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Computertomographie (CT)

Was ist eine Computertomographie?

Die Computertomographie ist ein radiologisches Verfahren, das eine spezielle Röntgentechnik mit leistungsfähigen Computern kombiniert, um genaue Bilder aus dem Körperinneren zu erzeugen. Die Querschnittsbilder von inneren Organen, Knochen oder Blutgefäßen sind übersichtlicher und zeigen mehr Details als normale Röntgenaufnahmen.

Wie funktioniert die Computertomographie?

Ein Computertomograph besteht aus einer Röntgenröhre, die fächerförmig Strahlen aussendet, und elektronischen Detektoren, die die Intensität der Strahlen messen. Röhre und Detektoren kreisen in einem Gehäuse um eine große, runde Öffnung. Dank der Fortschritte der Gerätetechnik wirkt diese Öffnung nicht mehr als enger Tunnel, sondern als großes, offenes Tor. Der Patient wird auf einen Untersuchungstisch gelagert und mit langsamer, gleichmäßiger Geschwindigkeit innerhalb von 10 bis 20 Sekunden durch diese Öffnung hindurchgefahren. Die verschiedenen Organe und Gewebe des Körpers schwächen dabei die Röntgenstrahlen unterschiedlich stark. Das Ausmaß dieser Schwächung wird von den Detektoren erfaßt, und aus einer großen Zahl von Meßwerten errechnen leistungsfähige Computer dann Querschnittsbilder des menschlichen Körpers. Das Entstehen dieser Bilder kann man sich so ähnlich vorstellen, als ob man in ein Brot hineinschaut, indem man es in Scheiben schneidet.

In den modernen Computertomographen, die im Gießener Klinikum eingesetzt werden, sind bis zu 64 Detektorreihen nebeneinander angeordnet. In einem der Geräte kreisen sogar zwei Röntgenröhren und zweimal 64 Detektorreihen. Auf diese Weise wird die Untersuchungsdauer auf wenige Sekunden verkürzt, Bildstörungen durch unwillkürliche Bewegungen des Darmes oder des Zwerchfells werden vermindert, und sogar das schlagende Herz kann mit allen Einzelheiten abgebildet werden.

Was sind die Vorteile der Computertomographie?

Die Computertomographie hat zwei wesentliche Vorzüge: da sie das Körperinnere in Form von Schnittbildern darstellt, stören keine Überlagerungen, und jede Einzelheit ist in allen drei Richtungen des Raumes exakt zu lokalisieren. Vor allem aber ist die Empfindlichkeit für Kontrastunterschiede viel besser als bei normalen Röntgenaufnahmen. Mit einer einzigen Untersuchung ist es daher möglich, sowohl den Knochen als auch innere Organe, Blutgefäße, den Verdauungstrakt und die lufthaltige Lunge gleichzeitig zu beurteilen.

Im Vergleich zur Magnetresonanztomographie ist die Computertomographie weniger störanfällig für Bewegungen (Atmung, Herzschlag, Darmperistaltik, unwillkürliche Bewegungen der Arme und Beine). Auch Patienten mit Schrittmachern, metallischen Fremdkörpern oder anderen medizinischen Implantaten können bedenkenlos untersucht werden.

Durch die Möglichkeit, Schnittbilder dreidimensional zu rekonstruieren, können Punktionen und Drainagen mittels Computertomographie millimetergenau gesteuert werden.

Was sind die Risiken der Computertomographie?

Wie bei jeder Röntgenuntersuchung werden auch bei der Computertomographie Röntgenstrahlen angewandt. Die durchschnittliche Dosis einer CT-Untersuchung beträgt ca. 10 mSv. Dies entspricht derjenigen Dosis, die ein Mensch in Mittelhessen in etwa drei Jahren als basale, natürliche Strahlendosis aufnimmt. (Die natürliche Strahlendosis pro Jahr liegt in Deutschland zwischen 2 und 5 mSv – je nach Beschaffenheit des Erdbodens. Sie wird vor allem von bestimmten Gesteinen, wie Granit oder Gneis, ausgesandt.)

Die Wirkungen und Risiken jodhaltiger Kontrastmittel werden in einem eigenen Abschnitt beschrieben.