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Intensivmedizin

ECMO-Zentrum Tel.: 06421 586-5987   pdf-Formular zum Download

Die Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie des Universitätsklinikums Marburg ist ein Zentrum für die Therapie von Patienten mit schwerem Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) und als solches an das ARDS Netzwerk angeschlossen. Neben allen modernen Organersatz- und Monitoring-Verfahren steht für die Therapie des ARDS das gesamte Spektrum der maschinellen Beatmungstherapie inklusive der extrakorporalen Organersatzverfahren (ECMO, Extrakorporale Membranoxygenierung) zur Verfügung. Dieses Verfahren ist seit über 25 Jahren in Marburg etabliert.

Das akute Lungenversagen (ARDS, acute respiratory distress syndrome) wird laut Konsensuskonferenz in Berlin 2011 wie folgt definiert (Berlin-Definition):

  • akuter Beginn der Lungenerkrankung (Entwicklung innerhalb einer Woche)
  • bilaterale pulmonale Infiltrate
  • echokardiographischer Ausschluss eines Linksherzversagen
  • Hypoxämie (PaO2/FiO2 < 300 mmHg bei einem PEEP >/= 5 cmH2O) 

Der Einsatz einer ECMO ist bei schweren Verlaufsformen des ARDS indiziert, wenn trotz Ausschöpfung der mechanischen Ventilation sowie supportiver Maßnahmen wie z.B. Lagerungstherapie keine adäquate Oxygenierung erzielt werden kann. Die häufigsten Ursachen eines solchen akuten Lungenversagens sind direkte pulmonale Schädigungen durch z.B. Pneumonie, Aspiration und Inhalationstrauma oder indirekte Lungenschädigungen durch z.B. Sepsis, Polytrauma, Schock,  transfusionsassoziierte Lungenschädigungen (TRALI) oder Pankreatitis.
Voraussetzung für den Einsatz der ECMO ist eine prinzipielle Reversibilität der Grunderkrankung und das Fehlen prognoselimitierender Begleitumstände.

Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums in Marburg ist eines der wenigen ECMO - Zentren für die ARDS Therapie von Erwachsenen in Deutschland. Es steht rund um die Uhr ein interdisziplinäres und hoch qualifiziertes Team aus Intensivmedizinern und Intensivpflegekräften zur Verfügung.

Angebotene Leistungen

  • Lungenprotektive Beatmung nach aktuellen ARDS-Netzwerk-Empfehlungen
  • ECMO (veno-venös, veno-arteriell)
  • Stickstoffmonoxid (NO)-Applikation
  • Lagerungstherapie
  • NIV-Beatmung
  • Intensive Physiotherapie

Wenn ARDS-Patienten trotz Ausschöpfung der maschinellen Beatmungsmöglichkeiten und supportiver Therapiemaßnahmen eine kritische Hypoxämie oder Hyperkapnie entwickeln, können Sie rund um die Uhr unter der Telefon-Nummer 06421 – 58 65987 Kontakt mit unserem ECMO-Zentrum aufnehmen. Unsere erfahrenen Intensivmediziner beraten Sie bei Fragen zur Therapieoptimierung und Übernahme des ARDS Patienten.