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Bronchoskopie

   
In unserer Endoskopie-Einheit nutzen wir eine Bronchoskopie-Anlage auf modernstem Stand (Hochauflösende Video-Endoskope neuster Generation mit Narrow-Band-Imaging, endobronchialer Ultraschall, eigene Röntgenanlage). Damit können sehr schonende Diagnostik auf aktuellem Stand der Wissenschaft, aber auch Therapien erfolgen (Einlage von Stents - selbstexpandierenden Metallgittern - ins Bronchialsystem, Abtragung von Tumoren mit mechanischen und thermischen Verfahren, Bestrahlungen durch Einlage von kleinen Kathetern ins Bronchialsystem). Die verantwortliche Oberärztin für die Endoskopie/ Bronchoskopie ist Dr. Angélique Holland.

Die flexible Bronchoskopie
(Lungenspiegelung) ist ein diagnostisches Verfahren, welches zur Lokalisation von Tumoren, Blutungen oder bei Entzündungen der Lunge zum Einsatz kommt. In den meisten Fällen wenden wir dazu ein flexibles Instrument an, welches nach Betäubung des Mund-Rachen-Raumes in die Luftröhre und das Bronchialsystem eingeführt wird.
Das Instrument ist mit einem Durchmesser von ca. 0,6 cm sehr dünn, so daß man jederzeit genug Luft bekommt. Mit Hilfe des Bronchoskops kann der Untersucher die zentralen Lungenabschnitte einsehen und die einzelnen Segmente der Lunge betrachten und auf Pathologica untersuchen. Unter Durchleuchtung ist es für den Untersucher darüber hinaus möglich, mit dünnen Instrumenten in die Lungenabschnitte vorzudringen, die für das Bronchoskop nicht mehr passierbar sind, um beispielsweise Proben von suspekten Lungenbefunden zu nehmen. Eine Bronchoskopie ist eine weitgehend schmerzfreie Untersuchung, es kann lediglich eine Beeinträchtigung durch den Hustenreiz entstehen.

Endbronchialer Ultraschall
Diese moderne Technologie nutzen wir seit Jahren. Sie ermöglicht sehr schonende und zuverlässige Diagnostik der Lymphknoten des Bronchialsystems während einer Endoskopie. Die vormals oft notwendige Mediastinoskopie, bei der durch einen Zugang von außen (was einen großen Hautschnitt bedeutete) untersucht wurde, ist durch die neue Technologie vermieden werden.

Starre Bronchoskopie
Neben der Anwendung der flexiblen Bronchoskopie sind wir ebenfalls in der Lage die starre Bronchoskopie anzubieten, die sich vor allem im therapeutischen Bereich etabliert hat, beispielsweise bei der Entfernung von Fremdkörpern oder zur Blutstillung.

Die Stentimplantation
Zur Behandlung von hochgradigen Atemwegsstenosen, also in der Regel gutartiger oder bösartiger Tumoren, die die Atemwege verlegen und auf diese Weise zu Atembeschwerden und zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, implantieren wir sowohl Tracheal- (Trachea = Luftröhre) als auch Bronchialstents.
Stents sind in der Regel kleine Drahtgeflechte, die sich nach bronchoskopischem Einbringen in die richtige Position selbst expandieren und auf diese Weise das Gewebe, welches zuvor zu einer Verlegung des Bronchus führte, an die Bronchuswand drücken. Die Atmung kann auf diese Weise erleichtert werden. Die Prozedur ist in der Regel nicht schmerzhaft.

Endobronchiale Therapie
Mit Hilfe der Argon-Plasma-Koagulation und der Elektrokoagulation, kann Gewebe, das zu einer Verlegung des Bronchus führt, entfernt werden.
Das Verfahren kommt beispielsweise bei stenosierend wachsenden exophytischen zentralen und inoperablen Bronchialtumoren in Betracht. Das umgebende Gewebe, welches nicht entfernt werden soll, kann bei der Koagulation weitgehend geschont werden, da die Koagulation punktgenau zu Einsatz gebracht werden kann. Die Prozedur ist nicht schmerzhaft.

Thorakoskopie
Die Thorakoskopie ist ein wenig invasives Verfahren, welches bei der Diagnostik und Therapie von Prozessen zum Einsatz kommt, die im Bereich der inneren Thoraxwand, peripherer Lungenabschnitte oder der pleuralen Mediastinaloberfläche liegen und durch endoskopische Maßnahmen nicht zugänglich wären. Es wird in der Regel zur Probengewinnung bei Lungengerüsterkrankungen oder Tumoren eingesetzt. Bei diesem Verfahren wird nach Positionierung und Lokalanästhesie über einen kleinen Hautschnitt ein Trokar (Führungsgerät) in die Brusthöhle eingebracht. Dann wird mit Hilfe einer Luftinsufflation ein Pneumothorax angelegt: Die Lunge kollabiert auf dieser Seite. In einem zweiten Schritt werden das Arbeitsinstrument und eine Optik in das Operationsfeld eingeführt, um auf diese Weise Gewebeproben gewinnen zu können.
Nach Entfernung von Blutkoageln und Säubern des Operationsfeldes durch Spülen mit Kochsalzlösung wird abschließend eine großlumige Thoraxdrainage für circa 24 Stunden eingelegt. Durch Sog an dieser Drainage entfaltet sich die Lunge wieder und die Drainage kann abschließend entfernt werden.