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Dermatohistologie

Die Dermatohistologie ist die Wissenschaft von der mikroskopisch sichtbaren Struktur der Haut. Dermatohistopathologische Untersuchungen sind von besonderer Bedeutung  bei der Diagnose von Hautkrankheiten und bei der Beurteilung der Ränder der Operationspräparate auf Tumorfreiheit.

Vorreiter der Dermatohistopathologie waren Dermatologen wie Gustav Simon (1848) und Paul Gerson Unna (1894). In der Marburger Universitätsklinik hat der Doktorand Johann Helwig 1838 eine Schrift über die Struktur der Haut verfasst („De cute humana“) und es gibt Hinweise, dass Prof. Hans Wilhelm Hübner, Leiter der ersten Abteilung für Hautkrankheiten am Marburger Universitätsklinikum (1908-1914), der Dermatohistologie einen hohen Stellenwert für die Forschung eingeräumt hat. Anfang der 1960-iger Jahre führte Direktor Prof. Dr. Otto Braun-Falco zusammen mit Prof. Dr. Mladen Rupec die Dermatohistologie als Routineverfahren für die Diagnostik an der Universitäts-Hautklinik in Marburg ein. Mit Beginn der 1980iger Jahre entstand an dieser Klinik eine eigenständige Abteilung für Dermatologie mit Schwerpunkt Dermatohistologie und Elektronenmikroskopie der Haut unter der Leitung von Prof. Rupec mit Fr. Dr. Mittag als stellvertretender Leiterin ab 1986. Nach der Pensionierung des Abteilungsleiters wurde die Dermatohistologie Teil der allgemeinen Dermatologie, die  dermatohistopathologischen und immunhistologischen Untersuchungen wurden in der Klinik kontinuierlich weitergeführt.

Gegenwärtig werden im dermatohistologischen Labor Hämatoxylin-Eosin-gefärbte Schnitte von allen Hautproben angefertigt. Für die Herstellung der Schnitte stehen moderne Mikrotome und ein Färbeautomat zur Verfügung und, wenn erforderlich, werden Serienschnitte, histochemische Sonderfärbungen und immunhistologische Färbungen mit den gängigen mono- und polyklonalen Primärantikörpern angefertigt.

Die Präparate werden mit modernen Mikroskopen bei verschiedenen Vergrößerungen gesichtet und können fotografiert werden. Es besteht die Möglichkeit, die Befunde durch eine Diskussionsbrücke oder digitale Übertragung mit Kollegen gemeinsam anzusehen und zu besprechen. Zweimal pro Woche erfolgt eine Konferenz am Mikroskop mit einem Dermatohistologie-Experten und einmal im Monat findet ein dermatopathologisches Kolloquium im Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Marburg statt.
Pro Jahr werden etwa 7000 Präparate gesichtet, beurteilt und archiviert. Bei ca. 800 - 1000 dieser Präparate ist eine aufwendige Randbeurteilung mit zahlreichen Anschnitten erforderlich.
Die dermatohistologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte nehmen regelmäßig an den angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen und an der Qualitätssicherung der ADH teil.