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Weiterbildung

Weiterbildungs-Curriculum

des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg

1. Weiterbildung

1.1. Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Die Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg wird durch die Ermächtigung der Ärztekammer Hessen von Herrn Prof. Dr. Ruchholtz in vollem Umfang gewährleistet.
Die Weiterbildung besteht gemäß den Richtlinien der Landesärztekammer aus:

a) Basis-Weiterbildung - 24 Monate
b) Facharzt-Weiterbildung Orthopädie und Unfallchirurgie – 48 Monate

Ad a) Die Basis-Weiterbildung setzt sich aus den vier Basismodulen „Intensivmedizin“, „Notfallambulanz“, „Stationsdienst“ und „Fachbezogene operative und perioperative Basiskenntnisse“ zusammen. Diese Ausbildung kann vollständig im Bereich des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie geleistet werden.

Ad b) Der Spezial Trunk mit den zielgerichteten Weiterbildungen zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kann für die Dauer von 48 Monaten auf den Stationen des Zentrums geleistet werden.

1.2. Zusatz-Weiterbildung ´Spezielle Unfallchirurgie´

Die Dauer der Zusatzweiterbildung ‚Spezielle Unfallchirurgie’ beträgt 36 Monate. Das Zentrum kann diese Weiterbildung in vollem Umfang in unserer Klinik gewährleisten

1.3. Zusatz-Weiterbildung ´Spezielle Orthopädie´

Die Dauer der Zusatzweiterbildung ‚Spezielle Orthopädie’ beträgt 36 Monate. Das Zentrum kann diese Weiterbildung in vollem Umfang in unserer Klinik gewährleisten

1.4. Zusatz-Weiterbildung ´Handchirurgie´

Die Dauer der Zusatzweiterbildung ´Handchirurgie´ beträgt 36 Monate. Das Zentrum ist befugt, eine Weiterbildungszeit von 36 Monaten zu bestätigen.

2. Inhalte und Ablauf der Weiterbildung

Ziel der Weiterbildung am Zentrum ist es, sowohl eine allgemeine chirurgische Basisausbildung als auch eine orthopädisch-unfallchirurgische Ausbildung auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Eine Aufstellung der Ausbildungsinhalte ist im Anhang beigefügt.
Aufgrund der Bedeutung unserer Klinik sowohl als Haus der regionalen Versorgung als auch als überregionales Traumazentrum mit jährlich ca. 2.300 stationären und 22.000 ambulanten Behandlungen können die erforderlichen Ausbildungsinhalte (inkl. der Operationen) für jeden Assistenzarzt in der vorgegebenen Zeit sicher gewährleistet werden.

Jährliche Zielvereinbarungsgespräche mit den Leitern der Abteilung klären den Ausbildungsstand und sorgen für Abhilfe bei Defiziten um das Ausbildungsziel in der erforderlichen Zeit absolvieren zu können.
Zusätzlich wird die Einbringung in den Spezialdisziplinen für eine frühzeitige Orientierung gefördert und für eine entsprechende wissenschaftliche Ausrichtung Hilfestellung gegeben.

Entsprechend der Weiterbildungsordnung für Assistenzärzte in der Ausbildung wird zunächst ein Arbeitsvertrag für zwei Jahre und dann ein Vertrag für weitere vier Jahre geschlossen.

2.1. Allgemeine Chirurgie (Common Trunk) - 24 Monate

Nachfolgende Ausführungen sollen ein Grundgerüst mit Eckpfeilern über zeitliche und inhaltliche Ausbildung unserer Assistenten darstellen.

Stationen: Die Einarbeitung der neuen Assistenten beginnt wahlweise mit der Notaufnahme oder der Intensivstation für ein Intervall von sechs bis zwölf Monaten. Die Betreuung der Ausbildung in der Notaufnahme und auf der Intensivstation wird durch die Anwesenheit eines fest eingeteilten Facharztes/Oberarztes gewährleistet. Wesentliche Lerninhalte sind der Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten, die in der Behandlung von Notfall- und Elektivpatienten unverzichtbare Grundlagen für die spätere spezifische Weiterbildung darstellen.

