Angehörigen für alle Fragen zur Verfügung. Durch die Einbindung unserer Klinik in das Kompetenznetzwerk des Tumorzentrums Gießen sind wir außerdem in der Lage, Ihre Therapiewege durch eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen allen Therapiezentren am Universitätsklinikum Gießen und Marburg zu steuern, beziehungsweise auch Sie nach Notwendigkeit an andere Therapiegruppen innerhalb des Tumorzentrums weiterzuleiten, um für Sie einen optimalen und möglichst erfolgreichen Therapieweg zu organisieren.

In der Urologie behandeln wir schwerpunktmäßig die folgenden vier bösartigen Erkrankungen:

Uberwiegend wird die Chemotherapie als ambulante Leistung in unserer interdisziplinären Tagesklinik unter unserer fachurologischen Leitung durchgeführt. Derzeit führen vier Urologen die Zusatzbezeichnung: "Medikamentöse Tumortherapie".

Für diese bösartigen Erkrankungen existieren medikamentöse Therapien, die sowohl heilend als auch nur Tumor beherrschend eingesetzt werden. Bei diesen medikamentösen Therapien handelt es sich um Chemotherapien (Einsatz von Zellgiften zur Zerstörung von Tumorzellen), die neue Substanzklasse der Signalübertragungshemmer (Hemmung von Signalübertragungswegen zur Zellvermehrung beziehungsweise Hemmung der Gefäßneubildung an Tumoren), die Modulation der Hormonsteuerung beim Prostatakarzinom und die Milieubeeinflussung im Knochenstoffwechsel zur Vermeidung von Schmerzen und Frakturen durch eine metastatische Knochenzerstörung. Die meisten dieser Substanzen werden als Infusionstherapie in der uro-onkologischen Tagesklinik verabreicht. Einige signalübertragungshemmende Medikamente werden jedoch in Tablettenform therapeutisch eingesetzt. Da aber die Nebenwirkungsintensität dieser Medikamente teilweise einer intensiven Überwachung bedarf, erfolgt die Therapiesteuerung ebenfalls über unsere uro-onkologische Ambulanz.

Prostatakarzinom
Die häufigste bösartige Tumorerkrankung im urologischen Krankheitsbereich ist das Prostatakarzinom. Neben den primär heilenden Therapieansätzen durch Operation und Bestrahlung erfolgt die Erstdiagnose aktuell leider immer noch in etwa 50 % der diagnostizierten Tumorfälle im Zustand einer bereits fortgeschrittenen Tumorerkrankung. Außerdem gelingt etwa bei einem Drittel der primär heilend behandelten Patienten keine Heilung, so dass auch diese Patienten im weiteren Krankheitsverlauf einer "tumorbeherrschenden" Therapie zugeführt werden müssen. Hierzu wird im ersten Schritt die so genannte antiandrogene oder hormonablative Therapie (Unterdrückung des männlichen Geschlechtshormons) eingesetzt. Diese Therapie wird in der Regel von den kooperierenden, niedergelassenen Urologen durchgeführt und betreut. Wenn die Krebsbeherrschung durch diese Therapie nicht mehr gegeben ist, so wird in der uro-onkologischen Tagesklinik eine Chemotherapie des Prostatakarzinoms eingeleitet und durchgeführt. Die Therapie wird individuell ausgearbeitet und unter Erhalt der bestmöglichen Lebensqualität durchgeführt. Auch in diesem Bereich haben wir eine langjährige Expertise, die belegt, dass ca. 70 % der Patienten auf die Therapie ansprechenden und auch in der fortgeschrittenen Erkrankungssituation noch eine langjährige und lebenswerte Lebensperspektive erhalten.

Bei Patienten mit hormonrefraktärem Prostatakarzinom bieten wir die studienassoziierte Betreuung der Patienten in der Studie QoLiTax an. Hier werden prospektiv und multizentrisch Erkenntnisse zur Lebensqualität unter palliativer Chemotherapie beim Prostatakarzinom erarbeitet. Die Studie ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie entwickelt und zertifiziert worden.

