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Info für Patienten

 

„Das habe ich mir viel schlimmer vorgestellt“ sagt die 40-jährige Patientin schon wenige Minuten nach dem Eintreffen im Aufwachraum. Noch vor weniger als einer viertel Stunde hatte ihr ein OP-Team der Marburger Universitätsfrauenklinik einen zystischen, glücklicherweise gutartigen Tumor aus dem rechten Eierstock entfernt. Zu diesem Zeitpunkt lag sie noch in Vollnarkose auf dem OP-Tisch, angeschlossen an zahlreiche Überwachungsgeräte, die der zuständige Anästhesiefacharzt aufmerksam beobachtet hat. Ein Routinefall für ihn. „Eine Allgemeinanästhesie ohne Besonderheiten“, stellt er hinterher fest. Für ihn ja, für die Patientin dagegen nicht. „Ich habe mir wirklich tagelang große Sorgen gemacht, ob und wie ich das überstehe“, meint unsere Patientin einige Stunden später auf ihrem Zimmer. Vor ihr steht bereits ein Frühstuck, das ihr die Schwestern der Station zurückgelegt haben. Davon ist schon bald nicht mehr viel übrig. „Wirkliche Sorgen habe ich mir gemacht und jetzt sitze ich da und kann sogar schon wieder ganz normal essen und trinken.“ Von der unsäglichen Übelkeit nach ihrer letzten Operation vor knapp 10 Jahren, an die sich die Patientin noch mit Schaudern erinnert, dieses Mal nicht die geringste Spur! „Ich habe dieses Problem dem Narkosearzt berichtet und er hat mir versprochen, gleich während der Narkose etwas dagegen zu tun“. Diese Rechnung scheint aufgegangen zu sein. „Wenn ich mit meinem Frühstück fertig bin möchte ich mit meinem Mann aufstehen und ein wenig auf dem Gang umherlaufen.“ Die Patientin wirkt erleichtert und gelöst. Man sieht ihr an, dass ihr ein großer Stein vom Herzen gefallen ist.

 

Warum Sie bei uns sicher sind - weil wir Ihre Sorgen ernst nehmen!
„Die meisten Patienten können wir mit unseren Anästhesieleistungen positiv überraschen“, stellt dann auch Prof. Dr. Hinnerk Wulf, der Direktor der Marburger Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin fest. Wir bekommen immer wieder ein positives Feedback, wenn wir in regelmäßigen Abständen unsere Patienten am Tag nach der Narkose um ihre Einschätzung fragen.“ Ausschlaggebend dafür sei, dass mittlerweile viele Abläufe und Arbeitsprozesse auf die Wünsche und Erwartungen der Patienten abgestimmt sind. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Durch zahlreiche Patientenbefragungen, die auch in entscheidendem Maße hier in Marburg durchgeführt wurden, weiß man nun viel genauer, was Patienten von der Narkose erwarten. Es sind doch meist immer wiederkehrende Anliegen und Befürchtungen, mit denen sich Patienten vor einer bevorstehenden Operation auseinandersetzen. Gerade Patienten, die zum ersten Mal in ihrem Leben operiert werden, können sich oft nur schwer vorstellen, wie eine Allgemeinanästhesie abläuft. Aber eben genau dieses Wissen schafft bei den Patienten Vertrauen. Und das ist einfach unabdingbar, wenn man sich bei der Narkoseeinleitung dem Team aus Anästhesiepflegekraft und Anästhesist gleichsam in die Hände legt. „Bei der Vermittlung von Wissen über die Arbeitsabläufe bei einer Anästhesie und über die Aufgaben des Anästhesisten haben wir noch gehörige Arbeit zu leisten“, stellt auch Prof. Dr. Leopold Eberhart fest. Er beschäftigt sich zusammen mit seiner Arbeitsgruppe seit vielen Jahren mit der Verbesserung des Patientenwohlbefindens in der Phase vor, während und nach der Narkose. „Zum Beispiel glaubt fast die Hälfte der Patienten noch, dass der Anästhesist nach der Einleitung der Narkose den Operationssaal verlässt und sich nicht mehr weiter um den Patienten kümmert“, zitiert er eine aktuelle Umfrage, in der Patienten zu ihrem Wissen zum Berufsbild des Anästhesisten befragt wurden. Dabei ist in Wirklichkeit natürlich für jeden Patienten während der gesamten Zeit der Narkose ein Anästhesiearzt präsent, der von einer Anästhesiepflegekraft unterstützt wird. Für dieses Anästhesieteam steht zusätzlich noch ein Oberarzt jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Zudem wird der Patient von zahlreichen Monitoren und Sicherheitsgeräten anhand von ca. 30 Merkmalen in Sekundenabständen überwacht. Der Anästhesist reagiert auf kleinste Veränderung nicht nur von Blutdruck und Puls, sondern auch von Schlaftiefe, Schmerz, Entspannungsgrad der Muskulatur, Sauerstoffversorgung, Dosierung der Narkosemedikamente, Herzleistung und vieles mehr. Immer neue Überwachungstechniken werden in Marburg angewandt, zuletzt wurde die durchgängige Messung des intraoperativen Blutverlustes, also der Blutarmut des Patienten über einen einfachen unblutigen Fingerclip eingeführt.

