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Erkrankungen der Gonaden (Geschlechtsdrüsen)

 

Die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Geschlechtsdrüsen sollte idealerweise in enger Zusammenarbeit von Ärzten der Fachgebiete Endokrinologe, Urologie und Gynäkologie erfolgen.

 

 

Erkrankungen der männlichen Gonaden

 

Primärer Hypogonadismus


Der primäre Hypogonadismus ist eine Funktionsstörung der Hoden, die die Spermien- und Testosteronbildung (männliches Geschlechtshormon) betrifft und von einem sekundären Hypogonadismus, der durch eine Funktionsstörung der übergeordneten Regulationshormone der Hirnanhangsdrüse und des Hypothalamus hervorgerufen wird, unterschieden werden kann. Als Ursachen des primären Hypogonadismus kommen angeborene Erkrankungen, Hodenhochstand, Operationen, Verletzungen, Tumorerkrankungen, Viruserkrankungen, Strahlen- oder Chemotherapie und Entzündungen in Frage. Bei Erkrankung im Kindesalter bzw. vor abgeschlossener Pubertät fallen klinisch Hochwuchs, Ausbleiben des Stimmbruchs, weiblicher Behaarungstyp, kleiner Penis, ausbleibender Bartwuchs, trockene Haut, Blutarmut, weibliches Fettverteilungsmuster und Fettstoffwechselstörungen auf. Liegt eine erworbene Hodenfunktionsstörung mit Auftreten nach abgeschlossener Pubertät vor, kommt es zu Osteoporose (Knochendichteminderung), nachlassender Bart-, Achsel-, Scham- und Körperbehaarung, Blässe, Blutarmut, zunehmender weiblicher Fettverteilung, nachlassender Muskelkraft, Fettstoffwechselstörungen und zunehmender Unfruchtbarkeit (Infertilität).

 

 

Erkrankungen der weiblichen Gonaden

 

Amenorrhoe


Eine primäre Amenorrhoe ist definiert als Ausbleiben der spontan einsetzenden Regelblutung bis zum 16. Lebensjahr. Demgegenüber ist eine sekundäre Amenorrhoe durch das Ausbleiben der Menstruation für mehr als drei Monate bei vorher normalem Zyklus charakterisiert. Die Ursachen einer Amenorrhoe sind vielfältig und reichen von psychogenen bzw. emotionalen Einflüssen über angeborene und erworbene Erkrankungen der Eierstöcke und der Gebärmutter zu Funktionsstörungen der Hirnanhangsdrüse, des Hypothalamus, der Schilddrüse und der Nebennieren oder einer Schwangerschaft.

Syndrom des Polyzystischen Ovars (PCO-Syndrom) 
 

Das polyzystische Ovar oder PCO-Syndrom ist eine Erkrankung des Eierstocks, die durch Hohlraumbildung (Zystenbildung) und Verdickung der Eierstockkapsel gekennzeichnet ist. Klinisch kommt es zum Hirsutismus mit vermehrter männlicher Körperbehaarung an Oberlippe, Brust, Sternum, Rücken, Armen und Beinen sowie zum Ausbleiben de Regel (Amenorrhoe) mit Unfruchtbarkeit, verursacht durch vermehrte Bildung von männlichen Hormonen und Hormonvorstufen im Eierstock.

 

Das PCO-Syndrom kann mit anderen Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und mit Schilddrüsenerkrankungen einhergehen.


Endokrin aktive Ovarialtumore 
 

Endokrin aktive Ovarialtumore sind gutartige und bösartige Tumore der Eierstöcke, die Hormone produzieren. Sie können durch einen vermeintlich verfrühten Pubertätseintritt bei Kindern (Pseudopubertas praecox) auffallen, ferner durch unregelmäßige Regelblutungen und Blutungen in der Zeit nach den Wechseljahren bei erwachsenen Frauen. Eine "Vermännlichung" mit zunehmender Körperbehaarung nach männlichem Typ, tieferer Stimme, männlichem Aussehen, Aknebildung, Stirnglatze und Klitoriswachstum kann vorkommen. Auch andere hormonelle Störungen sind möglich.