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Ursachen für Karies

Ursachen für die Kariesentstehung

Die häufigste Erkrankung der Zahnhartsubstanzen ist die Karies. Es gab im Laufe der Zeit unterschiedliche Theorien zur Entstehung der Karies. Die heute allgemein akzeptierte Theorie ist, dass sie durch das Zusammenwirken von bestimmten Bakterien (Streptococcus mutans) und weiteren schädigenden Einflussfaktoren entsteht. Dabei geht man davon aus, dass in der Mundhöhle vorkommende kariesfördernde (kariogene) Bakterien einen Film auf der Oberfläche der Zähne bilden, den so genannten Zahnbelag (Plaque). Dieser kann durch eine gute Mundhygiene entfernt werden. Ist die Mundhygiene nicht ausreichend, sammelt sich immer mehr Plaque auf den Zähnen an. Kommen nun regelmäßig zuckerhaltige, kariogene Nahrungsmittel hinzu, können die Bakterien im Zahnbelag den Zucker verwerten und Säuren bilden. Diese Säuren wirken auf die Zähne ein und es können Mineralien aus der Zahnhartsubstanz herausgelöst werden (Demineralisation). Der kritische pH-Wert (Maß für die Säurekonzentration) für diesen Prozess liegt für den Schmelz bei 5,2 - 5,7. Je länger die Säuren einwirken können, desto mehr Mineralien können aus dem Zahn herausgelöst werden und desto schneller kann eine Karies entstehen und voranschreiten. Durch den Speichel werden die Säuren in der Plaque innerhalb von etwa 30-60 Minuten wieder neutralisiert (siehe Abbildung unten).

 

Die Art des aufgenommenen Zuckers spielt in der Kariesentstehung eine wesentliche Rolle. Je kürzer die Zuckerketten in der Nahrung sind (z.B. Saccharose/Haushaltszucker, Gucose/Traubenzucker), desto besser können die Bakterien diese verwerten und desto kariogener (Karies fördernder) sind sie. Lange Zuckerketten (z.B. Stärke) müssen erst in kurze Ketten gespalten werden, damit sie verwertet werden können und sind daher weniger Karies fördernd. Zuckeraustausch- oder  ersatzstoffe, wie Xylit, Saccharin oder Aspartam sind nicht kariogen. Es gilt also, dass eine Kombination von häufiger Aufnahme an gut verwertbaren Kohlenhydraten und schlechter Mundhygiene (viel Plaque auf den Zähnen) das Kariesrisiko deutlich ansteigen lässt.
Neben Zucker und Bakterien spielt der Speichel auch eine Rolle in der Kariesentstehung. Patienten, mit einem reduzierten Speichelfluss, haben neben dem Gefühl des trockenen Mundes auch ein erhöhtes Risiko für Karies. Reduzierter Speichelfluss kann unter anderem durch verschiedene Medikamente, Erkrankungen der Speicheldrüse, aber auch durch Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich entstehen. Der Speichel übernimmt mehrere Funktionen im Mund. So dient er dazu, Nahrungsreste „wegzuspülen“, Säuren zu neutralisieren, aber auch der Demineralisation entgegenzuwirken. Nimmt die Menge ab oder verändert sich die Zusammensetzung des Speichels, so kann er seine Funktionen nicht mehr oder nicht in vollem Maße ausüben.

 

Besonders gefährdet für die Entstehung einer Karies sind die Bereiche, an denen sich besonders viel Plaque anlagern kann und die schlecht zu reinigen sind. Dazu zählen vor allem die Bereiche zwischen den Zähnen (Approximalräume), die Grübchen auf den Kauflächen (Fissuren), der Zahnhalsbereich und freiliegende Wurzeloberflächen. Auf die Reinigung und die Sauberkeit dieser Flächen sollte daher besonders geachtet werden (siehe Abbildung oben).