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Autoimmundiagnostik

In diesem Labor werden Analysen zum Nachweis von Autoantikörpern gegen Zellen und Gewebe durchgeführt, die im Zusammenhang mit systemischen Autoimmunerkrankungen, wie Kollagenosen oder der rheumatoiden Arthritis, und organspezifischen Autoimmunerkrankungen stehen. Unsere Anforderungsscheine finden Sie hier.


Anschrift

 Zentrum für Transfusionsmedizin, Autoimmundiagnostik, Langhansstr. 7, 35392 Gießen
Bei Fragen zum Versand: 0641/985-41517

 

Laborleitung

Prof. Dr. Ulrich Sachs
     0641/985-41514


Aktualisiert am: 09.02.2016


Kollagenosen ANCA-assoziierte Vaskulitiden Goodpasture-Syndrom Antiphospholipid-Antikörper Syndrom
Autoimmun-Thyreoiditis Perniziöse Anämie, Autoimmungastritis Zöliakie/Sprue Autoimmun-Hepatitis, Primär biliäre Zirrhose
Pemphigus vulgaris/bullöses Pemphigoid Myasthenia gravis Peri-, Myokarditis/Dressler-Syndrom Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Kryoglobulinämie Rheumatoide Arthritis Diabetes mellitus Typ_1

Morbus Addison, Polyendokrines Autoimmun Syndrom (PAS)

Zirkulierende Immunkomplexe (CIC) und Krankheitsassoziation      

Kollagenosen
Es handelt sich um eine Gruppe von Krankheiten, die sich in generalisierter Form vorzugsweise am Bindegewebe abspielen und einige ähnliche morphologische Veränderungen zeigen. Folgende Erkrankungen zählen zu den Kollagenosen:
- Systemischer Lupus erythematodes
- Sjögren-Syndrom
- Sklerodermie
- Idiopathische Myositiden
- MCTD und andere Overlap-Syndrom
Analyt Antinukleäre Antikörper (ANA), freie Antikörper gegen verschiedene Antigene des Zellkerns
Indikation Suchtest bei Verdacht auf Autoimmunerkrankungen, insbesondere bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Kollagenosen) und autoimmunen Hepatitiden.
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:80
Bewertung Antinukleäre Autoantikörper kommen bei systemischen und organspezifischen Autoimmunerkrankungen, bei bestimmten Infektionserkrankungen und auch bei gesunden Personen vor. Jedoch sollte die Feinspezifität der nachgewiesenen Antikörper stets mit definierten nukleären Antigenen abgeklärt werden.
Jenseits des 60. Lebensjahres können Zellkern-Antikörper bei Gesunden in relativ hohem Prozentsatz auftreten.
Differenzialdiagnosen Systemisch-entzündliche Organerkrankungen anderer Genese
Analyt 2 Freie Antikörper gegen SS-A (Synonym: Ro)
Indikation V.a. Sjögren-Syndrom, verschiedene SLE-Formen, neonatales Lupus-Syndrom. Folgeuntersuchung bei positiven ANA im IFT
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <1
Bewertung Antikörper gegen SS-A gelten als diagnostische Marker des Sjögren-Syndroms und des subakut kutanen Lupus erythematodes.
Außerdem findet man sie in 25–60% der Pat mit SLE, beim neonatalen Lupus erythematodes sind sie in bis zu 90% nachweisbar.
Differenzialdiagnosen Systemisch-entzündliche Organerkrankungen anderer Genese
Analyt 3 Freie Antikörper gegen SS-B (Synonym: La)
Indikation V.a. Sjögren-Syndrom, verschiedenen SLE-Formen, neonatales Lupus-Syndrom. Folgeuntersuchung bei positiven ANA im IFT
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <1
Bewertung Antikörper gegen SS-B gelten als diagnostischer Marker des Sjögren-Syndroms. Außerdem sind die Antikörper bei 70% bei Pat. mit neonatalem Lupus erythematodes und in ca. 80% der Pat. mit subakutem kutanen Lupus erythematodes nachweisbar.
Differenzialdiagnosen Systemisch-entzündliche Organerkrankungen anderer Genese
Analyt 4 Freie Antikörper gegen Sm
Indikation V.a. SLE
Folgeuntersuchung bei positiven ANA im IFT
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <1
Bewertung Antikörper gegen Sm gelten als diagnostischer Marker des SLE (ACR-Kriterium). Zusätzlich gelten sie als prognostischer Marker des SLE: positive Assoziation mit schwerer Organmanifestationen (ZNS, Niere).
Differenzialdiagnosen Systemisch-entzündliche Organerkrankungen anderer Genese
Analyt 5 Freie Antikörper gegen Jo-1
Indikation V.a. Anti-Synthetase-Syndrom
Differentialdiagnostik von Myositiden
Diagnostische Folgeuntersuchung bei positiven ANA im IFT
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <1
Bewertung Diagnostischer und prognostischer Marker der idiopathischen (autoimmunen) Myositis.
Differenzialdiagnosen Myositiden anderer Genese Abklärung idiopathischer fibrosierender Alveolitiden
Analyt 6 Freie Antikörper gegen nRNP/Sm
Indikation V.a. Mixed connective tissue disease (MCTD = Sharp-Syndrom) oder Sklerodermie
V.a. SLE
V.a. undifferenzierte Bindegewebserkrankungen
Folgeuntersuchung bei positiven ANA im IFT
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <1
Bewertung Antikörper gegen RNP-70 gelten als Diagnosekriterium der MCTD mit einer hohen Spezifität bei Abwensenheit von Sm- und dsDNA-Antikörpern und einer sehr hohen Sensitivität (Diagnosekriterium)
Differenzialdiagnosen Systemisch-entzündliche Organerkrankungen anderer Genese
Analyt 7 Freie Antikörper gegen Scl-70
Indikation V.a. systemische Sklerodermie
Folgeuntersuchung bei positiven ANA im IFT
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <1
Bewertung Antikörper gegen Scl-70 gelten als Markerantikörper der systemischen Sklerodermie mit multiplen viszeralen Organmanifestationen.
Die Antikörper gelten als Hinweis auf einen prognostisch ungünstigen Krankheitsverlauf. Sie werden bei der limitierten Form der systemischen Sklerodermie (Akrosklerodermie) nur sehr selten angetroffen.
Differenzialdiagnosen Raynaud-Symptomatik
Testung von Risikopersonen (stark Quarzstaubexponierte)
Analyt 8 Freie Antikörper gegen dsDNA
Indikation V.a. SLE
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <100U/ml
Bewertung Autoantikörper gegen Doppelstrang DNA (dsDNA) wird im aktiven Stadium des SLE in 70–95% der Fälle nachgewiesen. Er zeigt eine Korrelation zur Krankheitsaktivität.
Differenzialdiagnosen Andere Kollagenosen
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X

ANCA-assoziierte Vaskulitiden
ANCA findet man bei Patienten mit systemischen nekrotisierenden Vaskulitiden, aber auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen und autoimmuner Hepatitis.
Analyt 1 Antikörper gegen zytoplasmatische Bestandteile neutrophiler Granulozyten mit zytoplasmatischer Färbung (cANCA) und Antikörper gegen Proteinase 3 (PR3).
Indikation V.a. Vaskulitis
Material 0,5ml Serum
Methode IFT und ELISA
Referenzbereich IFT: <10
ELISA: <20U/ml
Bewertung cANCA mit dem Zielantigen PR3 besitzen eine hohe Spezifität für die Granulomatose mit Polyangiitis (M. Wegener). Nach Remission kommt es zum Titerabfall, bei Rezidiv zum frühzeitigen Anstieg. Zu den c-ANCA-assoziierten Vaskulitiden zählen in erster Linie die Granulomatose mit Polyangiitis M. Wegener, die mikroskopische Polyangiitis, das Churg-Strauss Syndrom und die nekrotisierende rapid-progressive pauciimmune Glomerulonephritis.
Differenzialdiagnosen Vaskulitiden
Analyt 2 Antikörper gegen zytoplasmatische Bestandteile neutrophiler Granulozyten mit perinukleärer Färbung (pANCA) und Antikörper gegen Myeloperoxidase (MPO)
Indikation V.a. Vaskulitis
Material 0,5ml Serum
Methode IFT und ELISA
Referenzbereich IFT: <10
ELISA: < 20U/ml
Bewertung pANCA mit dem Zielantigen MPO finden sich bei rapid-progressiver Glomerulonephritis (70%), mikroskopischer Polyarteriitis (60%), Churg-Strauss-Syndrom (80%), Poly- / Periarteriitis nodosa (50%) und bei Granulomatose mit Polyangiitis (M. Wegener) (10%).
Differenzialdiagnosen Vaskulitiden
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X

