A A A

CHORDOM Studie

Randomised trial of proton vs. carbon ion radiation therapy in patients with chordoma of the skull base - clinical phase III study
 
Zusammenfassung
Diese Studie ist eine prospektive, randomisierte klinische Phase III Studie. Die Protonentherapie gilt als der international anerkannte Goldstandard in der Behandlung von Chordomen der Schädelbasis. Jedoch können hoch-LET Strahlen, wie z.B. Kohlenstoffionen, durch ihre verbesserte biologische Wirksamkeit vorteilhaft in der Behandlung von langsam wachsenden Tumoren sein. Bis jetzt war es jedoch nicht möglich einen direkten Vergleich von Protonen- und Kohlenstoffionentherapie in einer Einrichtung durchzuführen.
Das Ziel dieser Studie ist es herauszufinden, ob die genannten biologischen Vorteile der Kohlenstoff-Ionen-Therapie auch klinisch bestätigt werden können. Die Patienten mit einem Schädelbasischordom werden entweder für eine Behandlung mit Protonen oder Kohlenstoffionen randomisiert, d.h. zufällig zugeteilt. Nach Anfertigung einer individuellen Lagerungsfixation (Thermoplastmaske) erfolgt eine CT- und MRT gestützte Definition des Zielvolumens und Bestrahlungsplanung. Die biologisch effektive Gesamtdosis im Kohlenstoffionenarm beträgt 63 GyE ± 5% (hypofraktioniert) und 72 GyE ± 5% im Protonenarm. Der primäre Endpunkt dieser Studie ist das lokale progressionsfreie Überleben (LPFS). Das Gesamtüberleben, das progressionsfreie und metastasenfreie Überleben, Rezidivanalyse, lokale Kontrolle sowie Morbidität sind die sekundären Endpunkte.
 
Wichtigste Einschlusskriterien
• Karnofsky Index =60%
• Alter zwischen 18 und 80 Jahren
• histologische Sicherung
• Chordom der Schädelbasis

Wichtigste Ausschlusskriterien
• Vorbestrahlung im Bereich der Schädelbasisregion
• Andere bösartige Tumorerkrankungen mit einem krankheitsfreien Intervall unter 5 Jahren
• Teilnahme in einer anderen Studie
• Schwangerschaft
• simultane Chemo- oder Immunotherapie

 

CHONDROSARKOM Studie

Randomised trial of proton vs. carbon ion radiation therapy in patients with low and intermediate grade chondrosarcoma of the skull base - clinical phase III study
 
Zusammenfassung
Diese Studie ist eine prospektive, randomisierte klinische Phase III Studie. Die Protonentherapie gilt als der international anerkannte Goldstandard in der Behandlung von niedrig- und mittelgradigen Chondrosarkomen der Schädelbasis. Jedoch können hoch-LET Strahlen, wie z.B. Kohlenstoffionen, durch ihre verbesserte biologische Wirksamkeit vorteilhaft in der Behandlung von langsam wachsenden Tumoren sein. Bis jetzt war es jedoch nicht möglich einen direkten Vergleich von Protonen- und Kohlenstoffionentherapie in einer Einrichtung durchzuführen
Das Ziel dieser Studie ist es herauszufinden, ob die genannten biologischen Vorteile der Kohlenstoff-Ionen-Therapie auch klinisch bestätigt werden können. Die Patienten mit einem Schädelbasis-Chondrosarkom werden entweder für eine Behandlung mit Protonen oder Kohlenstoffionen randomisiert, d.h. zufällig zugeteilt. Nach Anfertigung einer individuellen Lagerungsfixation (Thermoplastmaske) erfolgt eine CT- und MRT gestützte Definition des Zielvolumens und Bestrahlungsplanung. Die biologisch effektive Gesamtdosis im Kohlenstoffionenarm beträgt 60 GyE ± 5% (hypofraktioniert) und 70 GyE ± 5% im Protonenarm. Der primäre Endpunkt dieser Studie ist das 5-Jahres-lokale progressionsfreie Überleben (LPFS). Das Gesamtüberleben, das progressionsfreie und metastasenfreie Überleben. Rezidivanalyse, lokale Kontrolle sowie Morbidität sind die sekundären Endpunkte.
 
