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Leitung:  Kommisarisch Frau Dr. M. Seipelt

 

Multiple Sklerose und Corona-Virus (Stand: 24.03.2020)


 1. Ist das Risiko für eine Corona-Infektion bei MS erhöht?

 Nein, bei einer Multiplen Sklerose ist das Risiko für eine Infektion mit dem Corona-Virus oder einen schwereren Krankheitsverlauf im Falle einer Corona-Infektion NICHT erhöht.

 2. Ist das Risiko für eine Corona-Infektion unter einer Basistherapie erhöht?

Nein, die Medikamente der Basistherapie - Betaferon, Extavia, Avonex, Plegridy, Rebif, Copaxone, Aubagio, Tecfidera (bei Tecfidera, wenn die Lymphozytenzahlen normal sind) - erhöhen nicht das Risiko für eine Infektion oder einen schweren Krankheitsverlauf mit Corona.

3. Ist das Risiko für eine Corona-Infektion unter einer immunsuppressiven Therapie erhöht?

Ja, die Medikamente der Optimierungstherapie - Tysabri, Gilenya, Ocrelizumab, Mavenclad und Tecfidera (bei Tecfidera, wenn die Lymphozytenzahlen vermindert sind) - können das Risiko für eine Infektion möglicherweise erhöhen. Die bisherigen jahrelangen Erfahrungen haben aber gezeigt, dass das Erkrankungsrisiko für Atemwegsinfekte unter diesen Medikamenten nicht wesentlich höher ist als bei Menschen, die diese Medikamente nicht einnehmen.

Vor jeder Gabe langwirksamer Medikamente wie Ocrevus werden wir das Risiko bei jedem Patienten anhand von klinischen Befunden und Laborwerten individuell einschätzen und, wenn nötig, die Infusion um einige Monate verschieben.

4. Soll das MS-Medikament dann lieber abgesetzt werden?

Nein. Im Falle einer Infektion ist das Risiko für einen MS-Schub höher.
 Deshalb wird dringend davon abgeraten, das MS-Medikament abzusetzen,
 was das Schubrisiko zusätzlich deutlich erhöhen würde.

Sollte jedoch eine Corona-Infektion bestätigt werden, werden wir gemeinsam überlegen, ob es sinnvoll ist, die Behandlung bis zur vollständigen Genesung zu pausieren.

5. Wenn ich ein immunsuppressives Medikament einnehme und einen Arbeitsplatz habe, an dem ich mit vielen Menschen Kontakt habe, kann ich dann krankgeschrieben werden, um mich nicht anzustecken?

Nein. Nur vorsichtshalber und wenn Sie nicht krank sind, können Sie keine Krankschreibung bekommen. Besprechen Sie aber mit Ihrem Arbeitgeber, ob ein Einsatz an einem Platz mit wenig Publikumsverkehr oder im Home Office für Sie möglich ist oder ob Sie vom Arbeitgeber freigestellt werden können.

6. Erhöht eine Kortisonstoßtherapie das Risiko für ein Infektion?

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Kortisonstoßtherapie das Infektionsrisiko erhöht. Die Indikation für eine Schubbehandlung muss deshalb jetzt besonders streng und unter sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung gestellt werden.

7. Wie kann ich mich vor einer Corona-Infektion schützen?

Halten Sie die empfohlenen Hygieneregeln ein, insbesondere häufig Hände waschen, Händeschütteln vermeiden, nicht ins Gesicht fassen, beim Husten oder Niesen ein Taschentuch benutzen und dieses rasch entsorgen, anschließend Hände waschen, häufig lüften, Kontakt mit erkrankten Personen und mit Menschen, die in Risikogebieten waren, vermeiden, große Menschenansammlungen meiden, möglichst wenig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

8. Kann ich sonst noch etwas tun, um gesund zu bleiben?

Da das Risiko für einen MS-Schub auch durch eine "normale" Grippe, die Influenza,
 erhöht wird, wird für alle MS-Patienten dringend zu regelmäßigen einmal jährlichen Grippeschutzimpfungen geraten.
 Auch die diesjährige Grippesaison ist noch nicht zu Ende und eine Impfung ist auch jetzt noch sinnvoll.