Goodpasture-Syndrom
Das Goodpasture-Syndrom stellt eine Autoimmunerkrankung dar, die durch Antikörper hervorgerufen wird, die gleichzeitig gegen Antigene der glomerulären und alveolären Basalmembran gerichtet sind. Typisch ist das gleichzeitige Auftreten unerwarteter alveolärer Hämorrhagien, schwacher bis exzessiver Ausprägung, und einer rasch progressiven Glomerulonephritis.
Analyt Freie Antikörper gegen das Goodpasture Antigen
Indikation Rapid-progressive Glomerulonephritis, ggf. mit Lungenbeteiligung
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <20U/ml
Bewertung Der Nachweis von GPA-Antikörper spricht mit hoher Spezifität für das Vorliegen einer Antibasalmembran-Glomerulonephritis. Nur selten kommen niedrigtitrige GPA-Antikörper auch bei anderen Nephritisformen vor.
Differenzialdiagnosen Glomerulonephritis anderer Genese, Lungenblutungen anderer Genese
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X

Antiphospholipid-Antikörper Syndrom
Das Antiphospholipid-Antikörper-Syndrom ist durch seine klinische Symptomatik, insbesondere durch thrombotische Ereignisse charakterisiert. Die Erkrankung tritt häufig im Rahmen des SLE auf, kann aber auch isoliert auftreten.
Analyt Freie Antikörper (IgG und IgM) gegen Cardiolipin und Antikörper gegen ß2-Glycoprotein
Indikation SLE, Kollagenosen
Venöse und arterielle Thrombosen
Habituelle Aborte, Plazentainfarkte
Hämolyt Anämien, Thrombozytopenien
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich Anti-Cardiolipin <12U/ml
Anti-ß2 Glycoprotein <20U/ml
Bewertung Cardiolipin- und ß2 Glycoprotein Antikörper treten besonders häufig in Assoziation mit dem Antiphospholipid-Syndrom auf. Ein solches ist anzunehmen, wenn mindestens ein klin. Syndrom bei reproduzierbarem Nachweis von Phospholipid-Ak und/oder Lupus-Antikoagulanz vorliegt.
Differenzialdiagnosen Thrombophilie, habituelle Aborte
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X

