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Molekulare Diagnostik

Im folgenden stellen wir die von uns durchgeführten Untersuchungen dar. Einige dieser Untersuchungen sind auch für die Diagnose und Therapie anderer, nicht-neuropathologischer Tumorerkrankungen, wie dem Hautkrebs oder Darmkrebs, von Bedeutung. Sollten Sie weitere Fragen haben oder Untersuchungen bei uns durchführen lassen wollen, finden Sie unsere Kontaktinformationen hier.

MGMT-Promotormethylierungsstatus: Die Bestimmung des Methylierungsgrads des MGMT-Promotors lässt Aussagen zu, inwieweit Temozolomid bei Gliomen wirksam ist. Diese Untersuchung ist außerdem für die Therapie von malignen Melanomen (Hautkrebs) von großer Bedeutung.
Zur Bestimmung wird eine methylierungs-spezifische Polymerasekettenreaktion (PCR) an DNS durchgeführt.

Mutationen der Isozitratdehydrogenase (IDH) 1 und 2, nukleären Akkumulation des Tumorsuppressors P53 und der EGF-Rezeptor-Splicevariante III (EGF-RvIII): Die Bestimmung dieser Veränderungen sind bei der Einteilung von Hirntumoren wichtig, IDH-Mutationen sind für die WHO-konforme Diagnosestellung notwendig. Der Nachweis der R132H Mutation in der IDH1 kann auch beim Nachweis von Tumorzellen in der Infiltrationszone von Gliomen hilfreich sein.
Für die Bestimmung werden immunhistochemische Verfahren und PCR-Untersuchungen mit anschließender Pyrosequenzierung eingesetzt.

1p19q-Loss of Heterozygosity: Diese Veränderung des Erbgutes kommt v.a. bei Oligodendrogliomen vor und eine Bestimmung ist für die sichere, WHO-konforme Diagnosestellung notwendig. Darüber hinaus haben Tumore mit dieser Veränderung eine bessere Prognose.
Die Untersuchungen erfolgen mit Hilfe multipler PCR Analysen und hochauflösender Kapillar-Gelelektrophorese.

Mutationen im Kodon 600 der Serin/Threonin-Kinase B-raf (BRAF): Mutationen im Kodon 600 von BRAF, die zu einem Austausch einer einzelnen Aminosäure führen, finden sich gehäuft in bestimmten Hirntumoren wie dem pleomorphen Xanthoastrozytom und eine Bestimmung kann daher bei der Diagnosestellung hilfreich sein. Darüber hinaus kommt diese Mutation gehäuft in malignen Melanomen, papillären Schilddrüsenkarzinomen und beim Colonkarzinom vor.
Zur Bestimmung verwenden wir die PCR mit anschließender Pyrosequenzierung.

BRAF-KIAA1549-Fusionprotein: Chromosomale Veränderungen in Tumoren, die zur Bildung eines BRAF-KIAA1549-Fusionsproteins führen, finden sich häufig in pilozytischen Astrozytomen und sind für die Diagnose dieser Tumorentität relevant.
Der Nachweis erfolgt mittels komplexer PCR-Analysen.

Mutationen im Calpain-3: Mutationen im Calpain-3 sind die Ursache der Gliedergürteldystrophie Type 2A (LGMD2A). Änderungen der Gesamtmenge an Calpain3 sowie des Verhältnisses verschiedener Fragmente von Calpain-3 werden bei dieser Erkankung nachgewiesen. Die Untersuchungen erfolgen mittels Western-Blot.

Mutationen im Dysferlin: Fehlen des Proteins Dysferlin ist die Ursache der Gliedergürteldystrophie Typ 2B (LGMD2B). Der Nachweis mittels Immunhistochemie ist nicht immer aussagekräftig, deshalb werden gegebenenfalls ergänzende Untersuchungen mit Western-Blot durchgeführt.