„Durch unsere modernen Überwachungstechniken haben wir ein Sicherheitsnetz aufgebaut, das seinesgleichen sucht“ betont auch Prof. Dr. Wulf. Um diesen hohen Standard aufrecht zu erhalten, arbeiten wir mit den gleichen Techniken, wie sie in der Luftfahrt üblich sind. Bereits die kleinsten Fehler und Unzulänglichkeiten sollen durch ein Meldesystem erfasst werden, sodass wir schnell Konsequenzen ziehen können. Damit befinden wir uns in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der aber niemals abgeschlossen ist. „Denn“, so betont Prof. Dr. Wulf, „wer sich auf dem Erreichten ausruht, macht bereits den ersten Schritt zurück.“ Und auch das Arbeiten mit einem Simulator haben sich die Anästhesisten von den Luftfahrtprofis abgeschaut. Derzeit noch provisorisch in einem Seminarraum unterbracht steht „MARVIN“. So heißt der Marburger Full-Scale-Simulator. „Full-Scale-Simulation“ bedeutet nichts anderes, als dass mit der Puppe praktisch jeder auch noch so seltene Notfall lebensecht simuliert werden kann. MARVIN kann lebensechte Geräusche und Töne von sich geben. Um zu „diagnostizieren“, welches Symptom vorliegt, muss er wie ein echter Patient sorgfältig abgehört und abgeklopft werden. Das wichtige Übungsziel – und da sind sich alle MARVIN-Trainer um Oberärztin Dr. Birgit Plöger einig – ist aber die perfekte Abstimmung im Team. So ist der Ton im Behandlungsteam bei einem simulierten schweren allergischen Schock eines Patienten militärisch knapp, aber zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, Hektik käme auf. „Anspannung und volle Konzentration darf niemals in zu großen Stress umschlagen, und diese Fähigkeiten können wir hier perfekt üben“, erklärt Dr. Plöger. Gerade zoomt sie über die von der Fernseh- und Videotechnik des Klinikums installierten Videoanlage nah an den Gruppenleiter heran, der gerade bei MARVIN eine weitere Infusionsnadel anlegt. Kleine Schweißperlen sind auf der Stirn der Anästhesistin zu erkennen, man sieht, dass für sie die Simulation kein Spiel ist, sondern als ständige Übung für den tatsächlichen Ernstfall gesehen wird. „Sehr gut ist alles gelaufen“, ist dann auch das Fazit der erfahrenen MARVIN-Trainerin. Der Patient hätte den schweren Zwischenfall mit 100-prozentiger Sicherheit ohne Schaden überstanden. Und doch wird noch fast zwei Stunden danach heiß über das ein oder andere Detail der Übung diskutiert. Anhand eines Videomitschnitts der gesamten Behandlung lässt sich jedes Detail rekonstruieren und auch der kleinste Fehler aufdecken. „Ein besseres Feedback für die eigene Arbeit kann man sich gar nicht vorstellen, wir sind restlos begeistert“, meint dann auch der teilnehmende Anästhesiepfleger, der das Behandlungsteam vervollständigt hat. Auch die Teilnahme des Pflegedienstes ist von größter Wichtigkeit, denn nur als komplettes Anästhesieteam können wirklich realitätsnahe Übungsbedingungen geschaffen werden.

