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Patienteninformation "Schlüsselloch-Chirurgie"
(Minimal Invasive Chirurgie (MIC))

Die "Schlüsselloch-Chirurgie" ist eine moderne Operationstechnik, bei der die Operation mehr oder weniger innerhalb der geschlossenen Bauchhöhle oder Brusthöhle stattfindet. Große Schnitte entfallen somit weitgehend. Dieses Verfahren wurde in der Bauchchirurgie erstmals 1987 angewendet. Die medizinischen Fachausdrücke für diese Technik sind:

  • Minimal invasive Chirurgie: Überbegriff für die neue Technik
  • Laparoskopie: Bauchspiegelung
  • Thorakoskopie: Brustkorbspiegelung
Bei den minimal invasiven Techniken werden also große Schnitte vermieden und alternativ mehrere kleinere Zugangswege (um 1 cm in der Länge) gewählt.


Laparoskopische Operation - wie geht das?

Vor der eigentlichen Operation wird über einen kleinen Schnitt (ca. 1 cm) eine Arbeitshülse eingebracht und die Bauchhöhle zunächst mit CO2-Gas gebläht. Das Gas hebt die Bauchdecke an, so dass der Chirurg optimale Sicht- und Operationsbedingungen hat. Nun kann über dieselbe Arbeitshülse eine dünne Optik, das Laparoskop, das aus Lichtquelle und Kamera besteht, in die Bauchhöhle eingebracht werden. Der Operateur kann nun den Eingriff auf einem Farbmonitor neben dem Patienten verfolgen. Über zwei bis drei weitere Schnitte von ca. 1 cm Länge werden dann wieder über Arbeitshülsen feine Operationsinstrumente eingeführt. Mit Hilfe dieser Instrumente kann der Operateur Gewebe ablösen, durchtrennen oder auch verbinden. Bei Enddarm- und Dickdarmoperationen wird zur Entfernung des erkrankten Gewebes abschließen die Bauchdecke an einer Stelle etwa 4-5 cm weit eröffnet.

Welches sind die Vorzüge der laparoskopischen Chirurgie?

  • keine großen Schnitte, keine großen Narben
  • weniger Schmerzen
  • geringere Beeinträchtigung der Magen-Darmtätigkeit als nach herkömmlichen Verfahren
  • raschere Erholung und kürzerer Krankenhausaufenthalt

Laparoskopische Chirurgie - ein sicheres Verfahren?

Operationen an der Gallenblase sind heute genauso sicher laparoskopisch wie offen möglich. Operationen an Darm, Nebennieren oder Bauchspeicheldrüse gehören zu den anspruchsvollen Eingriffen. Insbesondere bei der laparoskopischen Darmchirurgie ist eine gewisse Erfahrung unabdingbare Voraussetzung. In der Chirurgischen Klinik der Universität Marburg werden diese Eingriffe von einem speziell geschulten Team durchgeführt. Hierzu absolvieren unsere Chirurgen ein regelmäßiges Training am Laparoskopie-Simulator im Chirurgischen Trainingslabor [link MaCh] der Marburger Klinik. Diese spezielle Ausbildung in unserer Klinik führt zu einer höheren Sicherheit in der Anwendung der "Schlüsselloch-Chirurgie" auch bei anspruchsvollen Eingriffen.

Welche Patienten kommen für eine minimal invasive Operation in Frage?

Patienten mit gutartigen oder bösartigen Erkrankungen, bei denen die unten aufgeführten Operationen erforderlich sind.

  • Gallenblasen-Entfernung
  • Blinddarm-Entfernung
  • Dickdarm-Teilentfernung
  • So genannte Fundoplikatio bei Refluxkrankheit
  • Enddarmentfernung
  • Operationen an der Lunge und am Brustkorb
  • Nebenschilddrüsen-Operationen
  • Nebennieren-Operationen
  • Milz-Entfernung
  • Nierenentfernung im Rahmen der Transplantationschirurgie bei der sog. Lebendspende
  • Entfernung von Tumoren des hormonbildenden Anteils der Bauchspeicheldrüse