Autoimmun-Thyreoiditis
Die Pathologie der autoimmunenThyreopathie umfasst Phänomene von der Hyperthyreose bis zur Hypothyreose, von der Struma bis zur Atrophie des Organs. Diese Manifestationen sind von einer Vielzahl unterschiedlicher Schilddrüsen-Autoantikörper abhängig, die destruierend sein können (anti-TPO), oder im Gegenteil auch aktivierend sein können (anti-TSH).
Analyt 1 Freie Antikörper gegen Thyreoperoxidase (TPO)
Indikation TSH Anstieg unbekannter Ätiologie, Abklärung einer polyglandulären Autoimmunerkrankung, familiäre Untersuchung bei bekannter autoimmuner Schilddrüsenerkrankung
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <50U/ml
Bewertung Autoantikörper gegen TPO finden sich bei Patienten mit chronischer lymphozytärer autoimmuner Thyreoiditis mit (Hashimoto-Thyreoiditis) und ohne (primäres Myxödem) Struma (90%) und Morbus Basedow (70–90%). Mäßig erhöhte Autoantikörperkonzentrationen werden jedoch auch bei nicht immunogenen Schilddrüsenerkrankungen wie blander Struma, bei funktionaler Autonomie der Schilddrüse, bei anderen immunologisch geprägten Erkrankungen wie Morbus Addison, perniziöser Anämie, Diabetes mellitus Typ 1, Vitiligo, Hepatitis C und primär biliärer Zirrhose angetroffen. Sie werden auch bei Gesunden mit normaler Schilddrüsenfunktion gefunden, insbesondere bei Frauen (16%) und Männern (9%) in fortgeschrittenem Lebensalter (>80 Jahre). Bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen korrelieren die Antikörperkonzentrationen mit der Krankheitsaktivität.
Differenzialdiagnosen Andere Schilddrüsenerkrankungen
Analyt 2 Freie Antikörper gegen Thyreoglobulin (TG)
Indikation Verdacht auf chronische lymphozytäre Thyreoiditis bei Thyreoideaperoxidase-Autoantikörper-negativen Patienten. Nicht plausible Resultate bei der Bestimmung von Thyreoglobulin.
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <100U/ml
Bewertung Thyreoglobulin-Autoantikörper finden sich bei Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis (90%), primärem Myxödem (72%), Morbus Basedow (50–70%), Kolloidstruma, nodulärer Struma (8%), Adenomen und Karzinomen (13–65%), sowie bei gesunden Verwandten (30–50%) von Patienten mit autoimmuner Thyreoiditis. Thyreoglobulin Autoantikörper sind für die Diagnostik autoimmuner Schilddrüsenerkrankungen weniger bedeutsam als die Thyreoideaperoxidase-Autoantikörper.
Differenzialdiagnosen Andere Schilddrüsenerkrankungen
Analyt 3 Freie Antikörper gegen den TSH-Rezeptor (TRAK)
Indikation Nachweis oder Ausschluss eines Morbus Basedow. Prognose des Krankheitsverlaufes bei Morbus Basedow. Therapiemonitoring. Risikoabschätzung für die Entstehung einer Hyperthyreose bei Feten von Müttern mit Morbus Basedow.
Material 0,5ml Serum
Methode LIA
Referenzbereich <1,0U/l
Bewertung Antikörper gegen den TSH Rezeptor sind Marker des Morbus Basedow. Mit empfindlichen Methoden können sie bei nahezu allen Patienten mit dieser Erkrankung nachgewiesen werden. Sie finden sich wesentlich weniger häufig bei der autoimmunen Thyreoiditis (10–20%), nicht bei gesunden Personen. Die Antikörperkonzentration korreliert mit der Krankheitsaktivität. Die Persistenz von TSH-Rezeptor-Antikörper unter Thyrostatika-Therapie wird als Risikoparameter für ein Rezidiv nach Absetzen
des Medikaments angesehen. TSH-Rezeptor-Antikörper der Klasse IgG können diaplazentar von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Es besteht die Gefahr der Neugeborenen-Hyperthyreose bei hohen Antikörpertitern.
Differenzialdiagnosen Autonome Hyperthyreose.
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X

Perniziöse Anämie, Autoimmungastritis
Die perniziöse Anämie betrifft vor allem ältere Menschen über 60 Jahren und zeichnet sich klinisch durch eine ausgeprägte Anämie, Verdauungsbeschwerden und Nervenbeschwerden aus.
Die Antikörper der H+ / K+-ATPase werden in Form der Parietalzell-Antikörper mit dem indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT) nachgewiesen. Diese Autoantikörper finden sich bei Patienten mit perniziöser Anämie, oft zusammen mit Antikörpern gegen den Intrinsic-Faktor.
Analyt Freie Antikörper gegen Parietalzellen (Synonyma: Antikörper gegen H+ / K+-ATPase)
Indikation Perniziöse Anämie, chronisch atrophische Gastritis Typ A, autoimmune Poly-Endokrinopathie.
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:20
Bewertung Bei perniziöser Anämie sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung in ca. 90% der Fälle, im weiteren Krankheitsverlauf nur noch in 50–70% Parietalzell-Antikörper nachweisbar. Bei chron.-atrophischer Gastritis Typ A finden sich die Antikörper in
20–35% der Fälle. Es findet sich auch bei gesunden Menschen ein altersabhängiger Anstieg der Autoantikörper.
Differenzialdiagnosen Gastritis anderer Genese
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X

Zöliakie/Sprue
Bei der Glutensensitiven Enteropathie handelt es sich um eine Unverträglichkeit gegenüber der Gliadinfraktion des Glutens. Die Häufigkeit der Erkrankung liegt in Europat bei 1:500, es sind mehr Frauen betroffen. Klinisch zeichnet sich die Erkrankung durch Durchfälle, Gewichtsverlust und Malabsorptionssyndrom aus.
Analyt 1 Freie Antikörper (IgG und IgA) gegen Gliadin
Indikation V.a. Zöliakie, Dermatitis herpetiformis Duhring. Therapieüberwachung bei glutenfreier Diät.
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <25U/ml
Bewertung Der Nachweis von IgA-Antikörpern gegen Gliadin gilt als sehr sensitiver Suchtest. Korrelationen zwischen der Konzentration von IgA-Antikörpern und Krankheitsaktivität bei Zöliakie wurden beschrieben.
Differenzialdiagnosen Diarrhoen unklarer Genese, unklare bullöse Dermatitiden
Analyt 2 Freie Antikörper gegen Gewebetransglutaminase (Endomysium)
Indikation V.a. Zöliakie, Dermatitis herpetiformis Duhring, asymptomatische glutensensitive Enteropathie
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <20U/ml
Bewertung Den Antikörpern wird eine Sensitivität von 97–100% (Zöliakie) bzw. von 70–100% (Dermatitis herpetiformis Duhring) und eine Spezifität von >95% bei beiden Erkrankungen zugeschrieben. Negative Antikörperbefunde sind auch nur dann
verwertbar, wenn ein selektiver IgA-Mangel ausgeschlossen ist. Unter glutenfreier Diät zeigen die Endomysium-Antikörper einen Rückgang nach 6–12 Monaten.
Differenzialdiagnosen Diarrhoen unklarer Genese, unklare bullöse Dermatitiden
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X