„Wir sind uns ganz sicher,“ so fasst Prof. Wulf diese aktuellen Entwicklungen zusammen, „dass wir durch die Anleihen bei den Luftfahrtprofis das ohnehin schon geringe Risiko, das eine normale Allgemeinanästhesie derzeit aufweist, noch weiter senken“. Aber schon das bisher Geleistete ist beeindruckend. Kamen noch im Jahr 1920 einer von 2.000 Patienten bei einer Vollnarkose durch eine anästhesiebedingte Komplikation zu Schaden, so hat sich diese Zahl in den 70er Jahren bereits auf 1:20.000 verbessert. Und damit war noch nicht Schluss: Heute zeigen aktuelle Zahlen, dass dieses Risiko noch einmal um den Faktor zehn auf nunmehr 1:200.000 gesenkt wurde. „Damit hat die Anästhesie von allen medizinischen Fächern den mit Abstand höchsten Zugewinn an Sicherheit realisieren können“, erklärt Prof. Dr. Wulf.

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Warum Sie sich auf uns verlassen können - weil wir Ihren Schmerz bekämpfen!

Parallel zu diesen Entwicklungen, die Sicherheit der Anästhesien noch über das erreichte hohe Niveau hinaus zu verbessern, laufen aber auch intensive Bemühungen, die Narkosen insgesamt auch noch deutlich verträglicher zu machen. „Hier haben wir schon viel erreicht“, stellt Prof. Dr. Leopold Eberhart dazu fest. „Das ist nicht zuletzt auch ein großer Verdienst unserer Patienten, die in all den vergangenen Jahren an Befragungen aber auch an klinischen Studien teilgenommen haben.“ Ohne deren Bereitschaft, den medizinischen Fortschritt auch selbst mit zu unterstützen, so ist sich Eberhart sicher, wären wir bei weitem noch nicht so weit. So kann man heute den häufigsten Beschwerden nach Operation und Narkose sehr gut schon vorbeugend begegnen. „Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Kältezittern sind unsere Hauptfeinde“, führt Prof. Eberhart aus. Dabei hat man gelernt, dass diese Beschwerden keineswegs nur vorübergehende Probleme des subjektiven Befindens sind, sondern ernsthaft die gesamt Genesung der Patienten nach einem Eingriff gefährden. Unser Ziel ist daher die möglichst schnelle Wiederherstellung des Patienten. „Bereits bei vielen Patienten erreichen wir schon heute unser Ziel: Und das lautet, dass man schon am Abend der Operation einen frisch operierten Patienten beim Spazieren gehen über den Gang der Station nicht mehr von einem Patienten unterschieden kann, der die Operation noch vor sich hat“.

Schmerzen nach der Operation lassen sich gerade nach großen Eingriffen, wie sie z.B. nach Bauchoperationen mit einem Längsschnitt häufig auftreten, hervorragend mit einem Epiduralkatheter vorbeugen und behandeln. Dabei handelt es sich um ein Regionalanästhesieverfahren, gewissermaßen eine verlängerte örtliche Betäubung. Wird ein solcher Katheter auf Höhe der Brustwirbelsäule angelegt, dann ist die Kraft in den Beinen kaum davon beeinträchtigt und die Patienten können nach der Operation schnell wieder mobilisiert werden. „Das ist enorm wichtig,“ betont Prof. Dr. Hinnerk Wulf, „denn wir wollen die Patienten mit einer Schmerztherapie nicht ans Bett fesseln. Im Gegenteil, je mobiler ein Patient nach seiner Operation ist, desto schneller kann der Patient genesen.“

Um alle speziellen Verfahren der Schmerzbehandlung nach Operationen kümmert sich rund um die Uhr ein speziell dafür ausgebildetes Anästhesieteam, bestehhend aus einem Arzt und einer Anästhesiefachpflegekraft. Deren Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, die Patienten, die mit den verschiedensten Schmerzkathetern und Pumpen versorgt sind, auf den Stationen weiter zu betreuen. „Meine Mitarbeiter leisten hier Enormes, denn die Zahl der zu versorgenden Patienten ist in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen“, bringt es Prof. Wulf dann auf den Punkt. Dennoch sind wir uns alle einig, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, denn jeder Patient, dem wir während seines Krankenhausaufenthaltes starke Schmerzen ersparen können, ist ein Gewinn für uns alle.