Wichtigste Einschlusskriterien
• Karnofsky Index =60%
• Alter zwischen 18 und 80 Jahren
• histologische Sicherung
• Chondrosarkom der Schädelbasis

 

Wichtigste Ausschlusskriterien
• Vorbestrahlung im Bereich der Schädelbasisregion
• Andere bösartige Tumorerkrankungen mit einem krankheitsfreien Intervall unter 5 Jahren
• Teilnahme in einer anderen Studie
• Schwangerschaft
• simultane Chemo- oder Immunotherapie

 

OSCAR Studie


Therapy Trial to Determine the Safety and Efficacy of Heavy Ion Radiotherapy in Patients with Osteosarcoma- clinical phase I/II-Trial

 

Zusammenfassung
Die OSCAR-Studie ist eine Studie zur Radiotherapie inoperabler Osteosarkome bzw. additiver Radiotherapie bei nicht vollständig resezierten Tumoren. Sie wird prospektiv und nicht randomisiert als klinische Phase I/II Studie durchgeführt.
Das Osteosarkom ist der häufigste primäre maligne Knochentumor und tritt sowohl bei Kindern und Jugendlichen, als auch bei Erwachsenen auf. Goldstandard in der Therapie ist die vollständige (R0-) Resektion, die von einer neoadjuvanten und adjuvanten Chemotherapie begleitet wird. Nicht alle Osteosarkome sind vollständig operabel. Dies betrifft v.a. Tumore des Beckens und der Schädelbasis. In diesem Fall, kann der einzige kurative Therapieansatz eine Strahlentherapie sein, die entweder die Operation „ersetzt“ (alleinige / primäre Radiotherapie), oder aber bei verbliebenem Resttumor ergänzend zur Resektion durchgeführt wird (additive Radiotherapie).
Das Osteosarkom zählt zu den „strahlenresistenten“ Tumoren, da eine hohe Strahlendosis im Tumor appliziert werden muss, um das Tumorwachstum zu kontrollieren. Insbesondere nicht resektable Tumore, z.B. an der Schädelbasis, liegen aber in der Nähe von „strahlenempfindlichen“ Organen, die während der Bestrahlung so gut wie möglich geschont werden müssen, z.B. dem Rückenmark, Spinalnerven, Hirngewebe. Hier bietet die Partikeltherapie die Möglichkeit, eine hohe Strahlendosis am Tumor zu applizieren und dabei gesunde Risikoorgane bestmöglich zu schonen. Gleichzeitig können hoch-LET Strahlen, wie z.B. Kohlenstoffionen, durch ihre verbesserte biologische Wirksamkeit vorteilhaft in der Behandlung „strahlenresistenter“ Tumore sein.
Für die Bestrahlungsplanung werden MRT, CT und FDG-PET-Untersuchungen durchgeführt. Die Bestrahlung gliedert sich in die Bestrahlung des Tumors inklusive des Gebiets einer potentiellen mikroskopischen Aussaat (Grundplan) bis zu einer Gesamtdosis von 54 GyE Protonen gefolgt von einer Boost-Bestrahlung des makroskopischen Tumors mit 18 GyE C12-Ionen. Somit wird im Tumor eine kumulative GD von 72GyE appliziert.
Das Ziel dieser Studie ist es zunächst herauszufinden, ob die Therapie mit Protonen und Kohlenstoffionen bei Kindern und Erwachsenen sicher durchgeführt werden kann. Die primären Endpunkte dieser Studie sind die Durchführbarkeit und die Toxizität. Die lokale Kontrolle, der Wert des FDG-PET als non-invasive Responsediagnostik, das krankheitsfreie - und das Gesamtüberleben sind sekundäre Endpunkte.
 