Weitere Teile der Ausbildung werden auf den Normalpflegestationen 125 und 137 abgeleistet. Damit ist neben der Tätigkeit auf der Station die Teilnahme im Operationssaal und die assistierte selbständige Durchführung von Eingriffen vorgesehen. Neben dem Erwerb der chirurgischen Basistechniken gehören regelmäßige Assistenzen zur Ausbildung. Operative Eingriffe können im Rahmen von Wundversorgungen, Metallentfernungen sowie Osteosynthesen (z.B. Radiusfrakturen) erbracht werden.

Dienste: Diensttätigkeiten werden als Bereitschaftsdienst/Hausdienst (sogenannter 2. Dienst) bzw. auf der Intensivstation als Schichtdienst nach der Einarbeitungsphase von ca. sechs Wochen begonnen.

Fortbildung: Das Zentrum bietet eine wöchentliche CME-zertifizierte Fortbildungsveranstaltung an. Hierbei werden fächerübergreifend die Inhalte der Facharztausbildung zum Arzt für Orthopädie/Unfallchirurgie berücksichtigt. Des Weiteren werden durch hausinterne und externe Referenten aktuelle Entwicklungen der modernen Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates vorgetragen.

Außerdem werden als externe Zusatzausbildung/Fortbildung der Strahlenschutzkurs, der Grundkurs Sonografie und der Notarztkurs durchlaufen.

2.2. Orthopädisch-unfallchirurgische Chirurgie (Spezial Trunk) - 48 Monate

Ziel der Absolvierung des Special Trunk (nach Common Trunk) im Zentrum ist es nach 6 Jahren die Facharztreife zu gewährleisten.

Stationen: Ab dem dritten Ausbildungsjahr (erstes Jahr im Spezial Trunk) soll eine regelmäßige Rotation zwischen den Stationen 125, 137 und 225 den Assistenzärzten eine Ausbildung in der allgemeinen Traumatologie, Orthopädie aber auch in den Spezialdisziplinen ermöglichen.

Neben dem gesamten Spektrum der Unfallchirurgie werden die Arthoskopische Gelenkchirurgie, die Hand-, Fuß- und Plastische Chirurgie, die Endoprothetik, die Wirbelsäulenchirurgie, sowie die septische Chirurgie der Knochen und Weichteile als Schwerpunkte vermittelt. Durch Einbindung in die entsprechenden Spezialsprechstunden werden wesentliche Inhalte der Diagnostik, der Indikationsstellung und der Nachbehandlung vermittelt.

Alle operativen Eingriffe werden in Anwesenheit/Verantwortung eines Oberarztes der Klinik durchgeführt. Die Schwierigkeit der assistierten Eingriffe wird dem Ausbildungsstand des Assistenzarztes angepasst.

Fortbildung: Neben der wöchentlichen Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen (siehe Common Trunk) ist für Assistenzärzte in diesem Ausbildungsabschnitt an externen Veranstaltungen der AO Trauma I Kurs, der ATLS-Kurs und der Erwerb der Fachkunde Strahlendiagnostik vorgesehen.

Für zusätzliche Veranstaltungen wird nach Rücksprache mit der Klinikleitung ein Zuschuss von ca. 500 Euro gewährt.

2.3. Zusatzweiterbildung ´Spezielle Unfallchirurgie´ - 24 Monate

Nachdem die Dauer der Zusatzweiterbildung ´Spezielle Unfallchirurgie´ zwar 36 Monate beträgt, aber zwölf Monate bereits während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden können, kann diese gesamte Weiterbildung an unserer Klinik erfolgen. Die entsprechende Weiterbildungsbefugnis ist für 24 Monate vorhanden.