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Übelkeit nach der Narkose kann man vermeiden!
Genauso wichtig wie eine gute Schmerztherapie ist es die Probleme mit Übelkeit und Erbrechen möglichst gleich im Keim zu ersticken. Dazu steht dem Anästhesisten eine ganze Palette verschiedener Maßnahmen zur Verfügung, die in abgestufter Form entsprechend des individuellen Risikos eines Patienten eingesetzt werden. So vermeidet man einerseits, dass Patienten unnötig viele verschiedene Medikamente bekommen andererseits kann dann gerade bei Risikopatienten für Übelkeit und Erbrechen eine sehr effektive Kombinationstherapie eingesetzt werden. In den Gesundheitsfragebögen, die Patienten bereits vor dem Narkoseaufklärungsgespräch ausgehändigt bekommen, werden die entsprechenden Informationen erhoben, wie zum Beispiel Vorerfahrungen bei früheren Anästhesien oder die Empfindlichkeit gegen Reisekrankheit. Aus vielen Patientenumfragen ist bekannt, dass die Freiheit von Übelkeit und Erbrechen für die Patienten von großer Bedeutung ist. Aber auch für die schnelle postoperative Rehabilitation spielt dieser Aspekt eine entscheidende Rolle. Moderne Behandlungskonzepte sehen vor, dass die Patienten möglichst schon kurz nach der Narkose wieder trinken und essen können. Begonnen wird damit meist schon im Aufwachraum, wo Patienten bereits Mineralwasser angeboten bekommen. Auch die Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz vor der Operation sollte nicht zu lange sein. Professor Eberhart zieht hier einen passenden Vergleich aus dem Sport heran: „Kein vernünftiger Mensch würde vor einem Marathonlauf fasten. Körperliche Anstrengungen – und eine Operation ist nun einmal eine Strapaze für den Organismus - steht man nun einmal viel besser durch, wenn das Angebot an Nährstoffen und vor allem an Flüssigkeit stimmt“.

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Man muss heute nicht mehr Zittern und Frieren nach der Narkose!

Schließlich und endlich kann man jetzt auch dem früher so häufigen Frieren vor und nach den Narkosen Herr werden. „Auch hier haben wir eine Menge hinzugelernt“, resümiert Prof. Dr. Hinnerk Wulf. Noch vor nicht allzu langer Zeit betrachtete man die Auskühlung der Patienten während der Operation als unvermeidlich. Die Industrie hat aber mittlerweile hocheffektive Wärmesysteme zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um Warmluftgebläse, die angenehm temperierte Luft über spezielle Wärmedecken direkt an die Haut des Patienten blasen. „Die Geräte sind bei uns praktisch im Dauereinsatz und wir können jetzt unsere Patienten von der ersten bis zur letzten Minute wärmen“ freut sich Prof. Eberhart. Ergänzt wird diese Neuerung durch den Einsatz warmer Infusionslösungen. Dieses integrierte Wärmemanagement kommt auch bei den Patienten gut an. Mit wohliger Wärme gleich im OP empfangen zu werden, nimmt den Patienten viel von der Aufregung vor der Operation und vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit.

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Heutzutage muss keiner mehr aufwachen, während der Narkose!
Wir messen, wie tief Sie als Patient schlafen! „Vielen Patienten ist es eine große Beruhigung zu wissen, dass wir uns um diese Aspekte des postoperativen Wohlbefindens aktiv kümmern“, fasst Eberhart seine Erfahrungen zusammen. Dennoch gibt er unumwunden zu, dass auch nach einer optimalen Information der Patienten über den Ablauf einer bevorstehenden Anästhesie bei manchen von ihnen immer noch große Furcht herrscht. Diese ist oft nicht fassbar und mit rationalen Argumenten nicht behebbar. So weisen Patientenbefragungen aus den vergangenen Jahrzehnten übereinstimmend aus, dass etwa ein Drittel aller Patienten Furcht davor haben, entweder aus der Narkose nicht mehr zu erwachen oder aber inmitten der Operation aufzuwachen. Gerade Fälle intraoperativer Wachheit, der sogenannten „Awareness“, wurden in den letzten Jahren von der Presse aufgenommen und in nicht immer ganz seriöser Manier ausgeschlachtet. „Solche Fälle gibt es und wir nehmen das Problem sehr ernst“ stellt Prof. Dr. Thomas Frietsch fest. Er ist international bekannter Spezialist für die Messung der Schlaftiefe bei Narkosen und hat zusammen mit dem Klinikdirektor Prof. Wulf erstmalig in Deutschland flächendeckend die kontinuierliche Überwachung der Narkosetiefe in die klinische Praxis eingeführt. „Da es für den betroffenen Patienten ein einschneidendes und katastrophales Ereignis wäre, überwachen wir nun schon seit geraumer Zeit routinemäßig die Gehirnströme unserer Patienten, um das Risiko der intraoperativen Wachheit so gering wie möglich zu halten.“ Dazu werden dem Patienten nach dem Einschlafen mehrere Elektroden auf die Stirn bzw. die Schläfe geklebt und mit einem leistungsfähigen Computer verbunden. Die über ein kompliziertes Verfahren aufbereiteten Gehirnströme werden dann als einfach zu interpretierender Wert angezeigt und können neben zahlreichen anderen Parametern der Narkosetiefe dazu beitragen, die Narkose noch genauer zu steuern. Das ist wichtig, denn auch bei einer tiefen Narkose ist unser Gehirn immer noch aktiv. Prof. Dr. Frietsch illustriert dies am Beispiel einer interessanten Studie, bei der narkotisierten Patienten die Geschichte von Robinson Crusoe über Kopfhörer vorgespielt wurde. Nach der Operation konnte sich kein Patient daran erinnern, während dieser irgendetwas gehört zu haben. Wurden die Patienten allerdings nach ihren spontanen Assoziationen zum Wort „Freitag“ gefragt, fielen den Studienpatienten überzufällig häufig Begriffe wie „Insel“ oder „Palmen“ ein. Kontrollpatienten dagegen, denen während der Operation lediglich Musik vorgespielt wurde, erwähnten viel häufiger Begriffe wie „Wochenende“ oder „letzter Arbeitstag“.

