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Zentrum für fetomaternale Inkompatibilität

Erkrankungen des Feten und Neugeborenen durch mütterliche Antikörper gegen Blutgruppenmerkmale an Erythrozyten, Thrombozyten und Granulozyten sind seltene Erkrankungen.

Schwer verlaufende Hämolytische Krankheit beim Fetus und Neugeborenen

Schwangere mit der Vorgeschichte einer schwer verlaufenden Hämolytischen Krankheit beim Fetus und Neugeborenen können in eine klinische Studie eingeschlossen werden. In dieser Phase 2 – Studie soll die Sicherheit und Wirksamkeit eines Medikaments (Nipocalimab (M281)) zur möglichen Reduktion des Risikos und der Schwere einer fetalen Anämie evaluiert werden. Nähere Informationen finden Sie hier:

Informationsschreiben an Ärztinnen und Ärzte
Leitfaden für Frauen
Wirkmechanismus von Nipocalimab
Informationen für Ärztinnen und Ärzte


Erkrankungen des Fetus und Neugeborenen durch mütterliche Antikörper gegen Blutgruppenmerkmale an Erythrozyten, Thrombozyten und Granulozyten sind seltene Erkrankungen.

Die frühzeitige Erkennung sowie ggf. die Prophylaxe und Behandlung von Komplikationen entscheiden über Gesundheit oder lebenslange Behinderung des Kindes. Die Kliniken des Deutschen Zentrums für fetomaternale Inkompatibilität (DZFI) haben sich zur Diagnostik und Behandlung der folgenden Krankheitsbilder in einem Spezialzentrum zusammengeschlossen:

  • Hämolytische Krankheit beim Fetus und Neugeborenen
  • Fetale und neonatale Alloimmunthrombozytopenie (FNAIT)
  • Neonatale Alloimmunneutropenie (NAIN)

Voraussetzung für die prä- und postnatale Behandlung der fetomaternalen Inkompatibilität ist eine exakte Diagnose des mütterlichen Antikörpers, ggf. eine Genotypisierung der Eltern sowie eine nicht-invasive fetale molekulargenetische Blutgruppenbestimmung aus Plasma der Schwangeren. Darüber hinaus eine sorgfältige Überwachung und ggf. Behandlung des ungeborenen Kindes durch erfahrene Untersucher sowie eine postnatale Behandlung des Kindes in einem Perinatalzentrum mit unmittelbarer Verfügbarkeit verträglicher Blutkomponenten. Das Zentrum für Transfusionsmedizin und Hämotherapie / Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Gießen (Prof. Dr. med. G. Bein) ist seit vielen Jahren international in der Immunhämatologie der fetomaternalen Inkompatibilität ausgewiesen. Zahlreiche Blutgruppenantigene auf Thrombozyten und Granulozyten wurden in Gießen erstmalig beschrieben. Am Zentrum besteht ein Referenzlabor unter Leitung von Prof. Dr. med. U. Sachs.

Der Schwerpunkt für Pränatale Medizin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Prof. Dr. med. I. Meinhold-Heerlein), Gießen, ist ein Zentrum der Stufe III gemäß den Richtlinien der DEGUM und wird von Professor Dr. med. R. Axt-Fliedner geleitet.

An der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie (Prof. Dr. med. K.-P. Zimmer), Gießen, ist ein Perinatalzentrum unter Leitung von Prof. Dr. med. H. Ehrhardt mit interdisziplinärer Spezialsprechstunde zur Nachbeobachtung von Frühgeborenen und Risikoneugeborenen eingerichtet.