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Röntgen (Projektionsradiographie)

Konventionelle Röntgenuntersuchungen und Durchleuchtungen

Die meisten Untersuchungen in der diagnostischen Radiologie werden als einzelne Röntgenaufnahme oder Durchleuchtung durchgeführt. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, hängt von der Fragestellung ab, welche zur Überweisung des Patienten geführt hat. Die heute eingesetzten, modernen Röntgenapparate ermöglichen eine gute Bildqualität bei sehr niedriger Röntgenstrahlendosis, u.a. durch die Verwendung von Filtern, besonders empfindlichen Filmen mit Verstärkerfolien, oder den Einsatz von Bildverstärkern bei der Durchleuchtung.

Einsatz von Röntgenkontrastmitteln

Je nachdem, welche Körperregion oder welches Organ untersucht werden soll, werden solche Aufnahmen nativ, d.h. ohne Vorbereitung vorgenommen oder es erfolgt der Einsatz von Röntgenkontrastmitteln. Die größte Anzahl der Röntgenuntersuchungen kann ohne solche Kontrastmittel angefertigt werden, da von vornherein ein ausreichender Kontrast zwischen den einzelnen Organen besteht. Sollen jedoch Strukturen dargestellt werden, welche sich gewöhnlich auf einem Röntgenbild nicht von den umgebenden Geweben unterscheiden läßt, kann durch das Einbringen von entsprechenden Kontrastmitteln der Umriß bestimmter Organe sichtbar gemacht werden. So werden zur Untersuchung des Magen-Darm-Traktes trinkbare, weitgehend geschmacklose Flüssigkeiten eingesetzt, die vom Patienten gut vertragen werden, und welche die Schleimhautoberfläche z.B. der Speiseröhre oder des Magens erkennbar machen. So kann die Aussagekraft einer Röntgenuntersuchung mit einfachen Mitteln entscheidend gesteigert werden oder eine Beurteilung erst ermöglicht werden.

Röntgenaufnahme

Die einfachste und schnellste Untersuchungsmethode ist die Röntgenaufnahme, welche als einzelnes Bild, z.B. bei der Darstellung von Knochen oder der Lunge, angefertigt wird. Eine solche Aufnahme liefert ein Überlagerungsbild der untersuchten Körperregion. Strukturen, welche im Körper hintereinander liegen, überlagern sich dabei und erschweren die Beurteilung häufig. Deshalb fertigt man meistens zwei Aufnahmen an, eine von vorn und eine von der Seite, um einen besseren räumlichen Eindruck zu bekommen oder sich überlagernde Elemente in der zweiten Ebene voneinander unterscheiden zu können. Um eine gute Aufnahmequalität und damit einen hohen Informationsgehalt des Röntgenbildes zu erzielen, ist eine gute Lagerung des Patienten und eine Ruhigstellung des Körpers wichtig, welche häufig mit einer kurzen, für wenige Sekunden nötigen Atemanhaltephase kombiniert wird.
Die konventionelle Röntgenaufnahme stellt manchmal nur eine erste orientierende Untersuchung dar, welche durch andere Verfahren, wie z.B. Ultraschalldiagnostik oder Computertomographie ergänzt werden muß, um eine sichere Aussage über eine Erkrankung machen, oder eben einen krankhaften Prozess ausschließen zu können.

Röntgendurchleuchtung

Da das einzelne Röntgenbild nur eine Momentaufnahme liefert, häufig aber auch sich bewegende Vorgänge oder schwierige räumliche Verhältnisse im Körper untersucht werden müssen, werden Röntgendurchleuchtungen eingesetzt. Dabei wird durch Übertragung des Röntgenbildes auf einen Fernsehbildschirm eine kontinuierliche Abbildung eines Körperabschnitts ermöglicht und man kann z.B. die Atembewegung des Brustkorbes oder der Transport von geschlucktem Kontrastmittel durch die Speiseröhre oder den Darm durch den Radiologen beobachtet werden. Zur Gewährleistung einer niedrigen Strahlenbelastung werden moderne Durchleuchtungssysteme eingesetzt, welche nicht ständig Röntgenstrahlen aussenden, sondern nur die zur Bildschirmdarstellung nötige Bildwiederholungsrate und damit eine wesentliche geringere Dosis einsetzen. Weiterhin bietet die Apparatur immer die Möglichkeit nur die interessierende Region durch Ausblendung des übrigen Körpers abzubilden.
Bei der Röntgendurchleuchtung werden häufig Lagewechsel des Patienten nötig sein, um die zu untersuchenden Organe aus mehreren Blickwinkeln betrachten zu können. Hierbei werden, wie oben beschrieben, meist Kontrastmittel eingesetzt, welche vom Patienten geschluckt oder über z.B. einen Venenkatheter oder einen Darmschlauch verabreicht werden. Welche Untersuchungsvorbereitungen getroffen werden müssen und welche seltenen und meist nur gering belastenden Nebenwirkungen auftreten können, hängt von der Fragestellung ab, die an die Durchleuchtungsuntersuchung gerichtet wird, und muss zuvor durch den überweisenden Arzt und den untersuchenden Radiologen mit dem Patienten besprochen werden.