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Autoimmunerkrankungen
Die Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen der Haut und Schleimhäute bilden einen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt unserer Klinik.

Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen

Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen

Die Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen der Haut und Schleimhäute bilden einen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt unserer Klinik. Auf dem Gebiet der Blasen bildenden Autoimmunerkrankungen hat sich unsere Klinik zu einem überregionalen Schwerpunktzentrum entwickelt. Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet werden sowohl ambulant in unserer Spezialsprechstunde als auch stationär betreut.
Das immunologische Labor führt die komplette immunserologische Diagnostik (siehe Link „Anforderungsbogen Autoimmundiagnostik“) für auswärtige Einsender entsprechend der Fragestellung mit anschließender ärztlicher Beurteilung durch.

Anforderungsbogen Autoimmundiagnostik.pdf

 

 

Durchgeführte Untersuchungsverfahren:

Direkte Immunfluoreszenz (DIF)

Beschreibung. Die direkte Immunfluoreszenz (DIF) dient dem in vivo Nachweis autoreaktiver Immunglobuline an unfixiertem Gewebe und stellt damit ein wichtiges Verfahren in der Diagnostik bullöser Autoimmundermatosen dar. Aufgrund spezieller immunfluoreszenzmikroskopischer Muster besitzt die DIF eine hohe diagnostische Spezifität. Sie gilt daher in Kombination mit der klinischen Beurteilung sowie mit dermatohistologischen und serologischen Untersuchungen als wertvolle diagnostische Ergänzung zur Einordnung von Krankheitsbildern bei speziellen Fragestellungen.
Indikation. Die DIF wird vor allem bei klinischem Verdacht auf bullöse Autoimmundermatosen eingesetzt. In der DIF unterscheiden sich bullöse Autoimmundermatosen durch die Anordnung und Art der Immunglobulinablagerungen.

 

Pemphigus vulgaris Dermatitis herpetiformis Duhring

Pemphigus vulgaris

Bullöses Pemphigoid  Dermatitis herpetiformis Duhring
Intraepidermale Ablagerung  lineare Ablagerung von IgG granuläre Ablagerungen von IgA
von IgG entlang der Basalmembran entlang der Papillenspitzen

 

Weitere Indikationen. Ferner wird die DIF ergänzend zur Diagnostik des Lupus erythematodes, der Vaskulitiden und des Lichen ruber eingesetzt.

 

              
Lupus erythematodes Lichen ruber Leukozytoklastische Vaskulitis
granuläre Ablagerungen Ablagerung von cytoid bodies Perivaskuläre Ablagerung von
von C3 entlang der (Kolloidkörperchen) IgM Immunglobulinen in den
Basalmembranzone entlang der Basalmembranzone Gefäßwänden der kleinen Gefäße

 

Entnahmestelle der Hautbiopsie. Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Pemphigusgruppe sollte die Hautbiopsie aus unmittelbar periläsionaler Haut erfolgen, bei Pemphigoiderkrankungen aus initialen Blasen mit angrenzender nicht bullöser Haut. Beim Lupus erythematodes erfolgt die Entnahme aus bereits länger bestehenden Läsionen, idealerweise erfolgt eine zweite Probenentnahme aus nicht betroffener, nicht lichtexponierter Haut (z.B. Oberarminnenseite). Die Diagnostik bei Vaskulitiden erfolgt aus frischen Läsionen.
Probentransport. Zum Erhalt der Antigenstrukturen darf keine Formalinfixierung erfolgen. Vielmehr muss das entnommene Gewebe in ein spezielles Transportmedium (Michels Medium) überführt und gekühlt gelagert werden.

Bitte "Anforderungsbogen Autoimmundiagnostik" mit genauen klinischen Angaben sowie Angabe der Lokalisation beilegen. Vor dem Versand von Gewebsproben telefonische Rücksprache erforderlich.

