Ein Unternehmen der RHÖN-KLINIKUM AG

Prof. Dr. rer. med. Karel Kostev

Forschung Tel.: 06421-58-64477 kostev@staff.uni-marburg.de

Curriculum vitae

Akademische Qualifikationen
seit 2020 APL-Professor an der Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Medizin
2015 Habilitation an der Philipps-Universität Marburg für das Fach Experimentelle Gynäkologie
2010 Promotion (Dr. rer. med.) an der Universität Leipzig
1999 Magister Artium der Soziologie, Universität Freiburg i.Br.

Beschäftigung
seit 2001 IQVIA, Frankfurt am Main (Real World Evidence/Epidemiologie)

Auszeichnungen
2018 Alfred-Hauptmann-Preis (für die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der klinischen Epileptologie)
2013 Best Paper Award der GMS German Medical Science

Publikationen
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=kostev+k&sort=date&size=50

Forschungsschwerpunkte

Auf Basis großer bevölkerungsbezogener Real-World-Datenbanken aus der ambulanten und stationären Versorgung in Deutschland untersucht(e) die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Karel Kostev epidemiologische Fragestellungen zur Häufigkeit, zum Verlauf und zur Behandlung gynäkologischer Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Versorgungssituation bei onkologischen Erkrankungen, sexuell übertragbaren Infektionen, Endometriose und Wechseljahresbeschwerden sowie der Zusammenhang zwischen gynäkologischen Diagnosen und psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen. Ergänzend werden Verschreibungsmuster, etwa der Einsatz von Antibiotika in gynäkologischen Praxen, analysiert, um Versorgungsqualität, Über- und Unterversorgung sowie mögliche Optimierungspotenziale in der gynäkologischen Praxis sichtbar zu machen.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Versorgungsepidemiologie chronischer Erkrankungen im Allgemeinen, darunter Diabetes mellitus, Osteoporose, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Demenz, Infektionserkrankungen und onkologische Erkrankungen sowie mit dem Zusammenspiel somatischer und psychiatrischer Erkrankungen. Ziel der Forschung ist es, anhand bevölkerungsbezogener Daten aus dem realen Versorgungsalltag Risikofaktoren, Versorgungslücken und Behandlungsmuster zu identifizieren und so zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung beizutragen.

Ein weiterer Aspekt der Forschung betrifft geschlechtsspezifische Unterschiede in Diagnosestellung, Krankheitsverlauf und Versorgung verschiedener Erkrankungen. Hierbei wird untersucht, inwieweit sich Frauen und Männer bei gleicher Grunderkrankung in Diagnosehäufigkeit, Zeitpunkt der Diagnose, Therapieauswahl oder Behandlungsergebnissen unterscheiden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, geschlechtsspezifische Versorgungsunterschiede sichtbar zu machen und eine zielgerichtetere, an den Bedürfnissen von Frauen orientierte medizinische Versorgung zu unterstützen.