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Molekulare Diagnostik

Molekulare Diagnostik von Tumorbiopsien

Die molekulare Diagnostik gewinnt in den letzten Jahren durch die Identifizierung prognostischer und prädiktiver Markern zunehmend an Bedeutung für die Therapie und den Verlauf neuroonkologischer Erkrankungen. Durch unseren translationalen Forschungsansatz stellen wir sicher, dass in diesem rasant wachsenden Wissenschaftsfeld neueste klinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse zügig für die diagnostische Krankenversorgung weiterentwickelt und umgesetzt werden. Dadurch können wir Ihnen aktuelle und klinisch relevante Untersuchungen internationalen Standards anbieten.

Folgende molekularpathologische Untersuchungen und diagnostische Biomarkerbestimmungen werden am Institut durchgeführt:

I. Deletion von 1p/19q in Oligodendroglialen Tumoren
Der kombinierte Verlust der Chromosomenarme 1p und 19q (1p/19q Ko-Deletion) bei oligodendroglialen Tumoren (Oligodendrogliome oder Mischgliome wie Oligoastrozytome) korreliert mit der Sensitivität gegenüber Radio- und Chemotherapie und ist mit einer günstigeren Prognose des Krankheistverlaufes assoziiert. Die derzeitige Datenlage zeigt, dass die Bestimmung des 1p/19q Status sowohl als prognostischer als auch prädiktiver Marker bei oligodendroglialen low- und high-grade Tumoren dienen kann (1,2). Am Institut wird der 1p/19q Status über die Methode der „Fluoreszenz in situ Hybridisierung“ (FISH) an Formalin fixiertem und Paraffin-eingebettetem Material mit repräsentativen Tumoranteilen bestimmt. Die Einsendung konstitutiver Referenz-DNA („EDTA-Blut“) ist nicht erforderlich.

II. MGMT-Promotormethylierung
In mehreren Studien wurde eine Korrelation des MGMT-Promotor-Methylierungsstatus in Glioblastomen und anaplastischen Gliomen mit dem Ansprechen auf eine Chemotherapie mit DNA-alkylierenden Reagenzien (wie z.B. Temozolomid) nachgewiesen (prädiktiver Marker) (3,4). Am Institut verwenden wir die Methode der Methylierungs-spezifischen PCR (MSP) zur Bestimmung des Methylierungsstatus des MGMT-Promotors. Hierzu benötigen wir Formalin fixiertes und Paraffin-eingebettetes Material mit repräsentativen Tumoranteilen.

III. IDH1/IDH2-Mutationen
Punktmutationen im IHD1-Gen (R132) und seltener im IDH2-Gen (R172) werden bei der Mehrzahl der primären astrozytären, oligodendroglialen und oligoastrozytären Tumore sowie sekundären Glioblastome gefunden (5,6). Bei primären Glioblastomen finden sich diese Mutationen nur in einer kleinen Patienten-Gruppe und sowohl bei primären Glioblastomen als auch bei anaplastischen Gliomen sind diese Punktmutationen mit einer besseren Prognose korreliert. Die Mutationsanalyse von IDH1/IHD2 erfolgt an unserem Institut über DNA-Sequenzierung der entsprechenden Genabschnitte. Hierzu benötigen wir Formalin fixiertes und Paraffin-eingebettetes Material mit repräsentativen Tumoranteilen.

IV. H3F3A (Histon 3.3)-Mutationen
Punktmutationen innerhalb des H3F3A-Gens (K27, G34), das die Histon 3.3 Variante kodiert, finden sich überwiegend bei Glioblastomen des Kindes- oder jungen Erwachsenenalters. Punktmutationen im Kodon 27 finden sich praktisch ausschließlich bei Glioblastomen, die in der Mittellinie liegen (7,8). Eine Wildtypsequenz im Kodon 27 und Punktmutationen im Kodon 34 können mit einer besseren Prognose bei Glioblastomen korrelieren (8). Die Mutationsanalyse von H3F3A erfolgt an unserem Institut über DNA-Sequenzierung der entsprechenden Genabschnitte. Hierzu benötigen wir Formalin fixiertes und Paraffin-eingebettetes Material mit repräsentativen Tumoranteilen.

V. VEGFR-2 (Anti-VEGF Therapie)
Neuartige Therapiestrategien richten sich gegen die Blutgefäßversorgung von Tumoren z.B. über Inhibition des VEGF-Signalwegs über neutralisierende anti-VEGF Antikörper (Avastin). Zahlreiche Studien bestätigen die therapeutische Wirkung dieser Strategien in verschiedenen Tumorentitäten (7,8). Eine Vorraussetzung für die Effizienz dieser Therapie ist eine erhöhte Aktivität des VEGF-Signalwegs. Zur Analyse der Aktivität des VEGF-Signalwegs bestimmen wir immunhistochemisch die Expression von VEGFR-2. Hierzu benötigen wir Formalin fixiertes und Paraffin-eingebettetes Material mit repräsentativen Tumoranteilen.

VI. EGFR (Anti-EGF Therapie)
EGFR-Inhibitioren wie Erlotinib oder Gefitinib sind etablierte molekulare Therapiestrategien in verschiedenen Tumorentitäten mit aktivierenden Mutationen im EGFR wie z.B. bei non-small cell lung cancer (NSCLC) (9,10). Eine erhöhte Aktivierung des EGFR-Signalweg über Amplifizierung des Gens oder aktivierende Mutationen (EGFRvIII) wird auch in etwa 1/3 aller Glioblastome beobachtet. Die Analyse der EGFR Expression erfolgt in unserem Institut immunhistochemisch. Hierzu benötigen wir Formalin fixiertes und Paraffin-eingebettetes Material mit repräsentativen Tumoranteilen.

Informationen über Molekulare Diagnostik zum Download als PDF.

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