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Harnsteine

Harnsteine / Urolithiasis

Die Urolithiasis bezeichnet eine Steinbildung in der Niere und den ableitenden Harnwegen. Diese Steine entstehen durch ein Ungleichgewicht der mit dem Harn ausgeschiedenen Substanzen. Die Häufigkeit im Laufe seines Lebens einen oder mehrere Harnsteine zu bilden liegt in Deutschland bei ca. 5%. Die Häufigkeit ist mit der anderer verbreiteter Krankheiten, wie dem z.B.  Diabetes mellitus vergleichbar. Zu den Risikofaktoren, die das Auftreten von Harnsteinen begünstigen gehören eine kochsalz- und eiweißreiche Ernährung, ungenügende Flüssigkeitszufuhr und Bewegungsmangel.

In unserer Klinik bieten wir die volle Bandbreite der urologischen Behandlungsmöglichkeiten auf dem neuesten Stand der Technik. Bei einem Aufstau der ableitenden Harnwege kann an zwei hochmoderne Röntgenarbeitsplätze die Niere durch Einlage verschiedener Katheter und Drainagen entlastet werden um einen dauerhaften Schaden zu vermeiden.

Zur Behandlung der Steine stehen je nach Lokalisation und Größe der Steine drei verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  1. Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL):
    Steine im Nierenbecken bis 2 cm Größe können durch die ESWL behandelt werden. Für dieses schonende Verfahren ist keine Vollnarkose notwendig. Der Stein wird durch konventionelle Röntgendiagnostik im Fokus der Stoßwelle positioniert. Sollte der Stein nicht im Röntgenbild sichtbar sein verfügt unser Lithotripter über die Möglichkeit einer Ultraschallortung. Nach Positionierung des Steines werden durch den hochmodernen Lithotripter von außen Stoßwellen auf den Stein abgegeben und der Stein so zertrümmert.
  2. Ureterorenoskopie (URS):
    Bei kleinen Steinen im Nierenbecken oder im Harnleiter bietet sich die endoskopische Operationstechnik der Ureterorenoskopie zur Behandlung an. Hierzu verfügen wir in unserer Klinik über einen eigenen endokopischen Operationssaal. Bei der Ureterorenoskopie wird in Narkose mit einem dünnen Endoskop über die Harnröhre bis in Harnleiter oder Nierenbecken eingegangen. Zur Zertrümmerung der Steine stehen ballistische Sonden und ein Holmium YAG Laser zur Verfügung.
  3. Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL):
    Bei großen Steinen des Nierenbeckens wird die perkutane Nephrolitholapaxie als Operationstechnik angewandt. Bei diesem - ebenfalls endoskopischen -  Operationsverfahren erfolgt der Zugangsweg nicht über Harnröhre und Harnleiter sondern über einen ca. 2 cm messenden Flankenschnitt. Durch diesen Schnitt wird ein Endoskop in das Nierenbecken eingebracht. Der Zugang von außen erlaubt die Verwendung von großlumigeren Instrumenten als die, die bei der Ureterorenoskopie Verwendung finden. So können größere Fragmente in kurzer Zeit entfernt werden. Zur Zerkleinerung der Steine stehen ballistische und ultraschallbetriebene Zertrümmerungssonden zur Verfügung.

Je nach angewandtem Verfahren beläuft sich die Dauer des stationären Aufenthaltes auf 2-4 Tage.