Diese und viele weitere Ergebnisse aus hochrangigen international publizierten Studien faszinieren auch regelmäßig Fachkollegen, die aus dem ganzen Bundesgebiet teilweise aus dem angrenzenden Ausland nach Marburg kommen, um in Kursen und Workshops von den Anästhesieprofis aus Marburg zu lernen. „Dieses lebhafte Interesse ist für uns der beste Beweis, dass wir mit unserem Konzept die richtige Richtung verfolgen“, resümiert Prof. Frietsch als er die Teilnehmerliste des aktuellen, bereits seit Monaten ausgebuchten Workshops durchsieht. „Aber“ und hier wirkt der erfahrene Professor nachdenklich „wir müssen es auch schaffen, unseren Patienten diese Informationen zu übermitteln und das ist schwierig, denn oft bleibt einfach zu wenig Zeit dafür“. Patienten sind im Krankenhaus unter Zeitdruck. Das Internet bietet die Möglichkeit unseren Patienten schon im Vorfeld wichtige Informationen zu geben und damit schon vor dem ersten persönlichen Kontakt ein grundlegendes Vertrauensverhältnis zu schaffen. Deshalb engagiert sich Prof. Frietsch mit Nachdruck bei der Gestaltung und beim Ausbau des Internetangebots der Klinik für Anästhesie. „Wir freuen uns über jede Rückmeldung, die wir von Patienten bekommen“ betont denn auch Prof. Frietsch und das klingt wie ein Appell. „Wir müssen immer noch besser werden – und dazu brauchen wir die Rückmeldung unserer Kunden und Patienten“.

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Auch wenn Sie schwer krank sind - in Marburg kümmern wir uns INTENSIV um Sie!
Wer denkt, Narkoseärzte würden nur im Operationssaal arbeiten, irrt sich. „Zwar sind prozentual gesehen die meisten Mitarbeiter im OP eingesetzt, wo sie für die Patienten aller operativen Fachabteilungen Anästhesien durchführen, doch weitere Schwerpunkte der Arbeit eines Narkosearztes ist auch die Intensivstation, die Schmerztherapie und die Notfallmedizin“, erläutert Prof. Wulf. Dabei ist das Team auf der anästhesiologischen Intensivstation um Privatdozentin Dr. Caroline Rolfes auf Patienten mit schwersten Lungenverletzungen und Lungenerkrankungen spezialisiert. Diese Patienten werden aus dem gesamten Bundesgebiet auf die Intensivstation der Marburger Anästhesisten verlegt. Sehr viele dieser Patienten erleiden ihre Lungenschädigung aber auch im Rahmen einer schweren Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt. „Bei diesem schweren Krankheitsbild versagen oft mehrere Organe gleichzeitig, sodass wir mit verschiedenen Organersatzverfahren versuchen, die gestörte Funktion so lange zu überbrücken, bis der Organismus sich wieder erholt hat“, erklärt Privatdozentin Dr. Rolfes. „Bei der Behandlung dieser Patientengruppe können wir auf eine enorme Erfahrung zurückblicken“, betont sie um im gleichen Atemzug den entscheidenden Beitrag des besonders intensiv ausgebildeten und hoch motivierten Intensivpflegepersonals herauszustreichen: „Die Pflege solcher schwerstkranker Patienten erfordert besonderes Können und viel Erfahrung“. Letztere kommt natürlich allen Patienten zugute, die - manchmal auch nur für kurze Zeit – auf die Station verlegt werden, um nach einer Stabilisierungsphase weiter auf die Normalstation verlegt zu werden.

