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Neuroonkologie

Neuroonkologie

Gliome sind die häufigsten hirneigenen Tumoren. Etwa 70 % dieser Neoplasien zählen zur Gruppe der malignen Gliome (anaplastische Astrozytome und Glioblastoma multiforme). Dabei ist die Ursache der meisten Hirntumoren weitgehend unbekannt. Epidemiologische Untersuchungen haben bislang keine wesentlichen Umwelteinflüsse mit der Entstehung von Gliomen in Verbindung gebracht. Auf der anderen Seite hat es in jüngerer Zeit erhebliche Fortschritte im Verständnis der molekular- und zellbiologischen Grundlagen von Gliomen gegeben. Die erfolgreiche Translation biologischer Mechanismen der Tumorentstehung und -progression in zukunftsweisende Therapiestrategien nimmt somit einen herausragenden Stellenwert in der Neuroonkologie ein.

Die Neuroonkologische Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Biologie und Therapie von hirneigenen Tumoren. Dabei wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Insbesondere werden Untersuchungen auf zell- und molekularbiologischer Ebene durchgeführt. Zur Untersuchung experimenteller Ansätze steht der Klinik ein molekularbiologisches Labor mit einem breiten Spektrum an zell- und molekularbiologischen Methoden zur Verfügung.

Klinisch besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe multimodale Navigation. Eine Grenze von tumorinfiltriertem Gewebe zu tumorfreiem Gewebe ist oft bei hirneigenen Tumoren schwer erkennbar. Die Kenntnis dieser Grenze eines hirneigenen Tumors, der sich definitionsgemäß migrierend in das Hirngewebe entwickelt, ist von grundlegendem Interesse. So ist heute mit Einführung der multimodalen Navigation ein Höchstmaß an Radikalität und ein Minimum an Morbidität erreichbar. Mit Hilfe der metabolischen/molekularen Bildgebung kann die räumliche Verteilung bestimmter endogener Substanzen im Gehirn nachgewiesen werden. Es werden die Lokalisationen von Metabolitenveränderungen in einem 3D MR-Datensatz und mit Hilfe eines Navigationssystems im OP-Situs dargestellt. Im Verlauf der Tumorresektion können Biopsien entnommen werden, die dann eine Korrelation der histologischen Befunde zur molekularen Bildgebung erlauben.