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Krankheitsverständnis / Krank durch Stress

Krank durch Stress - ein bio-psycho-soziales Modell

Die Psychosomatische Medizin basiert auf umfangreichen Forschungsergebnissen und Erfahrungen die zeigen, dass sich körperliche und seelische Gesundheit und Krankheit gegenseitig beeinflussen. Eine psychosomatische Behandlung berücksichtigt zusätzlich zu den körperlichen Befunden auch seelische Begleitumstände, Ursachen und Folgen der Erkrankung. Dabei geht es darum, dem Körper nicht weniger, sondern der Seele mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Stress begegnet uns im Alltag in verschiedensten Formen: Zeitdruck und Probleme am Arbeitsplatz (oder der Verlust des Arbeitsplatzes), Konflikte in der Familie, Trennungserlebnisse und Einsamkeit belasten viele Menschen. Solche Belastungen führen ganz natürlicherweise auch zu körperlichen Reaktionen: Herzklopfen, ein flaues Gefühl im Magen oder ein verspannter Nacken zeigen an, dass die innere Balance aus dem Gleichgewicht gerät.

Nicht jeder der Stress hat wird krank. Gelingt es jedoch nicht, das gesunde Gleichgewicht wiederzufinden, können so auf längere Sicht hartnäckige Beschwerden entstehen, für die trotz wiederholter ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache zu finden ist. Bei anderen Menschen kommt es sogar zu ernsthaften körperlichen Schädigungen wie z.B. zu chronischem Bluthochdruck oder zum Herzinfarkt.

Andererseits kann auch eine schwere körperliche Erkrankung eine Belastung darstellen, auf die viele Menschen mit Ängsten, Selbstzweifeln oder Niedergeschlagenheit reagieren. Diese beeinträchtigen das Leben dann manchmal mehr als die körperliche Schädigung selbst.
Auch hier ist oft Hilfe nötig, die nicht nur die Organschädigung „repariert“ sondern dem betroffenen Menschen hilft, die Ängste zu überwinden und wieder eine Perspektive im Leben zu finden.

In solchen Situationen ist es wichtig, die körperlichen, die psychischen und sozialen Faktoren zu gewichten und zu einer Gesamtdiagnose zusammen zu führen. Dafür kann ein Rückblick in die Lebensgeschichte hilfreich sein: Wie sind wir so geworden wie wir sind? Welche alten Prägungen erschweren es uns, aktuellen Herausforderungen zu begegnen, welche Fähigkeiten können uns helfen, für die Zukunft neue Lösungen für belastende Lebenssituationen zu finden? Dies ermöglicht dann - oft erstmals nach langer Zeit - die Einleitung einer Behandlung, die alle notwendigen Faktoren berücksichtigt.