Autoimmun-Hepatitis, Primär biliäre Zirrhose
Autoimmun-Hepatitiden (AIH) stellen entzündliche Erkrankungen der Leber dar, die von Markern der Autoimmunität begleitet werden. Sie betreffen hauptsächlich Frauen (80%), in 50% der Fälle beginnt die Erkrankung vor dem 30. Lebensjahr. Die Primär biliäre Zirrhose (PBC) stellt eine chronisch-cholestatische Erkrankung dar, die über die Zerstörung der kleinen Gallenwege, zu lobulären Schäden, Fibrose und anschließend zur Zirrhose führt. Die PBC tritt mit einer Inzidenz von 10:10000 mit deutlichem Überwiegen der Frauen (90–95%) auf. Meist tritt die Erkrankung im Alter von 30–60 Jahren auf.
Analyt 1 Freie Antikörper gegen glatte Muskulatur
Indikation V.a. autoimmune Hepatitis. Bei positivem Nachweis empfiehlt sich die Untersuchung auf anti-Actin-Spezifität.
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:80
Bewertung Hohe Titer finden sich bei 85% der ANA-positiven AIH (Typ I). Hier meist mit Actin-Spezifität vom IgG-Isotyp. Bei etwa 5% der Patienten mit autoimmuner Hepatitis Typ 1 finden sich glatte Muskel-Antikörper, die keine Actin-Spezifität aufweisen.
Niedrigtitrige Antikörper kommen bei verschiedenen Virusinfektionen (polyklonale Stimulation) und in 3% bei Gesunden vor.
Differenzialdiagnosen Chronische Hepatiden
Analyt 2 Freie Antikörper gegen Liver Kidney Mikrosomen 1(LKM 1)
Indikation Wichtiger diagnostischer Marker der Autoimmun-Hepatitis Typ 2 (100%), Monitoring bei HCV-positiven Patienten unter Interferontherapie, Medikamenten-induzierte Hepatitis.
Material 0,5ml Serum
Methode IFT, ELISA
Referenzbereich IFT: <1:80
ELISA: <20U/ml
Bewertung Autoimmune Hepatitis Typ 2 (100%), chronische Hepatitis (bis 7%), nicht therapierte anti-HCV-positive Patienten (bis 3,7%). In der Regel sind anti-LKM1 nicht mit Actin-, Mitochondrien-, oder Zellkern-Autoantikörpern vergesellschaftet. Die das weibliche
Geschlecht bevorzugende AIH Typ2 (4:1, Prävalenz: 5x10–6) kann bei allen Altersgruppen, bevorzugt aber bei Kindern unter 15 Jahren und Frauen jenseits des 40. Lebensjahres auftreten.
Differenzialdiagnosen Chronische Hepatiden
Analyt 3 Freie Antikörper gegen lösliches Leberantigen (SLA)
Indiaktion V.a. Autoimmun-Hepatitis, Überlappungssyndrom mit PBC
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <20U/ml
Bewertung Anti-SLA-Antikörper sind bei 25–30% der Patienten mit autoimmuner chronisch aktiver Hepatitis nachweisbar. Zum Teil treten sie assoziiert mit ANA, Antikörper gegen Mitochondrien oder Antikörper gegen glatte Muskulatur auf, in 25% der Fälle sind sie der einzige spezifische Marker für eine AIH.
Differenzialdiagnosen Chronische Hepatitiden
Analyt 4 Freie Antikörper gegen Mitochondrien (AMA), M2-Antigen
Indiaktion PBC, Überlappungssyndrom der PBC mit ACAH
Material 0,5ml Serum
Methode IFT, ELISA
Referenzbereich IFT: <1:80
ELISA: <20U/ml
Bewertung Der IFT Screening-Test besitzt nur eine geringe diagnostische Spezifität. Bei IFT-pos. Seren sollte deshalb der AMA-Subtyp M2 bestimmt werden. AMA-M2 ist der spezifischste und sensitivste Marker der PBC. AMA finden sich bei Primäre biliäre Zirrhose in ca. 90%, bei Lupus erythematodes in ca. 50%, bei Lues in ca. 100%, bei Progessiver Systemsklerose in ca. 50% und beim Sjögren-Syndrom in ca. 50%.
Differenzialdiagnosen Chronische Hepatitiden
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X