Wichtigste Einschlusskriterien
• histologische Sicherung High grade Osteosarkom (M0 oder M1)
• Karnofsky Index =60%
• Alter > 6 Jahre
• Inoperables Sarkom oder Resttumor oder Ablehnung einer OP
• Bei Radiotherapie des Beckens / der Wirbelsäule adäquates Blutbild

Wichtigste Ausschlusskriterien
• Vorbestrahlung im geplanten Bereich
• Metall im RT-Gebiet (nach Rücksprache)
• Schwangerschaft
• Alter < 6 Jahre

 

ISAC Studie

 

Ion irradiation of sacrococcygeal chordoma
Hypofraktionierte Bestrahlung von Kreuz-/Steißbeinchordomen mittels Ionen

Zusammenfassung
Chordome sind sehr seltene bösartige Tumore (1-4% aller bösartigen Knochentumore). Diese langsam wachsenden Tumore entspringen Resten der sogenannten Chorda dorsalis, einer embryonalen Struktur. Etwa ein Drittel der Chordome entstehen in der Sakralregion. In der Behandlung von sakralen Chordomen gilt die chirurgische Resektion immer noch als Standard. Jedoch ist, aufgrund der Größe, der Nähe zu Nerven/Gefäßen und der komplexen Anatomie des Beckens eine komplette Entfernung mit ausreichendem Sicherheitssaum oft schwer durchzuführen. Eine radikale Operation mit Sicherheitssäumen führt oft zu Blasen- und Mastdarmlähmung, sowie weiteren motorischen und sensiblen Ausfällen. Eine Nachbestrahlung ist aufgrund des hohen Risikos eines erneuten Tumorwachstums trotz ausgedehnter Operation notwendig. Für eine Bestrahlung sind sehr hohe Bestrahlungsdosen in der Nähe von Risikoorganen, wie z.B. Enddarm, notwendig. Hierbei gilt die Partikeltherapie (Protonen/Schwerionen) als derzeitiger Goldstandard. Aufgrund strahlenbiologischer Überlegungen kann durch eine Erhöhung der Einzeldosis eine wirksamere Dosis auf die Chordomzellen appliziert werden, ohne dass das Risiko an Nebenwirkungen steigt. Eine japanische Studie mit alleiniger hypofraktionierter Bestrahlung mittels Kohlenstoffionen, ohne vorangehende Operation bestätigt dieses strahlenbiologische Modell. Die Daten zeigen eine exzellente Tumorkontrolle nach alleiniger Bestrahlung mit Kohlenstoffionen bei Patienten mit nichtoperablen sakralen Chordomen. Die Kontrollrate nach 5 Jahren betrug 88%.

Diese Studie ist eine monozentrische, prospektive, randomisierte klinische Phase II Studie deren Durchführung am Heidelberger Ionenstrahl Therapie Zentrum (HIT) erfolgt. Patienten mit Chordomen der Kreuz-/Steißbeinregion werden entweder für eine Behandlung mit Protonen oder Kohlenstoffionen randomisiert, d.h. zufällig zugeteilt. Die biologisch effektive Gesamtdosis in beiden Behandlungsarmen beträgt 64 GyE Diese Dosis wird auf 16 Bestrahlungssitzungen a 4 GyE aufgeteilt. Daher ist die biologisch wirksame Tumordosis etwa 96 Gy. Der primäre Endpunkt dieser Studie ist die Verträglichkeit der Therapie. Weitere Endpunkte sind lokale Kontrolle des Tumors und das Überleben.

Wichtigste Einschlusskriterien
• Karnofsky Index =70%
• Alter zwischen 18 und 80 Jahren
• Histologisch gesichertes sakrococcygeales Chordom
• Makroskopischer (Rest-) Tumornachweis im MRT

Wichtigste Ausschlusskriterien
• Stadium IV (Fernmetastasen)
• Craniocaudale Tumorausdehnung, die sich technisch nicht am HIT im Scanmodus behandeln lässt (derzeit >16 cm)
• Metallimplantate auf Höhe des Chordoms, die die Bestrahlungsplanung beeinflussen
• Vorangegangene Strahlentherapie im Becken
• Schwangerschaft
• simultane Chemo- oder Immunotherapie