Ein Unternehmen der RHÖN-KLINIKUM AG

Kompetenzen

 

Die Klinik für Strahlentherapie Marburg deckt mit ihren Behandlungsmöglichkeiten das gesamte Spektrum der Strahlentherapie bösartiger und gutartiger Erkrankungen ab.
 

Bildgesteuerte Strahlentherapie (IGRT)

Bei der bildgesteuerten Strahlentherapie (Image Guided Radiotherapy, IGRT) überprüfen wir Ihre Lagerung unmittelbar vor jeder Bestrahlung. Dazu nutzen wir integrierte Röntgenbildgebung oder ein direkt am Bestrahlungsgerät eingebautes sogenanntes Cone-Beam-CT. Bei Bedarf passen wir Ihre Position millimetergenau an. So wird eine besonders präzise Therapie möglich: Sicherheitssäume können verkleinert und gesundes Gewebe noch besser geschont werden. In manchen Fällen passen wir den Bestrahlungsplan auch im Verlauf der Therapie an, zum Beispiel wenn sich ein Tumor deutlich verkleinert hat. Man spricht dann von adaptiver Strahlentherapie.

Adaptive Radiotherapie mit Ethos

Ab Ende 2026 erweitern wir unser Angebot um das KI-gestützte Bestrahlungssystem Ethos. Damit kann der Bestrahlungsplan bei jeder einzelnen Sitzung an Ihre tagesaktuelle Anatomie angepasst werden, zum Beispiel an eine veränderte Füllung von Blase oder Darm oder an einen kleiner gewordenen Tumor. Noch während Sie auf dem Behandlungstisch liegen, wird auf Basis der aktuellen Bildgebung ein optimierter Plan berechnet und von unserem Team geprüft. So wird die Bestrahlung noch präziser und das umliegende gesunde Gewebe noch besser geschont.

Stereotaktische Strahlentherapie

Die stereotaktische Strahlentherapie verbindet hochauflösende Bildgebung mit einer hochpräzisen Bestrahlungsplanung. Ziel ist es, sehr hohe Strahlendosen in nur einer oder wenigen Sitzungen zu verabreichen (Radiochirurgie). Eingesetzt wird sie vor allem bei klar abgrenzbaren Tumoren des zentralen Nervensystems, etwa gutartigen und bösartigen Hirntumoren, Hirnmetastasen, Gefäßfehlbildungen oder funktionellen Erkrankungen. Zunehmend kommt die stereotaktische Radiotherapie auch bei Tumoren des Körperstamms zum Einsatz, beispielsweise in Lunge, Leber oder Knochen.

Volumenmodulierte Rotationsbestrahlung (VMAT / RapidArc)

Die volumenmodulierte Rotationsbestrahlung ist eine Weiterentwicklung der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT). Während das Bestrahlungsgerät kontinuierlich um Sie rotiert, werden Einstrahlrichtung, Feldform und Dosis fortlaufend dynamisch angepasst. Das Bestrahlungsfeld schmiegt sich so optimal an die Konturen des Tumors an: Der Tumor erhält gezielt eine hohe Strahlendosis, während die umliegenden Risikoorgane bestmöglich geschützt werden. Ein weiterer Vorteil für Sie: Die tägliche Behandlungszeit verkürzt sich deutlich.

Atemgesteuerte Bestrahlung (Atem-Gating)

Viele Organe bewegen sich im Rhythmus der Atmung, neben der Lunge zum Beispiel auch die Brust oder die Leber. Die atemgesteuerte Bestrahlung berücksichtigt diese natürliche Bewegung gezielt: Bestrahlt wird nur in bestimmten Atemphasen, wenn sich der Tumor in der optimalen Position befindet. So lässt sich die Dosis, die auf Risikoorgane trifft, minimieren und Nebenwirkungen können reduziert werden. Ob ein Atem-Gating für Sie sinnvoll ist, prüfen wir individuell im Rahmen der Therapieplanung.

Ganzkörperbestrahlung (TBI)

Die Ganzkörperbestrahlung (Total Body Irradiation, TBI) ist Teil der Vorbereitung auf eine autologe oder allogene Blutstammzelltransplantation bzw. Knochenmarktransplantation. Sie kommt insbesondere bei bestimmten Leukämien und beim multiplen Myelom zum Einsatz. Dabei wird der gesamte Körper bestrahlt, um die körpereigenen Blutzellen vor der Transplantation zu zerstören.

Brachytherapie

Anders als bei der Bestrahlung aus der Distanz wird bei der Brachytherapie, einer Form der Kurzdistanzstrahlentherapie, eine umschlossene radioaktive Quelle (z. B. Iridium-192) für kurze Zeit direkt in oder unmittelbar an das Tumorgewebe eingebracht. So erreichen wir eine hohe lokale Strahlendosis bei maximaler Schonung des umliegenden Gewebes. In unserer Klinik setzen wir die Brachytherapie regelmäßig ein, unter anderem bei gynäkologischen Tumoren (z. B. Zervixkarzinom) und beim Prostatakarzinom (z. B. als Seeds-Implantation).

Intraoperative Radiotherapie (IORT)

Die intraoperative Radiotherapie (IORT) ermöglicht eine Bestrahlung noch während der Operation, während Sie in Narkose liegen. Unmittelbar nach der Entfernung des Tumors wird das Tumorbett bestrahlt. Zum Einsatz kommt dabei Elektronenstrahlung mit geringer Eindringtiefe, die ausschließlich das unmittelbare Tumorbett erfasst. So kann in geeigneten Fällen eine mehrwöchige Radiotherapie nach der Operation vermieden werden. In unserer Klinik bieten wir die IORT in ausgewählten Fällen bei Patientinnen mit Brustkrebs an.

Ganzhautbestrahlung (TSRT)

Die Ganzhautbestrahlung (Total Skin Radiotherapy, TSRT) ist eine wirksame Behandlungsmöglichkeit bei Hauttumoren, insbesondere bei Hautlymphomen. In wenigen Sitzungen wird die gesamte Haut bestrahlt und die dort befindlichen Lymphomzellen werden effektiv zerstört. Je nach individueller Anatomie und Befallsmuster schließt sich an die Ganzhautbestrahlung noch eine sogenannte Boostbestrahlung einzelner Körperregionen an (z. B. Fußsohlen oder Handflächen).

Partikeltherapie

Mit dem Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) - Partikeltherapie  bieten an unserem Standort neben der klassischen Photonenbestrahlung auch eine Bestrahlung mit Partikeln (Protonen und Kohlenstoffionen) an. Der Vorteil: Die durch die Partikel übertragene Energie ist höher und lässt sich präziser applizieren als bei der klassischen Photonenbestrahlung. Für ausgewählte Tumorerkrankungen kommt eine Partikeltherapie in Frage. Ob für Sie eine Partikeltherapie oder eine Kombination aus Partikelbestrahlung und Photonenbestrahlung sinnvoll ist, wird in unserer klinikinternen Partikeltumorkonferenz individuell besprochen und entschieden.

Gutartige Erkrankungen

Die Radiotherapie hilft nicht nur bei bösartigen Tumorerkrankungen, sondern kann auch bei gutartigen Erkrankungen sehr wirksam Abhilfe schaffen. Das Spektrum reicht von Arthrose und Gelenkentzündungen über gutartige Tumoren wie Meningeome bis hin zu Gefäßfehlbildungen wie arteriovenösen Malformationen (AVM). Die eingesetzten Techniken unterscheiden sich dabei nicht von denen bei bösartigen Erkrankungen. Auch