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Info für Patienten

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

In der Abteilung Neuroradiologie untersuchen wir hauptsächlich Patienten aus dem Universitätsklinikum. Ambulante Untersuchungen sind aufgrund einer fehlenden Erlaubnis durch die Krankenkassen nur in sehr begrenztem Umfang möglich und dies nur nach Anmeldung aus einer der Polikliniken und Ambulanzen des Uniklinikums.

 

Ihre Untersuchung in der Neuroradiologie

Abhängig von der angeforderten Untersuchung, werden Sie nach der Anmeldung an eines der Geräte weitergeleitet. Dort wird Sie eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter erwarten und Ihnen die Besonderheiten der Untersuchung erläutern.

Ein Arzt spricht mit Ihnen, falls ein Kontrastmittel bei Ihrer Untersuchung eingesetzt werden soll. Man klärt Sie in diesem Fall über Risiken und Nebenwirkungen des Kontrastmittels auf und erklärt, warum man es anwenden sollte. Die Gabe eines Kontrastmittels ist längst nicht in jedem Fall erforderlich und erfolgt nur in den Fällen, bei denen ein diagnostischer Gewinn besteht.

Nach der Untersuchung werden Ihre Bilder in der Regel von zwei Ärzten begutachtet und befundet. Die Medizinisch-Technischen-Röntgen-Assistenten können und dürfen keine Diagnosen stellen. Alle Bilder der Patienten werden routinemäßig in den täglich stattfindenden Fallkonferenzen mit den Ärzten der zuweisenden Fachkliniken besprochen.

 

Untersuchungsmethoden:

  • Computertomographie (CT):

Es steht in der Abteilung ein modernes 128 Zeilen CT Gerät der Firma Siemens zur Verfügung. Die Untersuchung mit diesem Röntgenverfahren ist extrem schnell und liefert sehr hochaufgelöste Bilder des Gewebes und des Knochens.

Nach Bedarf können mit Rekonstruktionen der Aufnahmen die unterschiedlichsten Fragen beantwortet werden.

 

  • Magnetresonanztomographie / Kernspintomographie (MRT):

Die Magnetresonanztomographie kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Die Bilderzeugung funktioniert über Magnetphänomene. Dadurch ist die Untersuchung deutlich zeitaufwendiger als die Computertomographie. Abhängig von der durch die Untersuchung zu klärenden Fragestellung werden unterschiedliche MRT Sequenzen individuell zusammengestellt. Man kann also nicht pauschal sagen, wie lange eine Untersuchung dauert. Während der Untersuchung tragen Sie Gehörschutz und haben eine Klingel in der Hand, mit der Sie bei Bedarf mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jederzeit Kontakt aufnehmen können.

Bei Bedarf können auch Sonderuntersuchungen wie funktionelles MRT, Diffusion Tensor Imaging oder Spektroskopie im MRT durchgeführt werden. In der Abteilung stehen drei MRT Geräte (1,5 Tesla und 3 Tesla) zur Verfügung.

 

  • Digitale Subtraktionsangiographie (DSA):

Bei diesem Röntgenverfahren wird, in lokaler Betäubung, ein Zugang in die Leistenschlagader gelegt. Über diesen wird ein dünner Schlauch (Katheter) unter Sicht bis in die zu untersuchenden Gefäße vorgeschoben. Davon merkt der Patient nichts, da die Schlagadern nicht schmerzsensibel sind. Dieses Verfahren wird beispielsweise routinemäßig angewendet, wenn ein Aneurysma in CT oder MRT nachgewiesen wurde (s.u.). Die Untersuchung dauert üblicherweise ca. 20 Minuten.

 

Aneurysma der Hirnarterien:

Ein Schwerpunkt des Instituts ist die Behandlung von Aneurysmen der Hirnarterien.

Wurde bei Ihnen ein Aneurysma nachgewiesen, können Sie sich gerne mit ihren CT – oder MRT Aufnahmen in der Gefäßsprechstunde der Abteilung Neuroradiologie vorstellen (Tel.: 0641/98541871). Abhängig von dem Bildbefund ist es häufig sinnvoll, eine diagnostische Katheterangiographie durchzuführen. Dieses Verfahren liefert deutlich genauere und hochauflösendere Bilder als das CT oder MRT. Anhand dieser Bilder kann zusammen mit Ihnen individuell entschieden werden, wie das Aneurysma am besten behandelt wird.

Das Hauptrisiko bei Aneurysmen ist die Blutung. Das Blutungsrisiko ist abhängig von verschiedenen Faktoren (Lage, Größe, Form des Aneurysmas, Alter des Patienten, Gewohnheiten des Patienten (rauchen!), Bluthochdruck etc.). Ist es zu einer Blutung gekommen, ist dies ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand.

Längst nicht jedes Aneurysma muss aber behandelt werden. Die Behandungsindikation ist unter anderem abhängig von dem Gefäß, an dem das Aneurysma sitzt, und der Größe sowie der Form des Aneurysmas. Abhängig von diesen Faktoren wird nach der DSA Untersuchung entschieden, ob man Ihnen eher zu einem neuroradiologischen Coiling, einem neurochirurgischen Clipping oder aber zu einer Kontrolluntersuchung rät.

Aneurysma versorgt mit einer Alternative zu Coils (WEB Device)

 

Coiling:

Beim Coiling wird das Aneurysma mit einem kleinen Schlauch (Katheter) durch das Blutgefäß sondiert. Der Zugang in das Gefäßsystem befindet sich in der Regel in der Leiste.

Durch den Schlauch werden Platinspiralen in das Aneurysma gelegt. Diese füllen das Aneurysma zu ca. 40 bis 50 %. Dadurch fließt das Blut im Aneurysma langsamer und gerinnt dort. Das frei fließende Blut im Gefäß kann dann nicht mehr in das Aneurysma hineinströmen. Es kann nicht mehr platzen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 10 % kommt es nach einiger Zeit zu einer erneuten Durchströmung des Aneurysmas. Dann müssen ggf. weitere Coils eingelegt werden. Um dies rechtzeitig nachzuweisen, werden in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen im MRT durchgeführt (6, 18, 30 Monate).

Um Ihnen immer die modernsten Behandlungsverfahren anbieten zu können, beteiligt sich die Abteilung Neuroradiologie an nationalen und internationalen Studien zur Aneurysmatherapie.

Aneurysma in 2D (A) und 3D (B) und nach Versorgung mit Coils (C)

 

Clipping:

Beim neurochirurgischen Clipping wird über einen operativen Zugang das Aneurysma im Schädel direkt aufgesucht, von außen präpariert und mit einer Klammer (Clip) vom Blutstrom getrennt. Bei diesem Verfahren kommt es seltener zu einer erneuten Durchströmung des Aneurysmas. Man kann nicht pauschal sagen, dass ein Verfahren (Clipping vs Coiling) dem anderen überlegen ist. Das ist in jedem Fall eine individuelle Entscheidung, die von sehr vielen Faktoren abhängt. Deshalb wird jedes Aneurysma von den Abteilungen Neuroradiologie und Neurochirurgie gesehen und diskutiert, um für Sie das optimale Behandlungsergebnis zu erzielen.

 

 

Detailliertere Beschreibungen der verschiedenen Untersuchungsmethoden finden Sie im Bereich Kompetenzen