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Vollnarkose

Weitere Infos zum Ablauf einer Allgemeinanästhesie...

Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)

Die Allgemeinanästhesie schaltet das Bewusstsein und das Schmerzempfinden im Körper komplett aus. Sie befinden sich in einem schlafähnlichen, schmerzfreien Zustand und erwachen erst, wenn der Eingriff überstanden ist.

Diesen Schlafzustand erreichen wir mit einer Mischung verschiedener Medikamente: z.B. Schmerzmittel, Schlafmittel, Medikamente zur Muskelerschlaffung und zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems. Wir können diese Medikamente auch der Atemluft beimischen (Narkosegase). Die modernen Narkosemedikamente sind gut steuerbar. Ihr Narkosearzt kann die Substanzen so sicher dosieren, dass Sie erst nach Ende der Operation aufwachen.

Nachdem wir Sie an unsere Überwachungsgeräte angeschlossen haben, beginnen wir mit der Narkoseeinleitung. Wir halten Ihnen eine Sauerstoffmaske in die Nähe Ihres Gesichtes, um Ihre Atemluft mit Sauerstoff anzureichern. Gleichzeitig spritzen wir Ihnen über die liegende Venenverweilkanüle die Narkosemittel. Sie schlafen sanft ein. In Ausnahmefällen kann die Narkoseeinleitung auch über das Einatmen eines Narkosegases erfolgen (häufiger bei Kindern und Jugendlichen). Nachdem Sie fest eingeschlafen sind (alle weiteren Maßnahmen entziehen sich nun Ihrer Wahrnehmung!), unterstützen wir zunächst Ihre Atmung mit Hilfe der Gesichtsmaske.

Kurze Eingriffe können in dieser „Maskennarkose“ sicher durchgeführt werden. Bei längeren Operationen werden Sie in der Regel mit Hilfe eines Beatmungsgerätes künstlich beatmet. Hierzu legen wir über Ihren Mund einen Kunststoffschlauch (Tubus) in Ihre Luftröhre ein (Intubation). Unter bestimmten Umständen kann der Atemweg auch durch eine Kehlkopfmaske (Larynxmaske), die wir in Ihrem Rachen platzieren, gesichert werden. Der Beatmungsschlauch oder die Kehlkopfmaske stellen das Verbindungsstück zwischen Ihren Atemwegen und unserem Beatmungsgerät dar. Eine künstliche Beatmung wird so ermöglicht. Gleichzeitig wird der Luftweg vom Speiseweg getrennt. Speichel, Magensaft oder Mageninhalt können nicht in die Lunge gelangen.

Im Verlauf der Operation überwacht Ihr Narkosearzt mit modernsten Geräten die wichtigsten Organfunktionen (Hirn-, Herz-Kreislauf-, Lungen-, Nieren- und Stoffwechselfunktionen). Sie erhalten kontinuierlich Schmerzmittel, Schlafmittel und Infusionslösungen. Der Narkosearzt steuert die Narkose so, dass Sie erst nach Ende der Operation erwachen. Noch in Narkose wird der Beatmungsschlauch oder die Kehlkopfmaske entfernt.

Sollten Sie sich einer größeren Operation unterziehen müssen, oder sollte bei Ihnen aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Narkoserisiko vorliegen, so wird Ihr Anästhesist zur zusätzlichen und umfassenden Überwachung weitere Maßnahmen durchführen. Hierzu können gehören: Anlage einer Magensonde, eines Blasenverweilkatheters, eines zentralen Venenkatheters, eines arteriellen Katheters zur Blutdruckmessung und Laborkontrollen. In der Regel erfolgen diese Maßnahmen in Narkose. Sie dienen Ihrer Sicherheit. Im Rahmen des Vorbereitungsgespräches kann Ihr Narkosearzt erläutern, ob diese „erweiterte Überwachung“ für Sie notwendig ist.

Risiken der Allgemeinnarkose:
Narkosen sind heute sehr sicher. Schwere Narkosezwischenfälle sind selten. Wir garantieren Ihnen einen hohen Sicherheitsstandard durch qualifiziertes Personal und modernste Technik. Nach einer Allgemeinnarkose können Befindlichkeitsstörungen auftreten, die zwar unangenehm sein können aber ungefährlich sind und meist rasch vorübergehen. Hierzu zählen Übelkeit und Erbrechen, erkältungsähnliche Beschwerden im Hals, Entzündungen, Missempfindungen und Blutergüsse im Bereich von Einstichstellen von Kanülen und Kathetern. Zu den seltenen Risiken gehören Verletzungen von Zähnen, Mund und Kehlkopf, sowie Herz-Kreislauf- oder Beatmungsprobleme. Allergische- oder Unverträglichkeitsreaktionen auf eingesetzte Medikamente kommen selten vor. Zu den seltenen Risiken zählt auch der Übertritt von Magensaft oder –inhalt in die Lunge mit der Gefahr einer Lungenentzündung (Nüchternheitsgebot). In sehr seltenen Ausnahmefällen kann es, bedingt durch Lagerung auf dem Operationstisch, zu Gefühlsstörungen sowie Nervenschäden in Armen oder Beinen kommen, die sich meist innerhalb weniger Monate von selbst zurückbilden. Ebenfalls äußerst selten ist eine Entgleisung des Muskelstoffwechsels infolge der Gabe von Narkosemedikamenten, das so genannte „Narkosefieber“ (maligne Hyperthermie).

Im Rahmen des Vorbereitungsgespräches (Prämedikation) wird Ihr Narkosearzt Sie auf Wunsch ausführlich über Ihr individuelles Narkoserisiko aufklären. Bei Bedarf wird er mit Ihnen auch die Risiken einer eventuellen Fremdblutgabe erläutern, und Sie über Möglichkeiten zur Eigenblutspende  aufklären.