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Hämatologie, Onkologie und Immunologie

 

Willkommen auf der Seite der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie!

 

News:

Stammzellentransplantationseinheit im Carreras Leukämie Centrums Marburg ausgezeichnet!

  

Die Nachricht einer Tumorerkrankung ist für jeden Betroffenen häufig so, dass der Grund, auf dem man bisher zu stehen glaubte, wie entzogen wirkt. Viele Patienten sagen, dass sie bei Diagnosestellung das Gefühl gehabt hätten, sich wie im freien Fall zu bewegen. Es ist unsere Aufgabe, Patienten mit Tumorerkrankungen ganzheitlich im Rahmen des Comprehensive Cancer Centers zu betreuen.

Die Aufgabenschwerpunkte der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie liegen zum einen in einer fachspezifischen Patientenversorgung, die sich an den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Erkrankungsentitäten orientiert, und zum anderen in der Weiterentwicklung der Grundlagenforschung mit besonderer Konzentration auf den Mechanismen der Tumorentstehung und Wachstumsregulation sowie der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze.

Darüber hinaus sind wir als Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Immunologie natürlich auch internistisch tätig und betreuen viele Patienten mit nicht bösartigen Erkrankungen aus dem Gebiet der Hämatologie und Immunologie.

Das Gebiet der Hämatologie, Onkologie und Immunologie ist eines der Gebiete, die sich in den letzten zehn Jahren am stärksten in Richtung molekulare Medizin entwickelt hat. Was heißt dies? Erkenntnisse aus der angewandten Molekularbiologie sind für unsere Patienten teilweise so umgesetzt, dass abhängig von den genetischen Befunden die Behandlung der Erkrankung vollkommen unterschiedlich wird. Hauptbeispiel hier sind akute und chronische Leukämien, die auch der Forschungsschwerpunkt unserer Abteilung sind. Wir haben in den letzten Jahren zeigen können, dass beispielsweise bei einer bestimmten Sonderform der akuten myeloischen Leukämie ein Medikament, welches eine vollkommen andere Zulassung besaß, extrem wirksam ist. Dies ist für uns ein Beispiel, wie man das Hauptproblem in der Onkologie, nämlich Entwicklung von Resistenz (Nichtansprechen auf Chemotherapie) überwinden kann: durch molekulare Erkenntnisse.

Diesem Ziel haben sich auch die Forschungsverbünde, die aus unserer Klinik heraus geleitet werden, gestellt. An unserer Klinik angesiedelt ist die Klinische Forschergruppe KFO210 „Genetics of Drug Resistance in Cancer“ sowie zusammen mit der Universitätsklinik Würzburg der Transregio-Sonderforschungsbereich „RAS Signaling in Human Cancer“.

Ein weiterer und sehr bedeutender Schwerpunkt der Klinik ist das Carreras Leukämie Centrum (CLC). Die neue 16-Betten-Station 227 mit höchster High-Tech-Infrastruktur erlaubt hochinnovative klinische Studien und die klassische Patientenversorgung (z.B. mit Stammzellen von verwandten oder unverwandten Spendern). Damit stellt das José Carreras Leukämie Centrum in Marburg eine bestmögliche Versorgung von Leukämiepatienten sicher.

In Anwesenheit von José Carreras wurde am 25. September das Carreras Leukämie Centrum (CLC) im Universitätsklinikum Marburg offiziell eingeweiht. Zu den mehr als 3,7 Millionen Euro, die in die Spezialstation zu investieren waren, haben die José Carreras Leukämie-Stiftung und die RHÖN-KLINIKUM AG jeweils 1,67 Millionen Euro und der Fachbereich Medizin der Philipps Universität Marburg 0,4 Millionen Euro beigetragen. Dafür sind Laboreinrichtungen und eine 16-Betten-Station mit High-Tech-Infrastruktur entstanden. 
 

Im Bereich der Patientenversorgung und der spezifischen Tumortherapie führt die Abteilung eine Reihe klinischer Therapiestudien durch. Die Therapiestudien sind multizentrisch ausgelegt und werden von Marburg aus geleitet und betreut. Darüber hinaus beteiligt sich die Klinik an anderen nationalen und internationalen Therapiestudien.

 

Wir haben es uns, wie oben dargestellt, zur Aufgabe gesetzt, die Tumortherapie in Zukunft zu verbessern. Selbstverständlich nehmen wir an den großen Therapiestudien der deutschen Fachgesellschaften teil. Dieses betrifft auch das Gebiet der allogenen Blutstammzellverpflanzung. Hier hat sich unsere Klinik zu einer der führenden Kliniken in der Region entwickelt.

