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Pädiatrische Neurochirurgie

Aufgrund vieler Besonderheiten neurochirurgisch zu therapierender Erkrankungen im Kindesalter entwickelt sich die Pädiatrische Neurochirurgie (Kinderneurochirurgie) zu einer eigenständigen Subspezialisierung der Neurochirurgie.

Am Universitätsklinikum Giessen werden Kinder bis zum Alter von 18 Jahren in der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin betreut. Die neurochirurgische Betreuung wird im ambulanten Bereich im Rahmen spezieller, krankheitsbezogener Fach-Sprechstunden gewährleistet, im stationären Bereich auf den Stationen der jeweiligen pädiatrischen Fachabteilung. Durch diese auch räumlich enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit der Betreuung und Behandlung der Kinder ist eine optimale Versorgung durch speziell geschultes Pflegepersonal (Kinderkrankenpflege) und ärztliches Personal (pädiatrische Fachabteilungen) gewährleistet.

Das Leistungsspektrum des Bereichs Pädiatrische Neurochirurgie umfasst alle operativen Erkrankungen und Verletzungen des kindlichen Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven (Armplexus), Fehlbildungen des Schädels (z.B. Spaltbildung mit Zele) oder Spaltbildung der Wirbelsäule (Spina bifida) mit assoziierten Fehlbildungen, vorzeitigem Nahtschluß der Schädelnähte (Kraniosynostose), alle Formen des Hydrocephalus, Gefäßmißbildungen des Gehirns oder Rückenmarks und spezielle Eingriffe bei therapieresistenter Epilepsie (z.B. Vagusnerv-Stimulation).

Die operativen Techniken umfassen mikrochirurgische Eingriffe unter Anwendung bildgestützter Operationsführung (Neuronavigation, Rahmen-basierte und Rahmen-freie Stereotaxie), intraoperativer Bildgebung (modernste Ultraschall-Verfahren) und elektrophysiologischer Überwachung (Neuromonitoring). Besonderer Schwerpunkt liegt auf minimalinvasiven endoskopischen und Endoskop-unterstützten Operationstechniken (spezielle pädiatrische Endoskop-Systeme).


Leistungsspektrum:

  • Minimalinvasive endoskopische Neurochirurgie
  • Tumorchirurgie (zerebrale und spinale Tumoren)
  • Vaskuläre Mikrochirurgie (zerebrale Gefäßmalformationen)
  • Hydrocephalus-Therapie (endoskopische Verfahren, Shuntversorgung)
  • Craniospinale Chirurgie (Chiari-Malformation)
  • Bildgestützte Operationsplanung und –führung (Neuronavigation)
  • Intraoperative Bildgebung (high-end Ultraschall-System, Ultraschall-basierte Navigation)
  • Endoskop-assistierte Mikrochirurgie
  • Intraoperatives Neuromonitoring (evozierte Potentiale (EP, Hirnnervenmonitoring, Motorcortex-Lokalisation), EEG)
  • Rahmen-basierte, CT- oder MRT-geplante Stereotaxie für Biopsien (Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm)
  • Rahmenlose Stereotaxie für Biopsien

Die anästhesiologische Betreuung wie auch eine ggf. erforderliche intensivmedizinische Überwachung nach der jeweiligen Operation sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern mit neurochirurgischen Krankheitsbildern eingerichtet.