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AG Hamzic/Braun

Dysphagien sind über die letzten Jahre zunehmend in den Fokus der klinischen Versorgung und der Forschung gerückt. Sie können als Folge normaler Alterungsprozesse auftreten, werden jedoch häufig durch eine Erkrankung ausgelöst. In der Neurologie ist die häufigste Ursache einer Schluckstörung der Schlaganfall. Ebenso gehen neurodegenerative Erkrankungen (Demenzen, Parkinsonsyndrome, Amyotrophe Lateralsklerose), Erkrankungen der peripheren Nerven (Guillain-Barré-Syndrom) und Muskelerkrankungen mit Dysphagien Patienten auf Intensivstationen sind ebenso davon betroffen und müssen nicht selten zum Schutz vor einer Aspiration („Verschlucken“ von Nahrung oder Flüssigkeit) künstlich beatmet werden oder einen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) erhalten. Auch können längere Beatmungszeiten zu einer Schluckstörung führen.

Das Ziel der Forschung unserer Arbeitsgruppen ist es unter anderem, die Entstehung dieses Störungsbildes besser zu verstehen und die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie zu verbessern.

 

Projekte

ARAS - AspirationsRiskio Auf der Stroke-Unit. Validierung klinischer Untersuchungsverfahren zur Risikostratifizierung

Mit der ARAS-Studie wird die Validität des modifizierten Schlucktests nach Daniels überprüft. Der Original-Test dient als Referenzmethode, die FEES als „Goldstandard“.

 

TEDRAS - Transösophageale Echorkardiographie: DysphagieRisiko in der Akutphase nach dem Schlaganfall

Die prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie hat zum Ziel die Untersuchung des Einflusses der TEE auf die Schluckfähigkeit von Schlaganfallpatienten in der Akutphase. Die Fragestellung geht auf die klinische Erfahrung zurück, dass der Einsatz von TEE Verschlechterung des Störungsbildes einer Dysphagie oder gar zur Auslösung einer Dysphagie bei vorher unauffälligen Schlaganfallpatienten führen kann.

 

Die 5S-StudieSensibilität und Sensorik schluckrelevanter Strukturen beim Schlaganfall

Gegenstand der Studie ist die Frage, ob die Sensibilität in Mund und Rachen, Geschmack und/oder Geruch nach Schlaganfall verändert oder vermindert sind und – wenn ja – ob sie für Schluckstörungskomponenten (wie z. B. eine verzögerte Auslösung des Schluckreflexes) verantwortlich sein können. Eine weitere Frage ist, ob eine verzögerte Schluckreflextriggerung auch bei Patienten mit normaler Sensibilität bzw. Sensorik auftreten kann.

SPD – Sensibel-evozierte Potentiale bei Dysphagie

In dieser Studie wird untersucht, ob die zentrale Verarbeitung sensibler Reize des Schlucktrakts nach Schlaganfall verändert ist und – wenn ja – ob sie für Schluckstörungskomponenten (wie z. B. verzögerte Reflextriggerung) verantwortlich sein können. Dies soll durch Untersuchung von Gaumenbogen- und pharyngeal evozierten Potentialen untersucht werden. Eine weitere Frage ist, ob eine verzögerte Schluckreflextriggerung auch bei Patienten mit normaler sensibler Verarbeitung auftritt.


 

Kontakt:             

Dr. T. Braun tobias.braun@neuro.med.uni-giessen.de

S. Hamzic, M.A.     samra.hamzic@neuro.med.uni-giessen.de