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Kolorektale Chirurgie

Die operative Therapie von Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms sowie des Enddarmes gehört zu den Standardeingriffen unserer Klinik. In Bezug auf Krebserkrankungen des Dick- und Enddarmes arbeiten wir im Rahmen des im Februar 2008 zertifizierten Darmzentrums eng mit den Kollegen der Gastroenterologie im Hause und mit internistischen, onkologischen und radiologischen Praxen in und um Marburg zusammen.

Jeden Montag findet vormittags eine spezialisierte Darmsprechstunde statt,  jedoch werden auch alle anderen Patienten, die sich mit Dickdarmkrebs in unserer Poliklinik vorstellen, nach Maßgabe des Darmzentrums erfasst und behandelt. Dazu gehört nach einer gründlichen Diagnosestellung, z.B. durch Darmspiegelung in der interdisziplinären Endoskopie-Abteilung, die Vorstellung im Tumorkolloquium. Die chirurgische Behandlung erfolgt durch uns und kann meist auch in der minimalinvasiven „Schlüsselloch“-Technik durchgeführt werden. Die postoperative Nachsorge erfolgt durch unsere niedergelassenen Kooperationspartner in internistischen Praxen am Ort. Sollte eine Chemo- und/oder Strahlentherapie vor oder nach der Operation notwendig werden, kann diese in der Klinik für Strahlentherapie und in unserer interdisziplinären ambulanten Chemotherapie (IAC) oder bei einem niedergelassenen Kooperationspartner durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, an großen multizentrischen Studien teilzunehmen, an denen wir uns beteiligen.

Auch bei gutartigen Erkrankungen des Darmtraktes, wie entzündlichen Veränderungen oder Hämorrhoiden, besitzen wir reichhaltige Erfahrungen und haben – äquivalent zu den Vorgaben des Darmzentrums – bewährte Standards entwickelt.
Gute Erfahrungen haben wir bei Dickdarmoperationen auch mit dem „fast-track“-Konzept gemacht. Diesem Konzept der „schnellen Schiene“ liegt die Auffassung zugrunde, dass nicht nur die Operation selbst, sondern auch früher übliche Maßnahmen wie die präoperative Darmspülung, strenge Bettruhe und eine über Tage verzögerte Nahrungsaufnahme die Selbstheilungskräfte des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen. Je weniger der Tagesablauf vom Normalen abweicht, desto schneller erholen sich die Patienten auch wieder. Die für die Patienten unangenehme Darmspülung muss vor Dickdarmoperationen nicht mehr erfolgen. Der Darm wird lediglich durch einen Einlauf gereinigt. Auch entfällt die früher übliche mehrtägige Nahrungskarenz. Bereits am Abend nach der Operation bekommen unsere Patienten Getränke, flüssige Nahrung und stehen bereits auf. Zum „fast-track“-Konzept gehört des Weiteren eine neuartige Narkosetechnik. Zusätzlich zur Vollnarkose bekommen die Patienten einen Schmerzkatheter in die das Rückenmark umgebende Flüssigkeit gelegt, über den im Verlauf eine wesentlich effektivere und verträglichere Schmerztherapie appliziert werden kann.

Die Proktologie, die sich mit den Erkrankungen des Enddarmes befasst, wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Hasse vom Enddarmzentrum Koblenz erheblich ausgebaut. So werden inzwischen routinemäßig komplexe Analfisteln, und Rektozelen versorgt, sowie  neuerdings auch sakrale Nervenstimulatoren bei Inkontinenz implantiert.  Die Klinik ist gemeinsam mit dem Enddarmzentrum Koblenz als Referenzzentrum für Koloproktologie von der DGAV  zertifiziert.

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