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Carreras Leukämie Zentrum (CLC)

In Anwesenheit von José Carreras wurde am 25. September 2009 das Carreras Leukämie Centrum (CLC) im Universitätsklinikum Marburg offiziell eingeweiht. Zu den mehr als 3,7 Millionen Euro, die in die Spezialstation zu investieren waren, haben die José Carreras Leukämie-Stiftung und die RHÖN-KLINIKUM AG jeweils 1,67 Millionen Euro und der Fachbereich Medizin der Philipps Universität Marburg 0,4 Millionen Euro beigetragen. Dafür sind Laboreinrichtungen und eine 16-Betten-Station mit High-Tech-Infrastruktur entstanden.

Die Kapazität der Spezialstation liegt bei 100 Knochenmarktransplantationen pro Jahr – die Marburger Klinik hält sich mit derzeit 70 bis 85 Transplantationen im deutschen Mittelfeld. 

Die über Doppelschleusen zugänglichen Zimmer sind gegenüber der Außenwelt hermetisch abgeschlossen, zum Beispiel durch spezielle Dichtungssysteme der Fenster. Die Frischluft wird durch HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter – Hochleistungs-Partikelfilter) zugeführt. In den Räumen herrscht permanent ein leichter Überdruck, um den Zustrom von Luft durch die Türen zu verhindern. Und die Wasserhähne sind mit Legionellen-Filtern ausgerüstet, um auch hier den Bakterien den Weg zu versperren. Durch diese Ausstattung verbessern sich die Erfolgschancen erheblich. Denn nach einer Knochenmarktransplantation ist das Immunsystem des Patienten praktisch ausgeschaltet – er steht den Angriffen von Viren, Bakterien und Pilzen völlig schutzlos gegenüber. Neue Medikamente gegen solche Infektionen und neue Krankenhaustechnik haben mit dazu beigetragen, dass sich die Prognose aller Leukämien in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich um 30 Prozent verbessert hat.

Die Besonderheit des Marburger Leukämie-Zentrums im Vergleich zu anderen Zentren, die von der José Carreras Leukämie-Stiftung gefördert werden: Es verfolgt einen translationalen Ansatz, dient also nicht nur entweder der reinen Forschung oder der Verbesserung der Versorgung, sondern der direkten Umsetzung (Translation) der Forschungsergebnisse in die Patientenversorgung am selben Ort.Zu diesem Zweck sind zwei Krankenzimmer der Station mit jeweils zwei Betten als „Clinical Trial Unit“ deklariert, als Forschungszentrum, in dem neue Medikamente in klinischen Studien der Phase I (Prüfung auf Nebenwirkungen) und Phase II (Prüfung der Wirksamkeit) getestet werden. Probanden sind austherapierte Blutkrebs-Patienten, die sich ausdrücklich für diese klinischen Studien und Protokolle zur Verfügung stellen.