Ein Unternehmen der RHÖN-KLINIKUM AG
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Oberer Verdauungstrakt

An unserer Klinik wird das gesamte Spektrum bösartiger Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes behandelt.

Speiseröhren- und Magenkarzinom

Speiseröhrenkrebs (das Ösophaguskarzinom) stellt aktuell die vierthäufigste Tumorerkrankung des oberen Gastrointestinaltraktes dar. In Frühstadien kann eine endoskopische Abtragung erfolgen. Hierzu besteht in unserer Zentralen Interdisziplinären Viszeralmedizinischen Endoskopieeinheit (ZIVE) weitreichende Expertise. Bei lokal fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs ist die Operation ein wichtiger Bestandteil der multimodalen Therapie. Die hierzu notwendige chirurgische Entfernung und der Ersatz des erkrankten Speiseröhrenabschnittes setzen eine hohe chirurgische Expertise und Erfahrung voraus. Unsere Klinik gehört zu den ausgewählten Zentren, an denen diese komplexen Eingriffe in großer Fallzahl durchgeführt werden. Standardeingriff ist die abdomino-thorakale Ösophagusresektion mit Ersatz des entfernten Speiseröhrenabschnittes durch einen Magenschlauch oder in Einzelfällen durch einen Dickdarmabschnitt (Koloninterponat). Dieser Eingriff ist in vielen Fällen auch bei bösartigen Tumoren am Übergang der Speiseröhre zum Magen (AEG-Tumoren) erforderlich, kann aber abhängig von der Lokalisation dann auch als Einhöhleneingriff erfolgen.

Auch Magenkrebs (das Magenkarzinom) kann im Frühstadium endoskopisch abgetragen werden. Im fortgeschritteneren Stadium ist abhängig von der Tumorlokalisation die chirurgische Entfernung großer Magenanteile (subtotale Gastrektomie) oder des gesamten Magens (totale Gastrektomie) und der Magenersatz durch Dünndarmanteile erforderlich.

An unserem Zentrum werden sämtliche Tumoroperationen an Speiseröhre und Magen nach individuellen Erfordernissen in roboter-assistierter Schlüssellochtechnik oder laparoskopisch oder konventionell mittels Bauchschnitt durchgeführt.

Die chirurgische Behandlung ist dabei stets interdisziplinär abgestimmt und in ein individualisiertes Therapiekonzept eingebettet, das neben der Operation modernste Konzepte der Chemotherapie und Strahlentherapie beinhaltet.

Refluxkrankheit

Ein weiterer Bestandteil des operativen Behandlungsangebotes ist die Chirurgie der Refluxerkrankung. In enger Zusammenarbeit mit der ZIVE wird mittels detaillierter Diagnostik (pH-Metrie, Impedanzmessung, Manometrie) bestimmt, ob der/die individuelle Patient*in von einer operativen Therapie profitiert.

Die Antirefluxchirurgie beinhaltet die Hiatoplastik (Verschluss einer Zwerchfelllücke), in seltenen Fällen mit Einlage eines Netzes zur Verstärkung der Zwerchfellnaht sowie das Bilden einer Magenfundusmanschette (Fundoplicatio), welche um den Speiseröhre-Magen-Übergang geschlungen wird und so die gestörte Refluxbarriere wiederherstellt. Dieser Eingriff wird routinemäßig in minimal-invasiver oder robotischer Technik durchgeführt.

Speiseröhrendivertikel

Als Alternative zur endoskopischen Versorgung bieten wir die Operation von Divertikeln der Speiseröhre (insbesondere des Zenker-Divertikels) an. Divertikel sind Aussackungen der Speiseröhrenwand, in denen sich Nahrungsbestandteile sammeln und so zu Beschwerden wie Aufstoßen, Erbrechen unverdauter Nahrung und Mundgeruch führen können. Dies kann zu einem hohen Leidensdruck führen. Speiserörendivertikel sind sehr selten (Prävalenz 0,2%), weswegen auch diese Eingriffe an Zentren mit großer Erfahrung in der Speiseröhrenchirurgie erfolgen sollten. Je nach Lokalisation und Größe des Divertikels erfolgt der Eingriff minimal-invasiv oder konventionell offen.

 

Die Sprechstunde für onkologische Erkrankungen unter anderem der Speiseröhre und des Magens findet dienstags und nach Vereinbarung statt. Die Sprechstunde für Refluxerkrankungen findet mittwochs statt.