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Neugeborenen-Hörscreening (NHS)

Neugeborenen-Hörscreening für Babys, bei denen noch kein Hörscreening erfolgt ist. Nachuntersuchung kontrollbedürftiger Hörscreening-Befunde in den ersten 3 Lebensmonaten (Follow Up)

 Organisation

  • Durchführung eines Neugeborenen - Hörscreenings gemäß Kinder-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses: TEOAE und AABR
  • Ärztliche Untersuchung und Besprechung von Befund und weiterem Vorgehen

 Wie wird das Neugeborenen - Hörscreening durchgeführt?

Screening-BERA

Diese Untersuchung wird auch auf den Geburtshilflichen Stationen der Frauenkliniken sowie in den Kinderkliniken als Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt. Ihr Kind sollte dafür schlafen. Bei der Screening-BERA (engl. Brainstem Electric Response Audiometry) messen wir akustisch evozierte Potentiale.

Hierfür wird ein telefonähnlicher Hörer mit integrierten, gefederten Elektroden an das Ohr des schlafenden Babys gehalten bzw. ein kleiner Stöpsel mit einer Sonde in den den äußeren Gehörgang eingeführt. Das Ohr wird mit  einem Geräusch von 35 dB stimuliert (Lautstärke etwa Flüstersprache, Frequenzgang im Hauptsprachbereich, etwa 1-4 kHz).

 Die Antworten vom Hirnstamm werden mit einem speziell entwickelten Algorithmus aufsummiert. Ein kleiner Monitor zeigt das Ergebnis: „Unauffällig“ oder „Kontrollbedürftig“. Inklusive Vorbereitung dauert die Untersuchung für beide Ohren etwa 10 Minuten. Ihr Baby schläft dabei einfach weiter.

TEOAE-Messung

TEOAE (Transitorisch Evozierte Otoakustische Emissionen) sind von den äußeren Haarzellen des Innenohrs selbst produzierte Schallaussendungen. Dies ist ein Phänomen, das als Nebenprodukt des aktiven Hörvorgangs anzusehen ist. Die Otoakustischen Emissionen (OAE) können mit sehr empfindlichen Mikrophonen registriert werden. Dabei wird dem schlafenden Kind ein kleiner Sondenstöpsel in den äußeren Gehörgang eingeführt. Die Messung ist für Ihr Baby unkompliziert und angenehm.

 

Vorbereitung Ihres Kinds

 Da die Screening-BERA nur am schlafenden Kind durchführbar ist, hat es sich bewährt, das Kind erst kurz vor der eigentlichen Hörprüfung zu füttern, da es nach der Mahlzeit häufig einschläft.
Ihr Kind sollte daher müde sein, wenn es zu uns kommt, aber noch nicht schlafen. Wenn möglich, halten Sie es auf der Fahrt zu uns wach. Schläft es bereits bei der Ankunft, führen wir als erstes die Screening-BERA durch.

 Bitte bringen Sie gegebenenfalls erforderliche Einschlafhilfen mit wie z. B. Kinderwagen, Fütter-, Still- und Wickelbedarf. Ein Wickeltisch steht bei uns zur Verfügung, ebenso die Möglichkeit, sich zum Stillen oder Füttern zurückzuziehen.

Wartezeiten

 Da Sie und wir wissen, dass Kinder nicht „auf Knopfdruck“ funktionieren und wir ja eine zuverlässige Aussage treffen wollen, sollten Sie zu uns Zeit und Geduld mitbringen und nicht enttäuscht sein, wenn vielleicht nicht alles auf Anhieb klappt, sondern ein weiterer Termin erforderlich wird.

Weitere Informationen

Zum Downloaden:

Was hast Du gesagt?
Plädoyer für eine generelle Untersuchung der Hörfähigkeit bei Kindern

Hörst Du mich?
Artikel in der Klinikum Aktuell, Nr. 21/April 2004, S.18-19, von Rita Wandel

 

 Zu Kompetenzen - Hörstörungen bei Kindern und Jugendlichen - Hörscreening (NHS)