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Aktuelles

Datum: 31.08.2021

Liebe Herztransplantierte und Angehörige,

im Folgenden finden Sie die Übersetzung der  aktuellen Stellungnahme der ISHLT zu SARS-CoV-2 Impfungen und damit verbundenen Themen. Den Originaltext mit Quellenangaben können Sie im Internet abrufen unter

https://ishlt.org/ishlt/media/documents/ISHLT-AST_SARS-CoV-2-Vaccination_8-13-21.pdf

Bleiben Sie gesund!

Ihr HTx-Team


Gemeinsame Stellungnahme* zur Effektivität von SARS-CoV-2 Impfungen bei Organtransplantierten 13.08.2021 (Auszüge)

*der ISHLT (International Society for Heart and Lung Transplantation) und der AST (American Society of Transplantation)

Die Verbreitung von  SARS-CoV-2 nimmt in einigen Gebieten der Welt ab, insbesondere in denen mit größerer  Impfakzeptanz, während die Aktivität in anderen Gebieten steigt, aufgrund der Deltavariante.
Das Wissen über die Impfantwort bei Transplantierten wächst rasch. Die Rolle, die stärker infektiöse Varianten spielen, ist noch nicht zu bewerten, jedoch ist es wahrscheinlich, dass sie geringer ist, wo mehr Menschen geimpft sind. Da Impfstoffe der Eckpfeiler für die Eindämmung der Pandemie sind, ist das Erreichen einer optimalen Impfantwort gerade bei vulnerablen Menschen, also auch Organtransplantierten,  wichtig. Der aktuelle Wissensstand ist derzeit: 

  • Die Antikörperantwort auf Covid-19-Impfstoffe ist bei Transplantierten vermindert verglichen mit der Gesamtbevölkerung. Allerdings:
    … ist noch unklar, welche Antikörperkonzentration einen Schutz vor SARS-CoV-2 bietet. Daten, die auf Grundlage der Allgemeinbevölkerung erhoben wurden, zeigen eine Korrelation zwischen der Höhe neutralisierender Antikörper gegen SARS-CoV-2 Spikeprotein und symptomatischer Erkrankung.
    … ist der Grenzwert für Schutz vor schwerer Covid-19 Erkrankung deutlich niedriger als der für einen Schutz gegen Erkrankung überhaupt.
    … wird die genaue Feststellung von Antikörper- Schutztitern dadurch erschwert, dass es sehr viele unterschiedliche Tests gibt.
  • Es ist möglich, eine aktive zelluläre Immunantwort in Abwesenheit von Antikörpern zu haben. Dieser Effekt ist nicht einschätzbar.
  • Auch ohne „schützende Antikörpertiter“ besteht wahrscheinlich ein gewisser Schutz gegen schwerere Erkrankung nach erfolgter Impfung.
  • Klinische Effektivitätsstudien bei Organtransplantierten fehlen derzeit
  • Derzeit gibt es Daten, die nahelegen, dass eine dritte Dosis eines mRNA Impfstoffes für Organtransplantierte, die bereits zwei Dosen eines mRNA Impfstoffes erhalten haben, die Antikörpertiter gegen SARS-CoV-2 erhöhen kann. Eine neue, doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie zeigte, dass eine dritte Dosis eines mRNA Impfstoffs, die zwei Monate nach der zweiten Impfung appliziert wurde, die Antikörpertiter, neutralisierende Antikörper und die zelluläre Immunantwort signifikant erhöhte, verglichen mit einer Placebogabe.
  • Die publizierten Daten legen nahe, dass zusätzliche Impfdosen sicher sind und mit akzeptablen Nebenwirkungen einhergehen, ohne Hinweise auf erhöhtes Abstossungsrisiko. Die Zahl der untersuchten Personen ist allerdings gering.
  • Ob bei Transplantierten, die eine schwache Antikörperantwort zeigen, ein Wechsel des Impfstoffes einen Vorteil bringt, ist nicht bekannt.