Hodenkarzinom
Die Tumorerkrankung mit den besten Aussichten auf einen heilenden Therapieausgang ist das Hodenkarzinom. Über alle Erkrankungsstadien hinweg liegt die Heilungsrate für diese Tumorerkrankung bei über 96 %. Bisher haben wir mehr als 120 Hodenkarzinompatienten chemotherapeutisch betreut. Dieser große Umfang an Erfahrung in der Therapie des Hodenkarzinoms hat dazu geführt, dass die Urologische Klinik Gießen in den Kompetenzzirkel der so genannten Zweitmeinungszentren zur Therapie des Hodenkarzinoms in Deutschland aufgenommen wurde.

Harnblasenkarzinom, Nierenbeckenkarzinom und Harnleiterkarzinom
Wenn beim Harnblasenkarzinom und allen anderen Organabschnitten des Urin transportierenden Systems (Nierenbecken, Harnleiter, Harnröhre) eine metastatische Erkrankung eingetreten ist, so besteht nach operativer Versorgung des Primärtumores die Indikation zur medikamentösen Tumortherapie. Diese Erkrankungsgruppe birgt in sich häufig das Problem, dass die Nieren-Leistungsfähigkeit der betroffenen Personen eingeschränkt ist, und häufig die betroffenen Patientinnen und Patienten in fortgeschrittenem Alter sind, so dass die notwendigen Kombinations-Chemotherapien mit besonderem Bedacht gewählt sein müssen, damit Effektivität und Giftigkeit angepasst auf die persönlichen Gegebenheiten sichergestellt sind. Eine Tumorbeherrschung in dieser Erkrankungssituation ist häufig zu erreichen, jedoch ist in der Regel eine Heilung unmöglich. In vielen Fällen wird die Tumorerkrankung das Lebensende bestimmen.

Hyperthermie-Chemotherapie bei Harnblasenkrebs
Bei einem oberflächlichen Harnblasenkrebs sind je nach Bösartigkeit und Anzahl der gefundenen Tumore regelmäßige Harnblasenspiegelungen evtl. in Kombination mit einer Blaseninstillationstherapie notwendig. Bei der Instillationstherapie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die im Rahmen einer ambulanten Behandlung über einen Katheter in die Harnblase gegeben werden und durch die Einwirkung die Häufigkeit für ein Wiederauftreten des Tumors reduzieren. Sollten die Tumore unter dieser Therapie jedoch immer wieder auftreten und es besteht der Wunsch des Patienten die Harnblase vollständig zu erhalten, so bieten wir in diesen Fällen die Hyperthermie-Chemotherapie mit dem Synergo-System© an. Hierbei wird im Rahmen eines eintägigen stationären Aufenthaltes ein spezieller Katheter in die Blase eingeführt. Über diesen Katheter wird ein Medikament in die Blase gegeben und dieses in der Blase gleichzeitig erhitzt, so dass die Wirkung des Medikaments deutlich verbessert wird. Der Eingriff bedarf keiner Narkose und die Therapiedauer beträgt etwa 75 Minuten. Dem Patienten entstehen bei diesem Verfahren keine zusätzlichen Kosten. Dieses Verfahren wird seit zweieinhalb Jahren eingesetzt um die Tumorrezidivrate zu senken.

Nierenzellkarzinom
Am Universitätsklinikum Gießen haben wir eine überproportional hohe Häufung von bösartigen Nierentumorerkrankungen. Die Ursachen hierfür sind bislang unklar. Infolge dieser lokalen Häufung kommt auch das Krankheitsbild der metastasierten Nierentumorerkrankung bei etwa 15 % unserer diagnostizierten Tumorpatienten zum Tragen. Nach Etablierung neuer Therapieverfahren, den so genannten Signal-Transduktions-Hemmern, konnte dieses Therapieverfahren in der Urologischen Klinik bei einer reduzierten Belastung unter der Therapie mit einer eindeutigen tumorbeherrschenden Wirksamkeit erfolgreich in die Behandlung eingeführt werden. Inzwischen ist die Gruppe der verfügbaren Medikamente auf drei unterschiedliche Wirkstoffe angestiegen und weitere werden in Kürze folgen. Die Möglichkeit des Wechsels der Wirkstoffe soll eine  langfristige Beherrschung der Tumorerkrankung sicherzustellen. Auch in diesem Bereich bietet ihnen die uro-onkologische Tagesklinik einen kompetenten Ort zur Steuerung einer effektiven Therapie gegen eine stark lebensbedrohliche Tumorerkrankung.

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