Pemphigus vulgaris/bullöses Pemphigoid
Der Pemphigus vulgaris ist eine seltene, schwere Erkrankung des Erwachsenenalters (40–60 Jahre). Typisch sind intraepidermale Blasen mit ausgedehnten schmerzhaften Erosionen von Haut und Schleimhaut. Unbehandelt hat die Erkrankung einen meist tödlichen Ausgang. Das bullöse Pemphigoid ist eine seltene, schwere Erkrankung des höheren Erwachsenenalters (60–80 Jahre). Typisch sind subepidermale Blasenbildung, letaler Ausgang möglich.
Analyt 1 Freie Antikörper gegen Stachelzell-Desmosomen (STAK)
Indikation Blasenbildende Haut- u. Schleimhauterkrankungen, Verlaufskontrolle
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:20
Bewertung STAK sind bei Pemphigus vulgaris zu Beginn der Erkrankung in 80–95%, bei Schleimhautpemphigus in 25–70% nachweisbar. Zur Verlaufskontrolle geeignet.
Differenzialdiagnosen Blasenbildende Haut- u. Schleimhauterkrankungen
Analyt 2 Freie Antikörper gegen Epidermis-Basalmembran (EBM-Ak)
Indikation Blasenbildende Haut- u. Schleimhauterkrankungen, Verlaufskontrolle
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:20
Bewertung EBM-Ak treten beim bullösen Pemphigoid in 35–70%, bei Herpes gestationesin ca. 20% auf.
Differenzialdiagnosen Blasenbildende Haut- u. Schleimhauterkrankungen
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X

Myasthenia gravis
Die Myasthenie ist eine neuromuskuläre Erkrankung, die durch Schwäche und Ermüdbarkeit der Skelettmuskulatur charakterisiert ist. Die Prävanlenz beträgt 1:10.000. Sie kann Individuen jeden Alters betreffen, doch findet sich die max. Inzidenz bei Frauen zwischen 20–30 sowie Männern zwischen 50–60 Jahren.
Analyt Freie Antikörper gegen quergestreifte Muskulatur
Indikation Myasthenia gravis, insbesondere in Verbindung mit Thymomen (80–90%) sowie bei Thymomen ohne begleitende Myasthenia gravis (25%)
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:40
Bewertung Die Sensitivität beträgt bei Myasthenia gravis insgesamt 50–60%, bei zugleich bestehendem Thymom 95%. In diesen Fällen treten hohe Titer auf, deren Abfall eine Besserung der Krankheit anzeigen soll. Deutlich erhöhte Titer finden sich auch bei Thymom ohne Myasthenie.
Differenzialdiagnosen Neuromuskuläre Erkrankungen
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X

X

X

Peri-, Myokarditis/Dressler-Syndrom
Das Postmyocardinfarktsyndrom (Dressler-Syndrom) ist eine 1–6 Wochen nach Herzinfarkt auftretende Spätperikarditis.
Analyt Freie Antikörper gegen Herzmuskulatur
Indikation Postmyocardinfarktsyndrom, Postkardiotomie-Syndrom, Peri-/Myokarditis, dilatative Kardiomyopathie, Endokarditis lenta, rheumatische Karditis
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:40
Bewertung Beim Postkardiotomie-Syndrom werden Herzmuskelantikörper mit einer hohen diagnostischen Sensitivität aber niedrigen Spezifität gefunden.
Differenzialdiagnosen Peri-/Myokarditis
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X