Empfehlungen:

Basierend auf den oben ausgeführten Informationen empfehlen wir das Folgende, bis weitere Daten verfügbar sind:

  • Alle Organtransplantierten sollten gegen SARS-CoV-2 geimpft werden mit dem vor Ort empfohlenen Impfstoff.
  • Alle Haushaltsmitglieder und engen Kontakte, die für eine Impfung in Frage kommen, sollten gegen SARS-CoV-2 geimpft werden, um das Risiko für die transplantierte Person zu minimieren.
  • Routinemässige Antikörpertestung nach Impfung ist nicht empfohlen.
  • Basierend auf dem derzeitigen Erkenntnisstand empfehlen wir, eine dritte Dosis eines mRNA Impfstoffes zu verabreichen für Transplantierte, die zuvor zweimalig mit einem mRNA Impfstoff geimpft wurden. Dies sollte, bis mehr Daten verfügbar sind, auf die individuelle Situation des/der  Patient*in  abgestimmt sein und im Einklang mit der lokalen Verfügbarkeit von Impfstoff und den lokalen Regularien stehen.

Die Effektivität dieses Vorgehens ist derzeit nicht abschließend zu bewerten. Die Datenlage ist ungenügend, um Antikörpertestungen zu empfehlen als  Entscheidungshilfe für zusätzliche Impfdosen. Der Effekt weiterer Impfdosen von vektorbasierten Impfungen oder anderer Impfungen ist unklar. Die Untersuchung langfristiger Impfantworten und Nebenwirkungen ist wichtig um Unsicherheiten zu klären. Es gibt keine Daten, die derzeit eine Veränderung der immunsuppressiven Medikation vor weiteren Impfungen rechtfertigen. Eine Teilnahme an Studien erscheint, wo immer möglich, sinnvoll. 

Da Covid-19 Varianten noch immer im Umlauf sind und das genaue Ausmaß des Impfschutzes bei Transplantierten unsicher ist, empfehlen wir, sich weiter an die Sicherheitsregeln gegen Covid-19 Infektion zu halten (Mund-Nase-Schutz in der Öffentlichkeit, Abstand halten, häufiges Händewaschen und Vermeiden größerer Menschenansammlungen in Innenräumen). Dies gilt auch für Transplantierte, die zusätzliche  Impfdosen erhalten haben.

Wir empfehlen sich regelmäßig mithilfe seriöser Quellen bezüglich SARS-CoV-2 zu informieren.

Übersetzung: S. Skrzypek


   Datum: 31.05.2021

Aktuelle Empfehlungen zur Impfung herztransplantierter Patienten gegen SARS-CoV2

(in Anlehnung an die Empfehlungen der ISHLT COVID-19 Task Force vom 21.05.2021):

  • Die Impfung gegen SARS-CoV2 wird empfohlen für Herztransplantierte aller Altersklassen, für die zugelassene Impfstoffe vorliegen
  • Die Verträglichkeit der Impfung ist nach jetziger Datenlage bei Transplantierten nicht verschieden von der bei gesunden Personen
  • Es gibt Hinweise darauf, dass - wie bei anderen Impfungen auch - die Immunantwort auf die SARS-CoV2-Impfung bei immunsupprimierten Patienten geringer ausfällt als bei gesunden Personen.
    Es fehlen jedoch noch valide Daten zum tatsächlichen Schutz der geimpften Transplantierten vor schwerer Erkrankung und Tod.
  • Eine routinemäßige Antikörpertestung transplantierter Personen nach der SARS-CoV2-Impfung ist derzeit nicht empfohlen.
  • Insgesamt schätzt die Internationale Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation (ISHLT) die Lage derzeit so ein, dass die Vorteile einer SARS-CoV2-Impfung für Transplantierte überwiegen gegenüber den Risiken.
  • Auch nach erfolgter Impfung sollten Transplantierte die bisherigen Schutzregeln (Hygiene, Abstand, Maske etc.) weiterhin befolgen, solange der tatsächliche Schutz durch die Impfung unklar bleibt.
  • Haushaltsangehörige sollten nach Möglichkeit geimpft werden.
  • Geimpft werden Transplantierte und deren Angehörige durch ihre Haus- oder Kinderärzte oder in Impfzentren. Eine Impfung in unserer HTx-Sprechstunde ist nicht möglich.
  • Einen Nachweis über die Zugehörigkeit zur Gruppe der Organtransplantierten können Haus- und Kinderärzte ausstellen, wo die nötig ist.
    Sollte dies im Einzelfall einmal nicht möglich sein, können Sie sich an Frau Possehn wenden, die unter der bekannten Telefonnummer von nun an wieder erreichbar ist.

Bleiben Sie gesund!

Ihr HTx-Team


Weitere Informationen zum Coronavirus finden sie hier:

Bundesgesundheitsministerium:    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html
Robert-Koch-Institut:                      https://www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK):       http://www.kinderkardiologie.org/