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Magnetresonanztomographie (MRT)

Magnetresonanztomographie / MRT / Kernspintomographie

Was ist eine Magnetresonanztomographie, eine MRT oder eine Kernspintomographie?

Die Magnetresonanztomographie (Abkürzung „MRT“) wird auch Kernspintomographie genannt. Diese beiden Begriffe bezeichnen ein und dieselbe Untersuchungsmethode.
Bei einer MRT werden mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen Schnittbilder aus dem Inneren des menschlichen Körpers erzeugt, während der Patient in einer weiten Röhre liegt. Es können die unterschiedlichsten Körperregionen untersucht werden, wie zum Beispiel innere Organe, Knochen und Gelenke, das Herz, die weibliche Brust, bestimmte Teile des Magen-Darmtraktes, die Blutgefäße, die Muskulatur, den Beckenboden, das Gehirn, das Rückenmark und die Nerven.
Das physikalische Prinzip, auf dem die MRT beruht, wurde 1946 von Bloch und Purcell unabhängig voneinander entdeckt und zunächst nur in Physik und Chemie angewandt. Die Weiterentwicklung zu einer Technik in der Medizin, mit Hilfe derer Bilder erzeugt werden können, wurde im wesentlichen durch Lauterbur und Mansfield im Jahr 1973 vorangetrieben. Hierfür erhielten sie 2003 den Nobelpreis für Medizin. Praktisch verfügbar ist das Verfahren seit 1984.

Wie funktioniert die MRT?

Der menschliche Körper besteht wie unsere Umwelt aus einzelnen Atomen. Im Körper sind dies vor allem Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Natrium, Kalium, Kalzium und Phosphor. Zur MRT-Untersuchung eignen sich am besten die Wasserstoffatome, deren Kerne man sich wie sehr viele kleine Kompassnadeln vorstellen kann. Die Wasserstoffkerne sind im Körper im Normalzustand ungeordnet. Das starke Magnetfeld im Magnetresonanztomographen dreht diese Wasserstoffkerne alle in eine bestimmte Richtung. Dies ist vergleichbar mit einem Kompass, dessen Nadel abgelenkt wird, wenn man einen Magneten in die Nähe hält. Die Wasserstoffkerne – in unserer Beschreibung sind das die Kompassnadeln – stehen nun unter einer gewissen Spannung. Mit Hilfe von Radiowellen können sie aus ihrer aufgezwungenen Position ausgelenkt werden. Schaltet man die Radiowellen wieder aus, so springen die Atome wieder in die Richtung zurück, die ihnen von dem starken Magnetfeld vorgegeben wird. Dabei senden die Atome Signale aus, die durch hochempfindliche Antennen gemessen werden. Ein Computer berechnet aus diesen Signalen mit Hilfe mathematischer Verfahren eine Serie von Schnittbildern durch den Körper. Im Gegensatz zur Computertomographie, bei der auch Schnittbilder erzeugt werden, kann bei der MRT die Richtung der Schnittebene frei gewählt werden, ohne dabei die Lage des Patienten zu verändern.

Warum wird eine MRT durchgeführt?

Die Gründe für die Durchführung einer Magnetresonanztomographie sind sehr vielfältig. Ein Hauptgrund für ihre Anwendung ist die Tatsache, dass sie sehr genaue und differenzierte Darstellungen vieler Körpergewebe liefert, vor allem von Strukturen, welche nicht aus Knochen bestehen, wie z.B. Weichteile, Organe, Gelenkknorpel, Meniskus, Muskeln etc. Schon geringfügige Veränderungen im Körper, beispielsweise kleine Entzündungsherde, können mit diesem Untersuchungsverfahren entdeckt werden. Strukturen, die einen geringen Wassergehalt haben, wie z.B. solider Knochen oder die Luft in der Lunge, geben nur schwache Signale. Krankhafte Veränderungen im Knochen lassen sich aber wiederum sehr gut erkennen. Vor allem bei der Lunge wird man, je nach Fragestellung, auf eine andere Untersuchungsmethode zurückgreifen, meist auf die Computertomographie.

Was unterscheidet eine MRT von einer CT (Computertomographie)?

Der entscheidende Unterschied der MRT zur CT, der Computertomographie, bei der ebenfalls Schnittbilder („Scheibchenaufnahmen“) aus dem Körperinneren erstellt werden, besteht darin, dass nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern und Radiowellen gearbeitet wird.
Die Untersuchung im Kernspintomographen dauert allerdings in der Regel länger als in einem Computertomographen; je nach zu untersuchender Körperregion etwa zwischen 15 und 45 Minuten.
Die räumliche Auflösung (die Zahl der Pixel, aus denen sich ein Bild zusammensetzt) ist bei der MRT etwas geringer als bei der CT. Manche MRT-Untersuchungen sind auch dadurch beeinträchtigt, daß nicht alle Patienten lange genug die Luft anhalten können, oder daß die Darmbewegung Bildstörungen hervorruft.

Was muss beachtet werden bevor eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen durchgeführt wird?

Für die Untersuchung im MRT muss der Patient ruhig in einer ca. 70-100 cm langen Röhre liegen. Diese Röhre ist zu beiden Seiten hin offen. Für den Fall, dass der Patient unter Platzangst leidet, kann nach Absprache mit dem Arzt für die Untersuchung ein kurzwirksames Beruhigungsmittel verabreicht werden.
Sämtliche Metallteile (Uhren, Schmuck, Kreditkarten und andere Ausweis- oder Speicherchips, Hörgeräte, Zahnprothesen, Haarklammern, Handys, MP3-Spieler, USB-Sticks etc.) müssen vor der Untersuchung abgelegt werden. Über Metallteile, die sich innerhalb des Körpers befinden, zum Beispiel Gelenkprothesen, künstliche Herzklappen usw. muss der untersuchende Arzt informiert werden.

Patienten, die einen Herzschrittmacher oder Defibrillator implantiert haben, dürfen grundsätzlich nicht im Magnetresonanztomographen untersucht werden!!

Wie läuft eine Untersuchung im MRT ab?

Der Patient liegt ruhig in einer Art Röhre, die zu beiden Seiten hin offen ist. Während der Untersuchung hält der Patient eine Klingel in der Hand, die es ihm ermöglicht, jederzeit die Untersuchung abzubrechen. Über Mikrofon und Lautsprecher kann er sich mit der Röntgenassistentin verständigen.
Von dem Gerät werden relativ laute Geräusche erzeugt. Der Patient erhält zum Schutz hiervor Kopfhörer.
Für bestimmte Fragestellungen kann es notwendig sein, während der Untersuchung ein MRT-Kontrastmittel in eine Vene zu spritzen. Diese Kontrastmittel sind im Allgemeinen sehr gut verträglich. Lediglich bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion muss die Notwendigkeit der Kontrastmittelgabe vorher vom Arzt streng geprüft werden.

Welche Komplikationen können bei der MRT auftreten?

Die Magnetresonanztomographie ist ein sehr sicheres Untersuchungsverfahren. Schädliche Nebenwirkungen konnten bisher nicht nachgewiesen werden.