Daneben schickt sich die Station an unter wissenschaftlicher Leitung von Frau PD Dr. Rolfes deutschlandweites Referenzzentrum für eine neuartige Form der Nierenersatztherapie zu werden. Dabei ist eine Form der Blutwäsche gemeint, die bei einem akuten Ausfall der Nierenfunktion die Aufgaben dieser Organe übernehmen kann. Bislang musste das Blut mit hochwirksamen Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung verdünnt werden. Dies ist mit dem neuen Verfahren jetzt so schonend möglich, dass dem Patienten praktisch alle schädlichen Effekte der Blutverdünnung erspart bleiben. „Das eröffnet ganz neue Optionen bei der Behandlung vieler schwerkranker Intensivpatienten“, freut sich Dr. Caroline Rolfes.

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Wir kommen auch zu Ihnen nach Hause - Unser Notarzt hilft schnell und sicher!

Geht es Ihnen bereits zu Hause schlecht oder erkranken Sie ganz plötzlich, rufen Sie uns unter der Telefonnummer 19222 an und wir stehen binnen Minuten bei Ihnen. Bei schwersten Zuständen wie Herzinfarkt, Hirnschlag, bis hin zur unerwarteten Geburt- unser Anästhesist beherrscht die Notfallbehandlung vor Ort und bringt Sie sicher ins Klinikum. In den letzen Jahrzehnten haben Anästhesisten maßgeblichen Anteil beim Aufbau eines sehr leistungsfähigen Notarztsystems gehabt“, erklärt Oberarzt Dr. Clemens Kill, der ärztliche Leiter des Zentrums Notfallmedizin. Die Marburger Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie ist ganz wesentlich an der Besetzung der verschienen Notarztstandorte in Marburg und in der Region beteiligt. Dass die Marburger Notfallmedizin einen exquisiten Ruf weit über die Landkreisgrenzen hat wird spätestens an der Teilnehmerzahl der hier stattfindenden Notarztschulungen und Kongressen klar. „Aus ganz Deutschland bekommen wir Anmeldungen, so viele, dass wir bei weitem nicht allen Interessenten einen Platz anbieten können“ freut sich Oberarzt Dr. Kill. Ein weiterer Schwerpunkt stellt der Interhospitaltransfer von schwerkranken Intensivpatienten dar. Die Verlegung mit dieser hoch technisierten fahrenden Intensivstation in ein spezialisiertes Zentrum wie die Marburger Uniklinik ist für viele Patienten tatsächlich die letzte Chance. „Hier greifen Notfallmedizin und Intensivmedizin direkt ineinander“ betont Dr. Kill und, so fügt er hinzu, „hier macht es sich doppelt bezahlt, dass wir hier auf erfahrene Anästhesisten und Intensivmediziner als Besatzung zurück greifen können – wir sind einfach ein eingespieltes Team“.

Man sieht also: Narkoseärzte begleiten einen – wenn es hart auf hart kommt – bereits auf dem Weg in das Krankenhaus, vor der Operation beim Informationsgespräch, natürlich im OP selbst bis hin auf die Intensivstation. „Lieber als Patient“, sagt augenzwinkernd Prof. Wulf „begrüßen wir unsere Mitbürger aber auf Informationsständen, wie zum Beispiel bei ´3-Tage Marburg´, der Hessenschau oder in unserem Internetauftritt, wo wir die Leistungsfähigkeit unserer Klinik gerne und erfolgreich nach außen präsentieren können.“

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Funktionen
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Veranstaltungen im UKGM


  • CBASP - Aufbau-Workshop (12 UE)

    Dr. Röttgers (Marburg), PD Dr. Schramm (Freiburg)


    Konferenzraum, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie * Rudolf-Bultmann-Straße 8 * 35039 Marburg

  • NLP-Practitioner, DVNLP

    Dipl.-Pflegewirt Markus Lotz, DVNLP-Lehrtrainer


    10 * Wilhelmstraße 18 * Gießen, Bildungszentrum