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Früherkennungszentrum

WAS BEDEUTET PSYCHIATRISCHE FRÜHERKENNUNG?

Eine psychische Erkrankung stellt für die betroffene Person zumeist einen enormen Einschnitt in ihr Leben und das Zusammenleben mit ihrem Umfeld dar. Besonders wenn der Krankheitsausbruch in einen Lebensabschnitt wie das frühe Erwachsenenalter fällt, kann die Erkrankung Auswirkungen auf die private und berufliche Entwicklung haben und somit langfristig das Leben der betroffenen Person bestimmen.

Ziel der Früherkennung ist das frühzeitige Erkennen und zielgerichtete Behandeln von psychischen Erkrankungen. Je schneller eine Behandlung einsetzt, desto besser ist der Verlauf. Es kann so gelingen einen heftigen Krankheitsausbruch zu verhindern, zu verzögern oder abzumildern.

WAS IST EINE PSYCHOSE?

Eine Psychose ist ein psychischer Ausnahmezustand, bei dem es zu Veränderungen von Erleben, Wahrnehmen und Denken kommt. Zum Beispiel fühlt man sich durch eigentlich unverfängliche Vorkommnisse in der Umgebung persönlich gemeint und bezieht diese Vorkommnisse auf sich. Oder man fühlt sich beobachtet und verfolgt, hört oder sieht etwas, was andere nicht wahrnehmen.

Häufig tritt eine Psychose erstmals im jungen Erwachsenenalter auf. Doch bereits Monate bis Jahre vor dem Ausbruch einer Psychose erleben manche Betroffene unspezifische Veränderungen. Diese können zum Beispiel sein:

  • Sozialer Rückzug
  • Interessenverlust
  • Konzentrationsstörungen
  • Veränderungen der Wahrnehmung oder der Gedankengänge
  • Ängste oder Depressionen
  • Häufige Nervosität oder Angespanntheit.

Man spricht hier vom sogenannten Prodromal-Syndrom.

Erhalten Betroffene schon in diesem Stadium Hilfe, so lässt sich der Ausbruch einer Psychose oft hinauszögern, abschwächen oder ganz verhindern.

UNSER ANGEBOT

Diagnostik

Nach telefonischer Terminvereinbarung steht am Anfang ein persönliches Gespräch zum Kennenlernen und mit ausführlicher Anamneseerhebung in unserer Ambulanz.

Sollte sich bei diesem Kontakt ein erster Hinweis auf ein Prodromal-Syndrom einer Psychose zeigen, so schließen sich weitere ambulante Termine an, um das Risiko für die Entwicklung einer Psychose abzuschätzen und den individuellen Beratungs- und Behandlungsbedarf zu bestimmen.
Bei der Diagnostik kommen psychologische Untersuchungsverfahren (Fragebogen, Interview) zum Einsatz, die ggf. um körperliche Untersuchungen, wie Blutentnahme oder eine bildgebende Diagnostik, ergänzt werden können.

Sollte sich bei dem Kennenlerngespräch kein Hinweis auf ein Prodromal-Syndrom einer Psychose zeigen, so führen wir eine Diagnostik hinsichtlich anderer psychischer Beschwerdebilder durch, falls Hinweise auf solche vorliegen. Auch andere psychische Erkrankungen können sich schon früh durch Symptome zeigen. Auch deren frühes Erkennen und Behandeln bringen den Betroffenen viele Vorteile.

Behandlung

Das Beratungs- und Therapieangebot richtet sich nach dem Ergebnis der Diagnostik und dem individuellen Bedarf.

Das multiprofessionelle Behandlungsangebot der Klinik umfasst Aufklärungs-und Beratungsgespräche für die Betroffenen und ihre Angehörigen, Psychoedukation, psychologisch-verhaltenstherapeutische Interventionen, ggf. eine medikamentöse Behandlung sowie die Beratung zu bzw. Vermittlung von weiteren Therapiemaßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten.

Unser Team

Dr. Stefanie Simanowski-Schulz, Psychologin
Dr. Johannes Wilhelm, Oberarzt der Ambulanz
Dr. Nina Haible-Baer, Psychologische Psychotherapeutin
Dr. Jona Iffland, Psychologischer Psychotherapeut
Prof. Dr. Christoph Mulert, Direktor der Klinik

Ort

Ambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikstraße 36, 35385 Gießen

KONTAKAUFNAHME

Eine Kontaktaufnahme ist zum einen telefonisch über die Anmeldung der Ambulanz unter 0641/985-45720 möglich.

Zum anderen können Sie uns gerne eine Email senden an psych.frueherkennung.giessen@uk-gm.de. Geben Sie hierbei bitte auch eine Telefonnummer an und nennen Sie eine Zeit, in der Sie gut erreichbar sind. Wir werden dann schnellstmöglich, in der Regel am nächsten Werktag, mit Ihnen in Kontakt treten und können einen Termin vereinbaren.

Anmeldung für die Sprechstunde (während der Ambulanz-Öffnungszeiten)

Terminvereinbarung, Überweisungsschein und Versichertenkarte sind erforderlich.

Das Angebot richtet sich an Personen ab dem Alter von 18 Jahren.