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Ambulante Traumatherapie

Liebe Patient*innen,

wir suchen für eine ambulante Kurzzeittherapie im Rahmen eines Pilotprojekts erwachsene Personen, die wiederholte Gewalt- oder sexuelle Missbrauchserfahrungen im Kindes- und Jugendalter (d. h. vor dem 18. Lebensjahr) durch ihnen nahestehende Personen (z.B. Familienmitglieder) oder Autoritätspersonen (z.B. Erzieher*innen) erfahren haben und aktuell unter den Folgen leiden.


Menschen, die als Kinder oder Jugendliche Gewalt oder Missbrauch erfahren mussten, haben häufig auch noch im Erwachsenenalter psychische Probleme. Eine oft auftretende Folgeerkrankung ist die sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Die PTBS ist eine psychische Erkrankung, die zu starken Belastungen und schwerwiegenden Problemen in vielen Bereichen des Lebens führen kann. Sie äußert sich in verschiedenen Symptomen, dazu zählen:
 

  • Das unwillkürliche Wiederleben des Traumas (z. B. in Form von ungewollten Gedanken, Alpträumen, Flashbacks), das oft durch mit dem Trauma verbundene Reize ausgelöst wird
  • Schlafstörungen
  • Starke Ängste, Schreckhaftigkeit und Nervosität
  • Misstrauen und Vorsicht gegenüber anderen Menschen, sozialer Rückzug
  • Depressive Stimmung, Selbstvorwürfe und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit
  • Reizbarkeit und unkontrollierte Wutausbrüche
  • Selbstschädigendes Verhalten (z. B. Alkohol-/ Drogenkonsum, Selbstverletzung)

Durch die Möglichkeiten moderner Traumatherapie lassen sich viele dieser Beschwerden und auch eine negative Selbstwahrnehmung erfolgreich behandeln. Nicht immer lässt sich vollständige Beschwerdefreiheit erzielen, zumeist aber eine deutliche Besserung.


In unserem Pilotprojekt kommt eine moderne Traumatherapie zum Einsatz, von der wir bereits wissen, dass sie in der Regel die Beschwerden von Patient*innen deutlich reduziert. 

 

Wie profitiere ich von der Teilnahme?

Die Wartezeiten für die ambulante Psychotherapie in unserer Ambulanz sind kurz
Sie bekommen eine speziell für das Krankheitsbild der PTBS entwickelte und wissenschaftlich evaluierte psychotherapeutische Behandlung
Psychologische Interviews zur genaueren Beurteilung der traumatischen Belastungen, des Beziehungserlebens und ggf. weiterer psychischer Erkrankungen…
Sie können an Untersuchungen zu biologischen Stressreaktionen im Körper teilnehmen


Traumafokussierte psychodynamische Therapie

In der traumafokussierten psychodynamischen Therapie wird ein besonderes Augenmerk auf Aspekte der Beziehung gelegt, welche Patient*innen zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu ihren Therapeut*innen gestalten. Die Therapie erfolgt in drei Phasen: Zunächst erlernen die Betroffenen Techniken, um sich zu stabilisieren und innere sowie äußere Ressourcen zu aktivieren, bevor sich den traumatischen Erfahrungen zugewandt wird. In einem zweiten Schritt soll schonend gelernt werden, mit den belastenden Erinnerungen besser umgehen zu können, dabei kommt beispielsweise die sogenannte Bildschirm-Technik zum Einsatz. In der dritten Phase geht um die Reintegration des traumatischen Ereignisses. Reintegration bedeutet dabei nicht, dass den Erlebnissen ihr traumatisierender Charakter abgesprochen wird. Vielmehr geht es darum, diese in die eigene Lebensgeschichte zu integrieren, sodass der Erinnerung die emotionale Kraft genommen werden kann, einem im Alltag einzuschränken und immer wieder zu überwältigen.

 

Kann ich an dem Pilotprojekt teilnehmen?

Sie sind herzlich eingeladen teilzunehmen, wenn Sie 

  • zwischen 18 und 65 Jahren alt sind
  • den Eindruck haben, unter einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden, welche durch ein oder mehrere traumatische Ereignisse in der Kindheit oder Jugend verursacht wurde
  • diesen traumatischen Ereignissen nicht mehr ausgesetzt sind
  • aktuell keine Drogen- oder übermäßig Alkohol konsumieren
  • keine Diagnose einer Borderline Persönlichkeitsstörung oder einer Dissoziativen Identitätsstörung haben
  • aktuell nicht an Psychosen leiden
  • aktuell nicht suizidal sind
  • sich nicht in einer missbräuchlichen Beziehung befinden 
  • sich nicht in einer bereits laufenden psychotherapeutischen Behandlung befinden 
  • in für Sie praktikabler räumlicher Nähe zu uns wohnen 

Interessieren Sie sich für die Teilnahme an unserem Pilotprojekt?
Dann nehmen Sie gerne direkten Kontakt mit unserer Mitarbeiterin Frau Fatima Nöske auf. Sie steht Ihnen auch gerne für Fragen zur Verfügung!

 

Kontakt

Fatima Nöske
M.Sc. Psychologin 
Studienkoordinierung
enhance@psycho.med.uni-giessen.de


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