 

Stammzellentransplantationseinheit im Carreras Leukämie Centrums Marburg ausgezeichnet!

Akute Leukämien und verwandte Blutkrebserkrankungen sind extrem bösartige und oft zum Tode führende Erkrankungen. War die Prognose früher immer extrem ernst, ist die Leukämie u.a. durch den immer breiteren Einsatz der Knochenmark- und Stammzellentransplantation in vielen Fällen heute eine heilbare Erkrankung geworden. 1990 wurde daher Dr. E.D. Thomas der Nobelpreis für die Einführung der Knochenmarktransplantation verliehen. Der Austausch eines gesamten Blutsystems beinhaltet auch, dass ein neues Immunsystem im Patienten installiert wird. Wir wissen heute, dass dem neuen, „frischen“ Immunsystem eine eminent wichtige Rolle bei der Heilung der bösartigen Tumorerkrankung zukommt. Damit wird aber auch klar, dass solche sehr aufwendigen Stammzellentransplantationen nur an Kliniken durchgeführt werden dürfen, welche mit dieser äußerst komplizierten Maßnahme extrem viel Erfahrung haben. Das ist am Carreras Leukämie Centrum in Marburg der Fall. Der weltbekannte Tenor José Carreras litt selber an einer akuten Leukämie, die nur durch eine Stammzellentransplantation geheilt werden konnte. 2009 wurde von ihm das einmalige Carreras Leukämie Centrum in Marburg feierlich eingeweiht. Hier in Marburg sind Leukämien und verwandte Erkrankungen ein Schwerpunkt in der onkologischen Versorgung und in der Forschung. Am Carreras Leukämie Centrum in Marburg, einem Teil des Universitätsklinikums Gießen und Marburg GmbH führt das Team der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Neubauer und Prof. Dr. Andreas Burchert ca. 100 Stammzellentransplantationen (autolog und allogen) pro Jahr durch. Hierbei sind sehr hohe Qualitätskriterien zu erfüllen. Diese Kriterien wurden als international gültige Standards von der Prüforganisation JACIE (Joint Accreditation Committee-ISCT (Europe) & EBMT) festgelegt. JACIE ist eine europäische Organisation, die 1998 von der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) und der International Society for Cellular Therapy (ISCT) gegründet wurde. Ziel ist, Stammzellentransplantationen in höchster Qualität zu gewährleisten. Hierzu werden konkrete Kriterien in Form einer umfangreichen Checkliste von JACIE vorgegeben. Ein gut funktionierendes Qualitätsmanagementsystem ist die Grundlage zur Erfüllung dieser weltweit anerkannten Standards. Die Vorbereitung für diese Akkreditierung lief über viele Jahre. Geprüft wurden alle an der Stammzellentransplantation beteiligten medizinischen Bereiche. Es gibt genaue Vorgaben hinsichtlich der Patientenvorsorge, der Patientenversorgung auf Station sowie der Patientennachsorge. Auch die Spenderauswahl, die Stammzellengewinnung und – Verarbeitung (im Zentrum für Transfusionsmedizin und im Stammzell-Labor) sowie die Spendernachbetreuung unterliegen strengsten auch gesetzlich geregelten Qualitätsmerkmalen entsprechen. Vor allem an die Qualifikation des ärztlichen und pflegerischen Personals werden hohe Anforderungen gestellt. In Verfahrensanweisungen sind Prozess- und Arbeitsabläufe für den klinischen und labortechnischen Bereich sowie Qualitätskontrollen darzustellen und festzulegen. Um die Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen zu optimieren, haben wir dafür auch ein eigenes elektronisches Kommunikationssystem entwickelt, das eine reibungslose Abwicklung der jeweiligen Behandlungsschritte gewährleisten wird. Wir freuen uns, nach vielen Jahren Vorarbeit das Zertifikat für die gemeinsame geleistete Arbeit im Aufbau eines funktionierenden Qualitätsmanagementsystems für die Stammzellentransplantation in Händen halten zu können. Wichtig ist, dass wir in Zukunft damit auch die Kooperationen in Deutschland ausbauen werden, und somit die Behandlung im Carreras Leukämie Centrum natürlich verbessern werden.

 

Interessante Links:

 

Anneliese Pohl Comprehensive Cancer Center Marburg

Forschung & Lehre