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Therapie

Apparative Therapie

Sind die Schlafbezogenen Atmungsstörungen ausgeprägter, wird in der Regel eine nächtliche Beatmungstherapie mit einem CPAP Beatmungsgerät notwendig. Das CPAP (continuous positive airway pressure) - Gerät erzeugt einen positiven Druck, der über eine weiche Nasenmaske in die Atemwege gelangt . Dadurch wird das Zusammenfallen der Rachenwände, das die obstruktiven Atmungsstörungen üblicherweise auslöst, verhindert.
Werden sehr hohe Drücke benötigt, wird die BiLevel Therapie eingesetzt. Sie arbeitet, im Gegensatz zum CPAP, mit 2 Druckstufen. Beim Einatmen ist der Druck höher und beim Ausatmen niedriger. Die Geräte sind ähnlich wie das in Abb1 abgebildete CPAP Beatmungsgerät.
Der Patient wird in der Handhabung des Geräts und der Maske geschult und erhält das auf seinen individuellen Beatmungsdruck angepasste Beatmungsgerät mit nach Hause.
Die Akzeptanz dieser zum Schlafen doch sehr ungewöhnlichen Apparatur ist für einen Patienten mit ausgeprägten Atmungsstörungen überwiegend gut. Durch den häuslichen Einsatz dieser Geräte bekommen die Patienten sehr schnell eine wesentlich bessere Lebensqualität. Vielfach berichten Patienten bei Kontrolluntersuchungen über ein „völlig neues Leben“ und fühlen sich wie neu geboren.

Medikamentöse Therapie Schlafbezogener Atmungsstörungen

Es wurden verschiedene Substanzen zur Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen eingesetzt. Hierzu zählen z.B. trizyklische Antidepressiva (REM-Schlaf Unterdrückung), Acetazolamid und Theophyllin. Einen Stellenwert insbesondere zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe kommt heute jedoch keinem dieser Mittel mehr zu.

 

 

Verhaltensmedizinische Therapie

Der nächtliche Schlaf hat starke Wechselwirkungen mit Aktivitäten am Tage. Daher ist bei nahezu allen schlafmedizinischen Erkrankungen eine verhaltensmedizinische Beeinflussbarkeit gegeben. Besonders deutlich ist dies bei Ein- und Durchschlafstörungen, Störungen der circadianen Rhythmik (z. B. Schichtarbeit, persistierender Jet Lag) und Tagesmüdigkeit, die nicht durch körperliche Erkrankungen verursacht wird. Hier sind psychologisch-verhaltensmedizinische Faktoren maßgeblich an der Verursachung und Aufrechterhaltung der Störung beteiligt.
In all diesen Fällen erfolgt im Schlafmedizinischen Zentrum eine ausführliche schlafmedizinische Anamnese durch unseren Somnologen (Dipl. Psych. Werner Cassel) mit langjähriger schlafmedizinischer Erfahrung. Nach der Problemanalyse unter Einbeziehung der schlafmedizinischen Untersuchungsergebnisse (nächtlicher Schlaf, Wachheit und Konzentrationsfähigkeit am Tage) werden gemeinsam mit dem Patienten Strategien erarbeitet, die durch längerfristige Verhaltensänderungen das Störungsausmaß reduzieren oder die Erkrankung beseitigen können. Ziel der oft ein- bis zweistündigen intensiven Gespräche ist es, den Patienten zum „Experten“ in Bezug auf sein Gesundheitsproblem zu machen und ihm somit Möglichkeiten zur Selbstbehandlung durch Verhaltens- und Einstellungsmodifikationen zu geben. 

 

Dipl. Psych.
Werner Cassel