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Herzschrittmacher und Defibrillator

Implantierbare elektronische kardiale Geräte

In diesem Bereich erfolgt das Einsetzen und die Nachsorge von implantierbaren elektronischen Geräten, hierzu gehören: implantierbare Ereignisrekorder (Event-Recorder), Herzschrittmacher, Implantierbare Cardioverter Defibrillatoren (ICD), Geräte zur Cardialen Contractilitäts Modulation (CCM/Optimizer®) sowie zur Barorezeptoraktivierung. Diese werden vor dem Hintergrund ungeklärter Synkopen/Ohnmachtsanfällen (Ereignisrekorder) bei dokumentierten langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörungen (Herzschrittmacher), bei dokumentierten zu schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen bzw. einem erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod (ICD´s) oder zur Therapie von Herzmuskelschwäche (3-Kammer Herzschrittmacher und ICD, CCM, Barorezeptoraktivierung) eingesetzt. Die Eingriffe werden in einem unserer modernen Herzkatheterlabore oder in dem in Kooperation mit der Abteilung für Herz- Kinderherz- und Gefässchirurgie genutzten Hybrid-OP durchgeführt. Es werden Aggregate aller Hersteller je nach Bedarf des Patienten implantiert (Biotronik, Boston Scientific, Ela/Sorin, Medtronic, St. Jude Medical) Die meisten Eingriffe können in Lokalanästhesie und unter Sedierung (Betäubung) durchgeführt werden, sollte es erforderlich oder gewünscht sein ist die Möglichkeit einer Vollnarkose stets gegeben. Durchgeführt werden die Eingriffe von erfahrenen Implanteuren aus der Abteilung für Kardiologie sowie der Abteilung für Herz- Kinderherz- und Gefässchirurgie.

Implantierbare Ereignis Rekorder (Event-Recorder)

Herzschrittmacher:
1- und 2- Kammer Herzschrittmacher
3-Kammer Herzschrittmacher (biventrikulärer Herzschrittmacher oder CRT-P)

Defibrillatoren:
1- Und 2- Kammer ICD´s (Implantierbarer Cardioverter Defibrillator)
3-Kammer ICD (biventrikulärer ICD oder CRT-D)
Cardiale Contraktilitäts Modulation (CCM)
Barorezeptorstimulation

Implantierbare Ereignisrecorder:
Diese unter die Haut einsetzbaren Geräte dienen zur Aufzeichnen von Herzrhythmusstörungen (z.B. Pausen oder langsame Phasen, Herzrasen zu schnelle Phasen, Vorhofflimmern). Ein implantierbarer Ereignisrekorder (auch Event Recorder oder Loop-Recorder genannt) hat eine Laufzeit von ca. 3 Jahren. Zum Einsatz kommen diese bei Patienten welche unregelmässige „seltenere“ Beschwerden wie Synkopen/Ohnmachtsanfälle mit Verdacht auf Herzrhythmusstörungen als Ursache haben oder Herzrasen, -klopfen oder Stolpern verspüren.

1- und 2 Kammer Herzschrittmacher
Herzschrittmacher werden bei Patienten mit symptomatischen (Beschwerden verursachenden) langsamen Herzrhythmusstörungen oder bei asymptomatischen (ohne Beschwerden) Patienten mit einem hohen Risiko für Stürze, Ohnmachten oder plötzlichen Herztod durch zu langsamen Herzschlag oder Pausen implantiert (eingesetzt). Die Anzahl der Sonden (stimulierten/wahrgenommenen Herzkammern) richtet sich hierbei nach der zugrundeliegenden Herzrhythmusstörung.

1- und 2 Kammer ICD
Ein Implantierbarer Cardioverter Defibrillator kann das Auftreten von zu schnellen, lebensbedrohlichen Herzkammerrhythmusstörungen erkennen und diese entweder per Überstimulation (Anti-Tachykardes-Pacing) oder per Elektro-Schock beenden. Die Implantation (das Einsetzen) ist bei Patienten indiziert (begründet) die entweder bereits eine solche Herzrhythmusstörung ohne eine behebbare Ursache erlebt bzw. einen sog. überlebten plötzlichen Herztod erlebt haben (Sekundärprophylaxe). Desweiteren werden ICD´s bei Patienten eingesetzt die ein stark erhöhtes Risiko für solche Herzrhythmusstörungen infolge eines Herzinfarktes, bei stark eingeschränkter Pumpfunktion oder bei angeborenen Herzerkrankungen (Primärprophylaxe).

3 Kammer Herzschrittmacher und Defibrillatoren / Geräte zur biventrikulären Stimulation /Cardiale Resynchronisationstherapie (CRT)
Bei diesen Systemen wird eine Sonde in den rechten Herzvorhof, eine in die rechte Herzkammer sowie eine dritte Sonde im Bereich der linken Herzkammer positioniert. Eingesetzt werden diese Systeme zur Verbesserung einer Herzschwäche bei zusätzlich bestehendem Linksschenkelblock. Hierbei besteht eine sog. Asynchronie des Kontraktionsablaufes, welche durch eine zeitlich abgestimmte Stimulation über die beiden Herzkammersonden ausgeglichen werden kann, was dann zu einer Besserung der Herzschwäche führt. Diese Systeme können mit zusätzlicher ICD-Funktion, oder als reines Schrittmachersystem implantiert werden.

Ohne CRT
Mit CRT
Kardiale Kontraktilitäts Modulation (Cardiac Contractility Modulation)

Dieses Verfahren wird zur Verbesserung einer Herzschwäche eingesetzt. Hierbei werden 3 Sonden im Herzvorhof bzw. in der rechten Herzkammer eingesetzt und mit einem sog. Optimizer® welcher wie eine Herzschrittmacher oder ICD implantiert verbunden wird. Hierüber werden sog. „nichtexitatorische“ Impulse (keine Herzschrittmacher Funktion) abgegeben, welche die Kontraktilität (Kraft) des Herzmuskels pos. beeinflussen. Wegen eines hohen Stromverbrauches müssen diese Geräte regelmässig über ein von aussen aufzulegendes Gerät aufgeladen werden. Dies erfolgt zu Hause.

Barorezeptoraktivierung
Die Barorezeptorstimulation ist ein neues Verfahren, bei dem über eine Sonde, welche im Bereich der Halsschlagader aufgebracht wird, elektrische Impulse zur Stimulation der sich dort befindlichen Kreislaufregulatoren abgegeben werden. Diese Sonde ist mit einem Generator verbunden, welcher einem Herzschrittmacher ähnlich ist und unterhalb des Schlüsselbeins positioniert wird. Eingesetzt wird dieses Verfahren zur Therapie eines medikamentös nur unzureichend einstellbaren Bluthochdruckes sowie im Rahmen einer Studie zur Therapie der Herzmuskelschwäche.