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Zu den unspezifischen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen rechnet man den Morbus Crohn (MC) und die Colitis ulcerosa (CU). Beide Krankheiten zeichnen sich durch einen phasenhaften Verlauf mit unvorhersehbarem Wechsel von Krankheitsexazerbation und Remission aus. Oftmals lassen sich die erhobenen klinischen Befunde nicht eindeutig einem Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa zuordnen.
Analyt 1 Antikörper (IgA) gegen Saccharomyces cervisiae
Indikation Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:100
Bewertung Der Test zeigt eine Sensitivität für Morbus Crohn von ca. 60% und eine Spezifität von ca. 90%. Ein negativer Test schließt das Vorliegen eines M. Crohn jedoch nicht aus.
Differenzialdiagnosen Entzündliche Darmerkrankungen
Analyt 2 Freie Antikörper gegen neutrophile Granulozyten (atyp. pANCA, xANCA)
Indiaktion Chron. entzündliche Darmerkrankungen
Material 0,5ml Serum
Methode IFT
Referenzbereich <1:10
Bewertung Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, M. Chron), primär sklerosierender Cholangitis und autoimmuner Hepatitis lassen sich in einem hohen Prozentsatz MPO-negative pANCA nachweisen (atypische pANCA).
Die Sensitivität des Test im Kollektiv der colitis ulcerosa Patienten beträgt ca. 55%, die Spezifität liegt bei 86%.
Differenzialdiagnosen Entzündliche Darmerkrankungen
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X

Kryoglobulinämie
Die Kryoglobulinämie ist klinisch durch akral betonte, palpable Purpura, Arthralgien, Raynaud-Phänomen, Glomerulonephritis und Neuropathie gekennzeichnet. Kryoglobuline sind in der Kälte präzipitierende Immunglobulinkomplexe.
Analyt Kryoglobuline
Indiaktion Raynaud-Phänomen, akral betonte, palpable Purpura, Arthralgien, Glomerulonephritis, periphere Neuropathie, lymphoproliverative Erkrankungen, chron. Hep B und C.
Material 5ml Serum; Blutentnahme mit (37°C) vorgewärmten Entnahmesystem. Blut bei 37°C gerinnen lassen, bei 37°C Zentrifugieren, dann abseren.
Methode Qualitative Beurteilung der Trübung
Referenzbereich Niedrige Konzentration
Bewertung Kryoglobuline in niedriger Konzentration verursachen gewöhnlich keine klinischen Symptome. Die Menge des Kryoglobulins korreliert nicht generell mit dem Schweregrad der klinischen Symptomatik. Falsche negative Befunde sind möglich, wenn die Serumgewinnung nicht bei 37°C erfolgte.
Differenzialdiagnosen Raynaud-Phänomen, akral betonte, palpable Purpura, Arthralgien, Glomerulonephritis, periphere Neuropathie
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X

Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Der Krankheitsbeginn ist oft plötzlich, mit Schmerzen in den kleinen Finger- oder Zehengelenken. Es können auch andere Gelenke betroffen sein, insbesondere Hand-, Knie-, Schulter, Fuß- und Hüftgelenke. Die betroffenen Gelenke schwellen an und sind überwärmt. Eine symmetrische Synovitis der stammfernen Gelenke ist typisch aber nicht zwingend. Morgens sind diese Symptome meist am stärksten ausgeprägt; es handelt sich dabei um die symptomatische Morgensteife. Im Krankheitsverlauf werden immer mehr Gelenke befallen.
Analyt 1 Rheumafaktor
Indiaktion Entzündlich, degenerative Gelenkerkrankungen
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <25U/ml
Bewertung Deutlich erhöhte Werte treten vor allem bei rheumatoider Arthritis, Sjögren-Syndrom und systemischen LE auf. Niedrige Werte werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen gefunden.
Differenzialdiagnosen Chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen
Analyt 2 Anti-CCP
Indikation Entzündlich degenerative Gelenkerkrankungen
Material 0,5ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <5U/ml
Bewertung Anti-CCP Antikörper besitzen eine hohe Spezifität für die rheumatoide Arthritis. Sie kommen unabhängig von Rheumafaktoren vor. Die parallele Bestimmung von beiden Antikörper erhöht somit die serologische Trefferquote bei Rheuma-Patienten.
Differenzialdiagnosen Chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen
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X