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten:

https://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/erhoehtes-risiko-fuer-coronavirus-infektion-bei-ms/

https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/dmsg-aktuell/news-article/News/detail/das-coronavirus-und-multiple-sklerose-ms-was-sie-wissen-muessen/?no_cache=1&cHash=b0f2386698678d41f9229d6c650d298b

 

Mit allen guten Wünschen, dass Sie gesund bleiben,
herzliche Grüße von

Maria Seipelt

 

Herzlich willkommen im Zentrum für Neuroimmunologie!

Neuroimmunologische Spezialambulanz mit Infusionsambulanz
Klinisches Prüfzentrum Multiple Sklerose

Anmeldung:

 06421/58-64845

Sprechstunde:

Mo.-Fr. 8:00-12:00 Uhr, Mo. 14:00-16:00 Uhr, Di. 14:00-16:00 Uhr, Do. 14:00-16:00 Uhr 
Sozialmedizinische Beratung MS an jedem ersten Mittwoch im Monat 16:00-18:00 Uhr (Fr. I. Bechen, Dipl. Sozialarbeiterin, DMSG Hessen)

Zielgruppe:  

Mitarbeiter:  Dr. M. Seipelt (Fachärztin), D. Hartmann (Ärztin), Dr. M. Kneffel (Assistenzarzt), A. Tan Celik (Studienkoordinatorin), A. Hehenkamp (MTA), K. Schlegel (MTA), I. Beaupain (MTA)

Anmeldung, Terminvereinbarung:
Telefonnummer: 06421/58-64845 (Frau Hoffmeyer)

Rezepte:

Telefonnummer: 06421/58-65205 (Frau Lauer)

Erkrankungen und Leistungszahlen
Neuroimmunologische Erkrankungen sind Autoimmunerkrankungen des Nervensystems oder des Muskels. Zu ihnen gehören die

  • Multiple Sklerose
  • Myasthenia gravis
  • Entzündliche Polyneuropathien (z. B. CIDP, Lewis-Sumner Syndrom, MMN)
  • Dermatomyositis und Polymyositis
  • Sowie einige andere seltene Autoimmunerkrankungen mit neurologischer Beteiligung (z. B. Autoimmunenzephalitiden (z. B. anti-NMDAR), Vaskulitis, SLE, M. Wegener)

Diese Erkrankungen stellten eine große Gruppe neurologischer Erkrankungen dar, die in den allermeisten Fällen wirksam und dauerhaft behandelt werden können.

In der neuroimmunologischen Ambulanz werden im Jahr etwa 3.400 ambulante Sprechstundentermine und Infusionsbehandlungen durchgeführt. Darüber hinaus besteht am Zentrum ein international anerkanntes Klinisches Prüfzentrum für Multiple Sklerose, CIDP und Myasthenia gravis. In diesem Rahmen arbeiten wir an der Verbesserung der Therapiemöglichkeiten in diesen Bereichen aktiv mit.

Versorgungsangebote

  • Individuelle Diagnosestellung und Therapieberatung bei Multipler Sklerose und der Frühform CIS (klinisch-isoliertes Syndrom), sowie bei Myasthenia gravis und CIDP, inkl. Zweitmeinung
  • Individuelle Therapieeinstellung und Begleitung
  • Schubtherapie der MS mit Cortison und Plasmapherese (Blutwäsche in Zusammenarbeit mit der Klinik für Nephrologie)
  • Infusionstherapien mit Immunglobulinen, Natalizumab, Rituximab und Mitoxantron bein MS, Myasthenia gravis und CIDP
  • Liquoruntersuchungen
  • EMG/NLG
  • Computertomografie und Magnetresonanztomografie (in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Neuroradiologie und Radiologie)
  • Thymektomie bei Myasthenia gravis (in Zusammenarbeit mit der Klinik für Chirurgie)
  • Sozialmedizinische Beratung bei Multipelr Sklerose (in Zusammenarbeit mit der DMSG Hessen)
  • Teilnahme an klinischen Studien nach Arzneimittelgesetz, Phasen II-IV