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Koronarchirurgie

Bedingt durch Arteriosklerose kann es zu einer Verengung der Herzkranzgefäße kommen. Diese Erkrankung führt zu einer unzureichenden Durchblutung des Herzens.

Mittels operativer Eingriffe an den Herzkranzgefäßen kann eine ausreichende Durchblutung des Herzens wieder ermöglicht werden. Das Prinzip der Operation besteht in der Anlage eines Umgehungskreislaufes (Bypass) zu den verengten Koronargefäßen.
 

Diese Therapie wird durchgeführt, wenn durch medikamentöse Behandlung oder eine Dilatation (eine Erweiterung) der Herzkranzgefäße keine ausreichende Durchblutung des Herzens erreicht werden kann.

In der Herzmedizin im Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen wenden wir die Nationalen Versorgungsleitlinien für die chronische ischämische Herzkrankheit an: Patienten mit koronarer Dreigefäßerkrankung und mit Stenose des linken Koronar-Hauptstamms werden der Bypass-Operation zugeführt.

Patienten, die mit akutem Myokardinfarkt in die Klinik eingeliefert werden, profitieren von einer raschen Wiedereröffnung des infarkt-verursachenden Gefäßes, daher führen wir auch im akuten Herzinfarkt Bypass-Operationen durch, wenn in der Herzkatheteruntersuchung eine entsprechende Indikation zur Operation nachgewiesen wurde.

Zur Verbesserung der Koronardurchblutung und zur Verminderung der Herzarbeit sezten wir bei Infarkt-Patienten eine intraaortale Ballonpumpe ein.
Neben der konventionellen Therapie unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine führen wir diesen Eingriff auch am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen Maschine durch, insbesondere bei Patienten mit einem erhöhten Operationsrisiko. In geeigneten Fällen wenden wir auch minimal-invasive Methoden an. Zur Anlage eines Bypass bevorzugen wir körpereigene Arterien.

 

Innere Brustwandarterien (IMA): im Vergleich zur konventionellen Bypass-Versorgung mit Venen vom Bein ist die Bypass-Offenheitsrate bei Arterien deutlich höher (Offenheit von Venenbypässen ca. 50-70 %, von IMA-Bypässen ca. 90 % über zehn Jahre). Daraus ergibt sich über mindestens zehn bis zwölf Jahre ein Überlebensvorteil für Patienten, die mit einer oder zwei IMA versorgt worden sind. In unserer Klinik erhalten 97 % aller Patienten in der Bypass-Operation mindestens eine IMA.

A. radialis (Unteramschlagader): Da der Unterarm und die Hand von zwei Arterien versorgt werden, kann die A. radialis als Bypassgraft entnommen werden. Insbesondere in Kombination mit IMA-Bypässen (komplett arterielle Versorgung) kann so eine exzellente Bypass-Langzeithaltbarkeit erzielt werden.

V. saphena Magna (Unterschenkel-Vene): Da eine Vielzahl von Venen am Bein existieren, kann die V. saphena Magna als Bypassgraft entnommen werden. Wenn die Entnahme beider IMA und / oder der A. radialis nicht möglich ist, setzen wir Venenbypässe ein. Die Entnahme der Venen erfolgt in der schonenden Mehrschnitt-Technik anstelle eines großen Schnittes.

 

Minimal-invasive Koronarchirurgie:Bei Verengung oder Verschluss des Herzvorderwandgefäßes (LAD) kann die Operation über einen kleinen Schnitt am Brustkorb in schonender minimal-invasiver Technik erfolgen (MIDCAB). Eine weitere Möglichkeit der Verringerung der Eingriffsausdehnung ist der Verzicht auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (off pump).Entgegen der in der Vergangenheit vorherrschenden Lehrmeinung führt diese Methode nicht zu einer Senkung des Operationsrisikos.

  

So können Sie Ihre Bypässe schonen:

 

  • körperliche Bewegung
  • Gewichtsnormalisierung
  • Cholesterinspiegel senken
  • Rauchen beenden
  • ASS (Acetylsalicylsäure) 100 mg täglich
Nach der Operation findet in der Regel keine Herzkatheteruntersuchung zur Darstellung der Bypässe statt. Erst bei Auftreten von Beschwerden wird erneut eine Herzkatheruntersuchung durchgeführt. Wir empfehlen eine regelmäßige (1-2 x pro Jahr) Kontrolluntersuchung beim Kardiologen (Belastungs-EKG, Echokardiographie), um eine Unterversorgung der Herzmuskulatur mit bei diesen Untersuchungen zu erkennen.