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Verhandlungen Entlastungs- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 14. Dezember haben wir als Mitglieder der Geschäftsführung in Gießen und in Marburg die Unterschriften von zusammen 4.163 Kolleginnen und Kollegen entgegengenommen, die uns damit aufgefordert haben, uns mit den Vertreterinnen und Vertretern von Ver.di an den Verhandlungstisch zu setzen und über einen Entlastungstarifvertrag in Verbindung mit einem Beschäftigungssicherungstarifvertrag zu verhandeln.

Schon bei der Übergabe der Unterschriften haben wir zugesagt, dass wir auf Ver.di zugehen wollen und bei einem konstruktiven Austausch am 26.01.2023 mit den Kolleginnen und Kollegen der Ver.di-Verhandlungskommission haben wir nunmehr den 16.02.2023 als Starttermin für Verhandlungen vereinbart.

Viele von Ihnen haben - auch als Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Neujahrsempfänge der Fachbereiche für Medizin in Gießen und Marburg - wahrgenommen, dass wir wissen, welche herausragende Arbeit Sie alle in den letzten drei Jahre geleistet haben, aber auch, welche großen beruflichen und persönlichen Belastungen damit für Sie verbunden waren. Auch gegenüber der Öffentlichkeit haben wir daran keinen Zweifel gelassen.

Wenn wir uns also jetzt intensiv mit den Folgen physischer und psychischer Belastungen in unserem Arbeitsalltag auseinandersetzen und uns fragen, wie wir sie noch besser verhindern können, liegt ein Teil der Antwort auch in dem vielen Positiven, dass wir insbesondere in den letzten drei Jahren miteinander erlebt und erreicht haben: die Kollegialität, die Verlässlichkeit, die Mitmenschlichkeit, die Spontanität und Kreativität und das Zusammengehörigkeitsgefühl hier an unserem UKGM.

Sie waren die Basis dafür, dass wir schon früh in der Pandemie miteinander vereinbart haben, dass wir sowohl unseren Patientinnen und Patienten bestmögliche Hilfe anbieten, dabei aber auch darauf achten wollen, Sie als unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor chronischer Überforderung zu schützen. So wollen wir auch in Zukunft verfahren.

Deshalb sind wir überzeugt davon, dass echte Entlastung nur dann gelingen kann, wenn wir wieder mehr Kolleginnen und Kollegen gewinnen und/oder wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich entscheiden, ihre Arbeitsverträge wieder etwas aufzustocken.

Entlastungstarifverträge sollen dafür eine Grundlage bieten. Sie sollen nach außen dokumentieren, dass es hier einen innerbetrieblichen Konsens darüber gibt, dass wir unserer Verantwortung, die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau zu versorgen, nachkommen wollen, ohne dass dieses mit einer Überlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbunden ist.

Unser Ziel ist es dafür, dass Arbeitszeiten berechenbarer und planbarer werden, dass wir das „Holen aus dem Frei“ zur absoluten Ausnahme machen und dass wir uns gegenseitig als Teams in unseren Kliniken und Abteilungen berufsgruppenübergreifend schätzen, respektieren und unterstützen.

Wir sind uns sicher, dass wir nach den vielen Tarifverträgen, die wir am UKGM schon mit unseren Partnern von Ver.di erfolgreich verhandelt haben, und die das UKGM zu einem der attraktivsten Arbeitgeber der Region machen, auch dieses Mal einen guten Kompromiss erreichen werden.

Einen Kompromiss, der die Bedürfnisse aller Beteiligten, die unserer Patientinnen und Patienten, die unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die unserer Partner an den Universitäten und nicht zuletzt die unseres Unternehmens bestmöglich aufnimmt und widerspiegelt.

Denn auch die wirtschaftliche Stabilität unseres UKGM ist ein hohes Gut, das wir alle miteinander schützen müssen, denn anders als an den öffentlichen Universitätskliniken, bei denen negative Ergebnisse durch die jeweiligen Bundesländer oft in Millionenhöhe ausgeglichen werden, müssen wir für unser UKGM allein einstehen. Eine Gemeinschaftsleistung, die nicht selbstverständlich ist.

Wir möchten Sie daher herzlich darum bitten, bei allen Diskussionen, die wir über den Entlastungstarifvertrag und den Beschäftigungstarifvertrag in den kommenden Wochen natürlich führen werden, unseren gemeinsamen Auftrag als Haus der universitätsmedizinischen Maximalversorgung mit Verantwortung für eine große Versorgungsregion immer vor Auge zu haben und unseren Stellenwert und unsere Attraktivität auch mit Stolz nach außen zu vertreten.

Denn nur dann wird es uns gelingen, dass Menschen, die heute noch woanders tätig sind, der Überlegung nähertreten, an unser Klinikum zu wechseln. Dies ist zugleich die wichtigste Basis für die Vermeidung einer zu hohen Arbeitsdichte am UKGM.

Wir sollten alle bemüht sein, dass die Freude des gemeinsamen Arbeitens an einer großartigen Aufgabe, der Versorgung von Patienten auf höchstem universitätsmedizinischem Niveau, wieder sichtbarer wird und über diese Ausstrahlung auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Wechsel an unser Klinikum motiviert.

Machen Sie also diesen Menschen Mut, zu uns zu kommen. Laden Sie sie ein, ein Teil unserer Teams in Gießen und Marburg zu werden. Berichten Sie darüber, warum die Arbeit am und für die Menschen hier in der Region Sie jeden Tag auch hohe Hürden überwinden lässt. Entlastung für uns am UKGM erreichen wir nur, wenn es uns gelingt, mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns zu gewinnen, denn „Mehr von uns am UKGM ist besser für alle“.

Mit herzlichem Dank

Ihre

           Dr. Gunther K. Weiß                   Prof. Dr. Werner Seeger

Prof. Dr. Uwe Wagner         Dr. Christiane Hinck-Kneip            Dr. Sylvia Heinis