Diabetes mellitus Typ 1
Beim Diabetes mellitus werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden: Der Typ 1 und der Typ 2 Diabetes. Der Typ 1 Diabetes (etwa 3-5% aller Diabetesfälle) entwickelt sich aufgrund einer Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse.
Analyt 1 Inselzellantikörper (ICA)
Indikation Suchtest bei Verdacht auf Typ 1 Diabetes mellitus
Material 0,5 ml Serum
Methode

IFT

Referenzbereich <1:5
Bewertung positiv  Titer >1.5
Differenzialdiagnosen V.a. Diabetes mellitus Typ 1
Analyt 2 Glutamat-Decarboxylase (GAD-65)
Indikation Suchtest bei Verdacht auf Typ 1 Diabetes mellitus
Material 0,5 ml Serum
Methode

EIA/ ELISA

Referenzbereich < 5 U/ml  Grauzone: 5-10 U/ml
Bewertung erhöhte Antikörper >10 U/ml
Differenzialdiagnosen V.a. Diabetes mellitus Typ 1
Analyt 3 Tyrosin-Phosphatase (IA2)
Indikation Suchtest bei Verdacht auf Typ 1 Diabetes mellitus
Material 0,5 ml Serum
Methode EIA/ ELISA
Referenzbereich <10 U/ml
Bewertung erhöhte Antikörper >10 U/ml
Differenzialdiagnosen V.a. Diabetes mellitus Typ 1
Analyt 4 Insulin Autoantikörper (IAA)
Indikation Bedeutung als Suchtest bei V.a. Typ-1 Diabetes mellitus (nur sinnvoll bei Insulin-naiven Patienten); Bei bereits etablierter exogener Insulintherapie Bedeutung bei V.a. inadäquater Insulinwirkung (Testung auf IgG Antikörper gegen Insulin)
Material 0,5 ml Serum
Methode EIA/ELISA
Referenzbereich < 2,4 U/ml
Bewertung erhöhte Insulinautoantikörper >2,4U/ml
Differenzialdiagnosen_A V.a. Typ-1 Diabetes mellitus
Differenzialdiagnosen_B erhöhte IAA-Antikörper  können sowohl mit einer Insulinresistenz (hoher Insulinbedarf einerseits) und plötzlichen, unerklärten Hypoglykämien andererseits einhergehen.
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X

Morbus Addison, Polyendokrines Autoimmun Syndrom (PAS)
Der Nachweis von Autoantikörper gegen  Nebennierenrinde, ist sinnvoll  bei V.a. eine Nebennierenrindeninsuffizienz. Beim Polyendokrinen Autoimmun Syndrom ist ein autoimmun bedingter Morbus Addison häufig verknüpft mit Erkrankungen der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, des Pankreas (Typ-1 Diabetes) und oder einer perniziösen Anämie
Analyt Autoantikörper gegen Nebennierenrinde
Indiaktion V.a. Morbus Addison, V.a. Polyendokrines Autoimmun Syndrom (PAS)
Material 0,5 ml Serum
Methode

IFT

Referenzbereich < 1:5
Bewertung positiv Titer >1:5
Differenzialdiagnosen Erhöhte Autoantikörper bei Morbus Addison
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Zirkulierende Immunkomplexe (CIC) und Krankheitsassoziation
Zirkulierende Immunkomplexe entstehen bei der körpereigenen Immunabwehr gegen endogene oder exogene Antigene wie Viren oder Bakterien. Übersteigt die Menge der gebildeten Immunkomplexe die Aufnahmefähigkeit der Phagozyten, können CIC im Serum nachgewiesen werden und sich in Gefäßwänden und Organen (z.B. Glomerulonephritis)  ablagern und das Komplement- und zelluläre Immunsystem aktivieren.
Analyt 1 zirkulierende Immunkomplexe (CIC)
Indikation Verlaufs- und Therapiekontrolle bei Immunkomplexkrankheiten
Material 0,5 ml Serum
Methode ELISA
Referenzbereich <20 U/ml
Bewertung erhöhte CIC finden sich insbesondere bei: Autoimmunerkrankungen, Infektionserkrankungen, Glomerulonephritis, hämatologischen Erkrankungen, chronischen Hepatopathien, Medikamenteneinnahme, Serumkrankheit, Mukoviszidose.
Differenzialdiagnosen

Der Nutzen der Bestimmung zirkulierender Immunkomplexe liegt hauptsächlich in der Verlaufsbeobachtung und der Therapiekontrolle von Immunkomplexkrankheiten.

 

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