 

Entnahmestelle der Hautbiopsie. Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Pemphigusgruppe sollte die Hautbiopsie aus unmittelbar periläsionaler Haut erfolgen, bei Pemphigoiderkrankungen aus initialen Blasen mit angrenzender nicht bullöser Haut. Beim Lupus erythematodes erfolgt die Entnahme aus bereits länger bestehenden Läsionen, idealerweise erfolgt eine zweite Probenentnahme aus nicht betroffener, nicht lichtexponierter Haut (z.B. Oberarminnenseite). Die Diagnostik bei Vaskulitiden erfolgt aus frischen Läsionen.
Probentransport. Zum Erhalt der Antigenstrukturen darf keine Formalinfixierung erfolgen. Vielmehr muss das entnommene Gewebe in ein spezielles Transportmedium (Michels Medium) überführt und gekühlt gelagert werden. Bitte „Anforderungsbogen Autoimmundiagnostik“ mit genauen klinischen Angaben sowie Angabe der Lokalisation beilegen. Vor dem Versand von Gewebsproben telefonische Rücksprache erforderlich.

 

Indirekte Immunfluoreszenz (IIF)

Beschreibung. Anhand der IIF können zirkulierende Autoantikörper im Serum nachgewiesen werden. Sie stellt eine Screeninguntersuchung in der Diagnostik bullöser Autoimmundermatosen dar, außerdem lässt sie anhand von Titerverläufen ein Therapiemonitoring bei Erkrankungen der Pemphigus- bzw. Pemphigoidgruppe zu.
Affenösophagus. Als Substrat der IIF dient vornehmlich Affenösophagus, da seine antigenen Eigenschaften denen der humanen Haut ähnlich sind. Hiermit lassen sich zirkulierende IgG-Autoantikörper gegen die Interzellularsubstanz (Pemphiguserkrankungen) oder gegen Bestandteile der Basalmembranzone (bullöses Pemphigoid, Schleimhautpemphigoid, Epidermolysis bullosa aquisita) nachweisen. Außerdem können zirkulierende IgA-Autoantikörper gegen die Interzellularsubstanz (IgA-Pemphigus), gegen Bestandteile der Basalmembranzone (lineare IgA-Dermatose) sowie gegen Endomysium (Dermatitis herpetiformis Duhring, Zöliakie) nachgewiesen werden.

 

            
Pemphigus vulgaris Bullöses Pemphigoid Zöliakie
Nachweis zirkulierender IgG Nachweis zirkulierender IgG- Nachweis zirkulierender IgA-
Autoantikörper gegen die Autoantikörper gegen Autoantikörper gegen Endomysium

Interzellularsubstanz der Epidermis

Bestandteile der Basalmembran

 

Humane Spalthaut. Nach Inkubation von humaner Haut in 1 Mol NaCl-Lösung kommt es zur Bildung eines künstlichen Spaltes auf Höhe der Lamina lucida der Basalmembran. Dies lässt eine weitere Differenzierung von Erkrankungen zu, die mit zirkulierenden Autoantikörpern gegen Bestandteile der Basalmembran einhergehen. So zeigt sich beim bullösen Pemphigoid eine Fluoreszenz auf der epidermalen Seite des Spaltes, bei der Epidermolysis bullosa aquisita auf der dermalen Seite.

 

                
 Bullöses Pemphigoid     Epidermolysis bullosa aquisita
 Nachweis zirkulierender IgG-     Nachweis zirkulierender IgG-
Autoantikörper auf der Autoantikörper auf der
epidermalen Seite des Spaltes dermalen Seite des Spaltes

 

Affenharnblase. Mit der Affenharnblase als Substrat lassen sich zirkulierende Autoantikörper gegen Plakine nachweisen, wie sie z.B. beim paraneoplastischen Pemphigus, aber auch beim Erythema exsudativum multiforme vorkommen.

