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Forschung

Schwerpunkte in der Forschung

Für die Durchführung kontrollierter klinischer Studien der Phasen II-IV wurde 1996 ein Funktionsbereich Klinische Forschungseinheit (Clinical Research Unit, CRU) mit einer sog. Metabolic Unit eingerichtet (Leiter Prof. Dr. T. Linn). Hier wird ein breites Spektrum spezieller in-vivo Untersuchungsmethoden vorgehalten. Diese Einheit wird zusammen mit dem FB 09 (Prof. Dr. C. Kunz) interdisziplinär betrieben. Es bestehen wissenschaftliche Kontakte zu ähnlichen Einheiten in Rochester und Philadelphia (USA), Mailand und Wien. 

Ein eigener Funktionsbereich wissenschaftlich-medizinische Dokumentation und Informatik (WiMDI, Leiter Andreas O. Schultz) unterstützt alle wissenschaftlichen Aktivitäten der Klinik und bewältigt u.a. die Datenverarbeitung, Webseitenerstellung, verschiedene Datenbankregister.

Weitere diabetologische Forschungsschwerpunkte sind die Autoimmunität bei Typ 1-Diabetes, Insulinimmunologie und Insulinallergie, Risikogene der Hypoglykämie-Wahrnehmung, die Angiogenese Langerhansscher Inseln, Hypertonie und Sekundär¬komplikationen bei Diabetes, Interaktionen zwischen chronischer Pankreatitis und Diabetes sowie Diabetes bei Migranten.

Verschiedene Arbeitsgruppen der Klinik sind mit Projekten im neuen Fachbereich-übergreifenden Forschungsschwerpunkt "Mensch-Ernährung-Umwelt (MEU)" der Justus-Liebig-Universität eingebunden. Osteologische Forschungsprojekte, wie Vitamin-D-Rezeptor-Polymorphismen, Osteoporoseformen, Knochenzell- und Organkultur sowie Wachstumsfaktoreneinflüsse werden i. R. des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Rheumatologie-Osteologie Gießen (FROG) des regionalen Expertenkreises Osteologie (REKO Hessen) sowie des Bereichs Migrantenmedizin betrieben. Andrologische Studien laufen im Verbund mit der European Academy of Andrology Giessen-Marburg und dem Hessischen Zentrum für Reproduktionsmedizin Gießen.

 

AG Karrasch

Unsere Forschungsvorhaben verfolgen das Ziel, die Rolle neuer Gewebshormone (wie beispielsweise der Adipokine) in der (gastrointestinalen) epithelialen Wundheilung auf der einen Seite sowie der (gastrointestinalen) epithelialen neoplastischen Transformation und Tumorentstehung auf der anderen Seite zu charakterisieren. Dabei unterstützen Adipokine die epitheliale Wundheilung durch die Aktivierung von Signaltransduktionsmechanismen in Epithelzellen, deren Induktion die lokalen Restitutionsprozesse fördert. 

Dieselben Signalprozesse können im Rahmen neoplastischer Transformation für den Wirtsorganismus schädigend wirken durch ihre Begünstigung von Tumorwachstum und Metastasierung. 

Die gewonnenen Erkenntnisse werden die Grundlage für neue, gezielte therapeutische Ansätze in der Behandlung (gastrointestinaler) epithelialer Schädigungen legen.

 

AG Linn

Die CRU klinische Forschungseinheit (Clinical Research Unit – CRU) ist ein Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Inneren Medizin mit den Schwerpunkten Diabetes, Stoffwechsel und Ernährungsmedizin. Es werden Projekte der patientenbezogenen Forschung im Rahmen klinischer Studien als auch anwendungsbezogene Grundlagenforschung im Labor für experimentelle Diabetologie und Inseltransplantation durchgeführt. Die Arbeit der CRU wurde durch die Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) und die von Behring-Röntgen-Stiftung unterstützt.

Die Interessen der Arbeitsgruppe richten sich auf den Diabetes mellitus mit Schwerpunkt auf die Biologie des endokrinen Pankreas und die Transplantation Langerhansscher Inseln. Das Verfahren ist bei Typ 1 Diabetes als kurativ anzusehen. Es gibt jedoch langfristig eine Reihe von Bedenken bei der Praxis der Organspende. Daher sind alternative Herangehensweisen zur Regeneration des Pankreas und von seiten der Stammzellforschung erforderlich. Hier befinden sich neue Ansätze mit adulten Stammzellen in Vorbereitung. Die Arbeitsgruppe ist offen für Kooperationsprojekte mit biotechnologischen Unternehmen beispielweise zur Erforschung eines neuen immuntherapeutischen Ansatzes für Typ 1 Diabetes.

Wir verwenden stabile Isotope, um die Kinetik von Metaboliten des Glukose- und Fettstoffwechsels bei Nahrungsangebot und -mangel zu messen. Langsam resorbierte Kohlenhydrate haben einen niedrigen glykämischen Index und sind daher für die enterale Ernährungstherapie interessant. Im Klemmtest wird eine kontrollierte Hypoglykämie herbeigeführt, um die metabolische Gegenregulation bei Diabetikern mit autonomer Neuropathie zu erfassen. 

Ein weiteres aktuelles Arbeitsfeld ist die verminderte männliche Reproduktionsfähigkeit bei metabolischem Syndrom, das mit zwei Projekten in der Klinischen Forschergruppe KFO 181 und im Graduiertenkolleg GRK 1871 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt wird. Außerdem beteiligen wir uns an einer klinischen Studie zu diesem Thema, die von der Exzellenzinitiative des Landes Hessen (LOEWE) gefördert wird.

 

AG Schäffler

Die Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Dr. A. Schäffler befasst sich auf dem Gebiet der Grundlagenforschung mit der Fettgewebsbiologie. Hier wird mit Zellkulturtechniken und molekularbiologischen Techniken die transkriptionelle Regulation der Fettzelldifferenzierung untersucht. Des Weiteren liegt ein Forschungsschwerpunkt auf der Identifizierung und Charakterisierung neuer Fettgewebshormone, der sogenannten Adipokine. Die funktionelle Charakterisierung der Adipokine untersucht Schnittstellen zwischen Metabolismus und Immunsystem. Des Weiteren werden immunmodulierende Effekte von Fettsäuren sowie Untersuchungen zur physiologischen Funktion von Toll-like-Rezeptoren auf Adipozyten untersucht.

Die molekulare und funktionelle Charakterisierung des viszeralen Fettgewebes im Gegensatz zum subkutanen Fettgewebe ist ein weiterer Forschungsansatz. In interdisziplinären Forschungsprojekten werden Effekte von Adipokinen im Bereich von immunologischen und rheumatologischen Fragestellungen erarbeitet (Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. U. Müller-Ladner, Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim.