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Depression

Depressionen sind häufige Krankheiten mit hohem Leidensdruck für die Betroffenen, aber oft auch für die Angehörigen. Besonders charakteristisch ist die depressive, niedergedrückte Stimmung, hinzukommen Einbußen von Interessen, Einbußen der Fähigkeit zur Freude, eingeschränktem Appetit und Schlafstörungen. Oft kommen Unruhe, Energielosigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfdruck sowie Ängste und Sorgen hinzu.

In unserer Klinik existiert ein Behandlungsangebot für depressive Patienten jedes Schweregrades. In weniger schweren Fällen ist erfahrungsgemäß eine ambulante Therapie mit Fortführung der Alltagstätigkeiten die Maßnahme der Wahl. Dafür steht unsere Ambulanz zur Verfügung.

Sobald die Erkrankung schwerer ausgeprägt ist, also die Verrichtung der Alltagstätigkeiten ernsthafte Probleme bereitet, eine ambulante Behandlung nicht angeschlagen hatte oder lebensmüde Gedanken auftreten, ist eine stationäre Aufnahme erforderlich. Die Koordination der Aufnahmewünsche geschieht durch unsere Ambulanz.

Bei uns steht eine Schwerpunktstation zur Depressionsbehandlung zur Verfügung. Auf dieser Station sind durch das multiprofessionelle Team die optimalen Grundlagen für die erfolgreiche Therapie gewährleistet. Zum Team gehören neben den Ärzten und Psychologen auch Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Ergotherpeuten – und als größte Berufsgruppe mit der größten Nähe zum Patienten das Pflegepersonal. Wir wenden spezifische psychotherapeutische Verfahren zur Depressionsbehandlung an. Dazu gehört neben kognitiver Verhaltenstherapie auch deren aktuelle Weiterentwicklung, die „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ (CBASP) nach Dr. J. McCullough. Mit dieser Psychotherapiemethode sind Fortschritte auch bei chronischen Depressionen zu erzielen. Regelmäßige Therapiegespräche in Einzelsitzungen oder Gruppen, durch Ärzte oder Psychologen, sowie Psychoedukation, sind Standard bei uns. Die Wirkungen von Sport und gezielter künstlerische sowie handwerkliche Betätigung auf psychische Erkrankungen ist allgemein bekannt und wird durch unsere Physiotherapeuten und Ergotherapeuten gewährleistet.

Nach wir vor hat die medikamentöse Behandlung vor allem bei schwereren Depressionen eine wichtige Bedeutung. Der Kern dieser Behandlung sind spezifisch antidepressiv wirksame Substanzen, die nicht abhängig machen. Diese modernen Antidepressiva haben zum wesentlichen Teil eine aktivierende, depressions- und angstlösende Wirkung. Wir haben Erfahrungen sowohl mit den allerneuesten Medikamenten als auch mit bewährten älteren Medikamenten.

Die multiprofessionell psychotherapeutische sowie medikamentöse Therapie wird oft unterstützt durch weitere biologische Therapieverfahren wie beispielsweise Wachtherapie oder Lichttherapie. Sofern wir mit Ihnen eine Wachtherapie vereinbaren, werden Sie 2-3mal wöchentlich nachts um 1:30 Uhr geweckt, um die Schlafphasen der zweiten Nachthälfte auszulassen, die bei vielen Menschen depressive Verstimmungen in Gang halten. Die Lichttherapie ist vor allem in der dunklen Jahreszeit sinnvoll und erfolgversprechend: vor der Morgendämmerung bzw. nach der Abenddämmerung verbringen Sie 30-60 Minuten vor einer starken medizinisch geprüften Lichtquelle.

Nur in wenigen Fällen kommt durch keine der genannten Behandlungen eine ausreichende Besserung zustande. Dann steht bei uns die Elektrokonvulsionstherapie zur Verfügung, für diese Behandlungsmethode werden uns überregional Patienten zugewiesen. Wenn Sie sich auf diese Behandlung einlassen möchten und nur dann, kann sie nach entsprechenden Voruntersuchungen eingesetzt werden. In 12 Sitzungen über 4 Wochen wird diese Behandlung durchgeführt und etwa zwei Drittel der zuvor bereits umfangreich behandelbaren Patienten wird anschließend wieder frei von Depression.

Aufgrund der Rückfallgefahr depressiver Störungen sollten Sie die Medikamente nicht sofort absetzen. Stattdessen sollten weiterhin einen Psychiater und Psychotherapeuten aufsuchen, der die Dauer der Weiterbehandlung von Ihrem Befinden und dem bisherigen Krankheitsverlauf abhängig machen wird.