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Nierentumore

Therapie von Nierentumoren

Bösartige Nierentumore gehören zu den 10 häufigsten Tumoren. Kleine Nierentumore bis 4 cm (Stadium T1a) metastasieren nahezu nie und sind daher besonders gut für eine minimal-invasive, bildgesteuerte Therapie ohne operative Eröffnung der Bauchhöhle geeignet. Verschiedene Techniken zur Verkochung und Erfrierung von Nierentumoren wurden in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Dabei haben sich insbesondere Radiofrequenzablation (RFA) und Mikrowellenablation (MWA) im Patienten bewährt. Hierzu wird eine lediglich 1,2 mm durchmessende Sonde durch den Radiologen in den Tumor eingeführt und der Tumor hierüber verkocht. Das tote Gewebe vernarbt im Körper. Durch diesen mikroinvasiven Ansatz wird das umliegende Gewebe geschont und die Patienten sind In der Regel bereits am Abend nach dem Eingriff wieder auf den Beinen. Mittlerweile wurden die Ergebnisse von der RFA von mehren tausend Patienten publiziert. Die Ergebnisse zeigen hier eine exzellente Tumorkontrolle. Bisherige Vergleiche konnten keinen Unterschied im tumorspezifischen Überleben zwischen bildgesteuerter Ablation (RFA) und Operation zeigen.

Insbesondere mit der hochpräzisen Computertomographie (CT) zur Steuerung dieser Eingriffe ist es möglich geworden auch schwierige Tumorlokalisationen in nahezu allen Teilen der Niere zu behandeln. Die Computertomographie bietet während der gesamten Prozedur genaue Einblicke in den Körper, so dass der Radiologe zu jedem Zeitpunkt weiß, wie es im Körper aussieht, und ob bereits der gesamte Tumor abgetötet wurde, oder eine Fortsetzung der Behandlung notwendig ist.

Auch die Behandlung mehrerer Tumore in einer Sitzung ist möglich. Dies kommt bei bestimmten Tumorarten sowie bei erblichen Tumorerkrankungen gehäuft vor. Besonders vorteilhaft sind diese mikroinvasiven Techniken bei Patienten mit erblichen Erkrankungen wie dem M. Hippel-Lindau oder nach vorheriger Entfernung einer Niere und erneuten Tumoren in der verbliebenen Niere, die so erhalten werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die nahezu beliebige Wiederholbarkeit des Verfahrens, da Narben für diese mikroinvasiven Behandlungen im Gegensatz zur Operation nicht störend wirken. Die Komplikationsrate dieser Behandlungen ist in den Händen eines geübten Operateurs niedriger als bei der Operation.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zu dieser Behandlungsmethode im Rahmen unserer Interventions-Sprechstunden zur Verfügung.

Tel.: +49 (0) 6421 58 66700
radiologie@med.uni-marburg.de

   


Eine Patientin mit einem Krebsgeschwür in der rechten Niere (Kreis). Das Krebsgeschwür ist gut durchblutet (hellgraue Anteile) und wächst tief in die Niere ein.
Unter CT-Steuerung wird der Tumor mit einer speziellen Sonde aufgespießt und verkocht. Der interventionelle Radiologe sieht dabei alle Strukturen, so dass er diese schonen kann, während der Nierentumor komplett behandelt wird.
Ein Jahr nach der Behandlung ist der abgetötete Tumor komplett abgetötet und nimmt kein Kontrastmittel mehr auf. Es hat sich eine Narbe gebildet, die mit der Zeit weiter schrumpfen wird.