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Forschung

Forschung ist eine unabdingbare Voraussetzung für den medizinischen Fortschritt. Die Entwicklung neuer Ansätze für die Diagnostik, Therapie und Prophylaxe von Krankheiten setzt ein zunehmend tieferes Verständnis der Mechanismen von Krankheitsentstehung voraus.

Die Forschung in den wissenschaftlichen Laboren der Gießener Hautklinik widmet sich vor allem der Erforschung von Pilzerkrankungen und den Zusammenhängen zwischen psychischen Faktoren und Hautreaktionen.

Interessenschwerpunkt der Arbeitsgruppe „Mykologie“ (Leiter: Prof. Dr. P. Mayser)  sind die Pathogenitätsfaktoren der Malassezia-Hefen. Diese gehören einerseits zur residenten Flora der menschlichen Haut, sind andererseits aber auch bedeutsam in der Pathogenese häufiger Hauterkrankungen wie der Pityriasis versicolor und dem seborrhoischen Ekzem. M. furfur kann Pigmente und Fluorchrome produzieren, wenn Tryptophan als alleinige Stickstoffquelle angeboten wird. Dieser von uns neu entdeckte Sekundärmetabolismus kann klinische Phänomene der Pityriasis versicolor erklären. Bis heute konnten 18 Verbindungen als Bestandteile dieses Metabolismus isoliert werden, von denen 14 eine bislang unbekannte Struktur aufweisen. Sie zeigen interessante pharmakologische Eigenschaften wie die Fähigkeit zur UV-Protektion, zur spezifischen Hemmung des granulozytären Burst´ sowie zur Induktion von Apoptose in menschlichen Melanozyten. Das zentrale Enzym in diesem Stoffwechselweg konnte in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, Marburg, und dem interdisziplinären Forschungszentrum Gießen (Lehrstuhl Biochemie und Molekularbiologie, Prof. Becker) analysiert und in E. coli überexprimiert werden. Hemmstoffe konnten entwickelt werden, die bei topischer Anwendung zu einer vollständigen Abheilung der Pityriasis versicolor führen. Eine entsprechende Patentanmeldung ist über Transmit erfolgt.  Ein weiteres Patent beinhaltet die Freisetzung antimykotisch wirksamer Substanzen aus unwirksamen Vorstufen durch die Malassezia-Hefen selbst. Da diese Hefen auch bei der Triggerung der atopischen Dermatitis eine Rolle spielen, können hiermit Hauttherapeutika entwickelt werden, die gezielt zu einer Abtötung des Pilzes führen („Targeting“). Ein drittes Projekt umfaßt die Aufschlüsselung der Wirkungsweise von Lithium beim seborrhoischen Ekzem (in Kooperation mit Prof. Runkel, THM Gießen und der Arbeitsgruppe von Prof. Spengler, Institut für anorganische und analytische Chemie der JLU).

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Uwe Gieler und Frau PD Dr. med. Eva Peters (Klinik für  Psychosomatik und Psychotherapie) geht psychoimmunologischen Mechanismen auf Stressreaktionen der Haut nach. Außerdem werden psychische Faktoren bei Juckreiz in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Psychologie (PD Dr. Kupfer) erforscht. Darüber hinaus werden auch klinisch orientierte Forschungsprojekte bei der Untersuchung neuer Therapieverfahren bei dermatologischen und allergologischen Erkrankungen untersucht und Schulungsprogramme für Neurodermitis und Anaphylaxie evaluiert. Die aktuelle Literaturliste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gießener Hautklinik finden Sie in der Literaturdatenbank padnet.