Ziel ist es, dass sich die Fachärzte in diesem Zeitpunkt für bestimmte Schwerpunkte im Zentrum entscheiden und sich ggf. auch extern im Rahmen von Hospitationen fortbilden.
Des Weiteren erfolgt durch die Übertragung von Führungsaufgaben in Funktionsbereichen der Klinik und in der Lehre die Ausbildung zum selbständig leitenden Arzt. Die Komplexität der Operationen wird dabei weiter dem
Ausbildungsstand angepasst.

Wissenschaft: Das wissenschaftliche Engagement sollte in dieser Zeit zum Abschluss der Habilitation führen.

Dienste: Diensttätigkeiten werden 1. Hausdienst geleistet. Der zuständige Oberarzt ist ab 20:00 Uhr im Ruf-Hintergrunddienst erreichbar.

 


Prof. Dr. S. Ruchholtz                                          Prof. Dr. S. Fuchs-Winkelmann
Geschäftsführender Direktor   Medizinische Direktorin
des Zentrums für Orthopädie   des Zentrums für Orthopädie  
und Unfallchirurgie   und Unfallchirurgie

 

         
Anhang: Ausbildungsinhalte Common und Spezial Trunk

        a.    Notfallbehandlung einschließlich der Reanimationstechniken 
                            - periphere und zentrale Zugänge 
                            - mechanische und medikamentöse Reanimation 
                            - Intubation und Beatmung 
                            - Thoraxdrainage 
                            - Organersatztherapie 
        b.    Grundlagen chirurgischer Untersuchungstechniken 
                            - Anamnese 
                            - Palpation, Auskultation, Perkussion 
                            - Muskuloskeletale Untersuchungen 
                            - Untersuchungen des Gefäßstatus 
        c.    Kenntnisse der Röntgendiagnostik 
                            - tägliche Röntgenbesprechung 
                            - tägliche Indikationsbesprechung 
        d.    Zielorientierte effiziente Diagnostik 
                            - Labor 
                            - Konventionelles Röntgen 
                            - Schnittbilduntersuchungen 
                            - Weiterführende Techniken 
        e.    Erstellen von konservativen und operativen Therapieplänen 
        f.     Umgang mit Arbeits- und Wegeunfällen 
        g.    Prinzipien der Gutachtenerstellung 
        h.    Erstellen von Arztbriefen 
        i.     Umgang mit Behandlungspfaden 
        j.     Indikationsstellung zur Operation bei 
                            - absoluten Notfall 
                            - dringlicher Indikation 
                            - aufgeschobener Dringlichkeit 
                            - elektiver Indikation 
        k.    Basis Chirurgischer Fähigkeiten 
                            - Wundbehandlung einschl. Tetanusprophylaxe 
                            - Knoten- und Nahttechniken 
                            - Verbands- und Gipstechniken 
                            - Repositionsverfahren 
                            - Operative Zugangswege 
                            - Assistenz bei Operationen 
                            - Durchführung assistierter Eingriffe entsprechend des Operationskataloges 
        l.    Polytraumamanagement 
                            - interdisziplinäres Management 
                            - Behandlungsalgorythmus 
                            - Damage Control Prinzipien 
        m.  Grundkenntnisse der Sonografie 
                            - Sonografie der Körperhöhlen 
                            - Weichteildiagnostik 
                            - Gefäßdiagnostik 
        n.   Prinzipien der enteralen und parenteralen Ernährung 
                            - enteraler Kostaufbau 
                            - parenteraler Ernährungsplan 
        o.   Diagnostik und Therapie septischer Krankheitsbilder 
                            - kalkulierte Antibiotikatherapie 
                            - immunmodulatorische Therapie 
                            - chirurgisch strategische Verfahren 
                            - Weichteilmanagement 
        p.   Thromboseprophylaxe 
                            - nicht-medikamentöse Verfahren 
                            - medikamentöse Verfahren 
        q.   Blutverdünnende Maßnahmen 
                            - Heparin/Marcumar/Plättchenaggregationshemmer 
                            - Umgang mit Blutungskomplikationen 
                            - Substitution von Gerinnungsfaktoren

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