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Parasitärer Zwilling (TRAP)

Die Twin Reversed Arterial Perfusion-Sequenz (kurz TRAP-Sequenz), die auch als Acranius-Acardius oder parasitärer Zwilling bezeichnet wird, gilt als schwerste Fehlbildung bei eineiigen Zwillingen mit gemeinsamer Plazenta. Hierbei kommt es in den ersten Wochen der Schwangerschaft zu einer verminderten Versorgung der oberen Körperhälfte des eines Kindes. Häufig fehlen dadurch Kopf und Herz. Der kranke Zwilling wird nur über Gefäßverbindungen im Mutterkuchen vom gesunden Kind mit Blut versorgt und dieser ist nicht lebensfähig. Hierdurch kann es jedoch zu einer immensen Kreißlaufbelastung für das eigentlich gesunde Kind, welche letztlich auch zum Versterben des Kindes im Mutterleib führen kann. Die Herzbelastung kann zusätzlich zu einer gesteigerten Fruchtwasserproduktion führen, was zu vorzeitigen Wehen, Blasensprung und Frühgeburt führen kann.

Um den gesunden Zwilling zu retten kann die Nabelschnur des TRAP-Kindes verschlossen werden. Verschiedene Therapieoptionen, deren Ziel die Unterbrechung der Blutzufuhr zum kranken parasitären Zwilling darstellt, stehen zur Verfügung. Hierbei werden wie bereits ausgeführt fetoskopische von sonographisch gesteuerten Eingriffen unterschieden. Der Eingriff erfolgt üblicherweise in Regionalanästhesie und unter stationären Bedingungen.