 

  Paraneoplastischer Pemphigus
Nachweis zirkulierender IgG-Autoantikörper gegen Plakine

 

Antinukleäre Autoantikörper (ANA). Die indirekte Immunfluoreszenz auf Hep2-Zellen dient dem Nachweis nicht-organspezifischer Autoantikörper (Gammaglobuline), die gegen Zellkernbestandteile z.B. DNA, DNA-Histonkomplexe, Ribonucleoproteine (U1-RNP, Sm, La (SS-A), Ro (SS-B), Jo-1 und Nicht-Histon-Proteine (Zentromer-AK, Scl-70, PM-1, Mi-2) gerichtet sind. Ihre zentrale Bedeutung besitzen sie in der Diagnostik bzw. Verlaufskontrolle von Kollagenosen, z.B. Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Polymyositis, Dermatomyositis (Jo-1), primäres Sjögren Syndrom (SS-A (Ro), SS-B-(La), Mixed Connective Tissue Disease (RNP) und CREST-Syndrom (anti-zentromer). Bei homogenem nukleolären ANA-Muster wird zusätzlich eine indirekte Immunfluoreszenzuntersuchung auf Crithidia luciliae zum Nachweis von anti-ds-DNA-Antikörpern durchgeführt. Im Falle eines positiven Nachweises von antinukleären Antikörpern in der indirekten Immunfluoreszenz empfehlen wir, eine entsprechende Differenzierung per ELISA oder Immunoblot anzuschließen.

 

  • ELISA-/Immunoblot-Diagnostik (IgG, IgA, IgE-Autoantikörper)
  • Spezialdiagnostik mittels rekombinanter Autoantigene
    (Laminin 332 (früher Laminin 5), Kollagen VII, Desmocollin 1-3, Kollagen XVII-Konstrukte)

Probentransport. Für die indirekte Immunfluoreszenzuntersuchung sowie die ELISA- und Immunoblotdiagnostik wird 1ml Serum (Vollblutröhrchen mit Trenngel) benötigt, der Versand erfolgt bei Raumtemperatur.

Bitte "Anforderungsbogen Autoimmundiagnostik" mit genauen klinischen Angaben beilegen.

Alle genannten Assays bieten sich nicht nur zur primären Diagnostik bullöser Dermatosen an, sondern auch als Verlaufsparameter (Auto-Antikörpertiter).

Therapie

  • Patienten mit Autoimmunerkrankungen benötigen in den meisten Fällen eine systemische immunsuppressive Therapie, die dem individuellen Befund und Krankheitsverlauf angepasst wird.
  • Unsere Klinik ist aktiv an der Entwicklung und klinischen Erprobung neuer, sog. second line Therapien für Patienten mit blasenbildenden Autoimmunerkrankungen beteiligt.
  • Bereits jetzt bieten wir Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf verschiedene Therapieoptionen, u.a. Immunadsorption, hochdosierte Immunglobuline (IVIG), anti-CD20-Antikörper an

Interdisziplinäre Betreuung der Patienten

Die Behandlung von Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Haut und Schleimhäute, insbesondere der sog. Kollagenosen, benötigen eine ärztliche Betreuung verschiedener Fachgebiete. Wir arbeiten daher eng mit den Kollegen der Inneren Medizin (Nephrologie zur Durchführung der Immunadsorption, Rheumatologie zur Behandlung der Patienten mit Kollagenosen) zusammen.

Klinische Forschung

  • Unsere Klinik ist im Rahmen bundesweiter bzw. europäischer Netzwerke an der Leitung und Teilnahme klinischer Studien zur Erprobung neuer therapeutischer Verfahren beteiligt.
  • Neben der klinisch orientierten Forschung verfolgt unsere Arbeitsgruppe in experimentellen Forschungsprojekten die Zielsetzung, Krankheitsmechanismen, die zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen führen, zu identifizieren.

Blasen bildende Autoimmundermatosen

  • Pemphigus vulgaris / foliaceus
  • Paraneoplastischer Pemphigus
  • IgA-Pemphigus
  • Bullöses Pemphigoid
  • Schleimhaupemphigoid
  • Lineare IgA-Dermatose
  • Epidermolysis bullosa acquisita
  • Dermatitis herpetiformis Duhring

Kollagenosen

  • Sklerodermie
  • Lupus erythematodes
  • Dermatomyositis
  • Mischkollagenose (mixed connective tissue disease)

 

 

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