Praktische Ausbildung
Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 1400 Stunden:
- in der Gemeinschaftsverpflegung: in den Zentralküchen der jeweiligen Standorte des Universitätsklinikums und in externen Einrichtungen
- auf den Stationen des Universitätsklinikums Gießen sowie
- in der Diät- und Ernährungsberatung des UKGM Gießen und externen Einrichtungen
Schülergeleitete Ernährungstherapie – Praxisnah lernen und Verantwortung übernehmen
Ein besonderes Konzept der praktischen Ausbildung
Die schülergeleitete Ernährungstherapie (SgET) ist ein fester Bestandteil der praktischen Ausbildung an der Berufsfachschule für Diätassistenz des UKGM Gießen. Das deutschlandweit bislang einzigartige Konzept ermöglicht es Auszubildenden, bereits während ihrer Ausbildung eigenständig Ernährungstherapien im klinischen Alltag durchzuführen.
Unter qualifizierter Praxisanleitung übernehmen die Auszubildenden die ernährungstherapeutische Betreuung von Patient:innen und können dadurch theoretisch erworbenes Wissen unmittelbar in die Versorgungspraxis übertragen.
Gearbeitet wird in einer Tandemstruktur. Die Auszubildenden planen und reflektieren die Ernährungstherapie gemeinsam und werden dabei kontinuierlich durch Praxisanleitende begleitet. Auf diese Weise verbindet das Konzept eigenständiges Arbeiten mit einem sicheren und strukturierten Ausbildungsrahmen.
Von der Anamnese bis zur Evaluation
Die Ernährungstherapie orientiert sich am German - Nutrition Care Process (G-NCP).
Die anstehenden Patient:innenfälle und ernährungstherapeutischen Maßnahmen werden zunächst vorbereitet und gemeinsam mit den Praxisanleitenden besprochen. Anschließend erfolgt die eigenständige Umsetzung auf Station. Dazu gehören beispielsweise Ernährungsscreenings, Anamnesen, individuelle Beratungsgespräche sowie die weitere Begleitung der Patient:innen im Therapieverlauf.
Regelmäßige Fallbesprechungen, Feedbackgespräche und Reflexionen sind fester Bestandteil des Konzepts und ermöglichen eine kontinuierliche fachliche und persönliche Weiterentwicklung. Auf diese Weise entsteht ein geschützter Lernrahmen, in dem die Auszubildenden schrittweise Verantwortung übernehmen, ihre Handlungskompetenz weiterentwickeln und zunehmend Sicherheit im klinischen Berufsalltag gewinnen können.
Gut vorbereitet auf den Berufsalltag
Die schülergeleitete Ernährungstherapie bietet die Möglichkeit, fachliches Wissen unter realen Bedingungen anzuwenden und unterschiedliche ernährungstherapeutische Situationen kennenzulernen. Dabei werden neben den fachlichen Kompetenzen auch Gesprächsführung, klinisches Denken, strukturiertes Arbeiten und die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen gefördert.
Die Auszubildenden lernen, ernährungsbezogene Probleme systematisch zu erfassen, individuelle Therapieziele und Maßnahmen abzuleiten, diese fachlich zu begründen und den Therapieverlauf zu evaluieren. Gleichzeitig entwickeln sie zunehmend Sicherheit darin, ihre zukünftige professionelle Rolle als Diätassistent*in eigenständig auszufüllen.
Damit schafft das Projekt einen Ausbildungsrahmen, in dem theoretisches Wissen nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar angewendet, reflektiert und gefestigt wird – als Vorbereitung auf ein selbstständiges und professionelles Arbeiten in der Diätassistenz.