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Nuklearmedizin

 

Direktor:

Prof. Dr. med. Markus Luster

Baldingerstraße, 35043 Marburg

Anmeldung:

06421/58-62813

Sekretariat:

06421/58-62815

Fax:

06421/58-67025

E-Mail:

nukmed@med.uni-marburg.de

 

 

Was ist Nuklearmedizin?

Nuklearmedizin ist eine medizinische Disziplin, die sichere, schmerzlose und kostengünstige Techniken verwendet, um Erkrankungen im Körper sowohl zu diagnostizieren als auch zu behandeln. Von anderen bildgebenden Verfahren, wie z. B. Röntgen, unterscheidet sich Nuklearmedizin dadurch, daß sie Organfunktionen und –strukturen dokumentiert und das im Gegensatz zur Röntgendiagnostik, deren Hauptziel die Darstellung der normalen oder erkrankten Anatomie ist. Nuklearmedizin erlaubt damit medizinische Informationen zu gewinnen, die anderweitig nicht gewinnbar wären, chirurgische Eingriffe bedürfte oder teurere diagnostische Verfahren notwendig machen würde.

Als ein integraler Bestandteil der Patientenversorgung wird Nuklearmedizin bei der Diagnose, dem Management der Behandlung und der Vorbeugung ernsterer Erkrankungen verwendet. Nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren sind häufig in der Lage, Abnormitäten sehr früh im Erkrankungsverlauf zu diagnostizieren, lange bevor medizinische Probleme mit anderen diagnostischen Tests offensichtlich werden. Diese Frühentdeckung erlaubt, Erkrankungen früher zu behandeln zu einem Zeitpunkt, zu dem therapeutisch mehr ausgerichtet werden kann.

Die Nuklearmedizin verwendet sehr kleine Mengen radioaktiver Stoffe oder radioaktiver Medikamente (sogenannte Radiopharmaka), um Erkrankungen zu entdecken, erkennen und zu behandeln. Radiopharmaka sind Substanzen, die bestimmte Organe oder Gewebe spezifisch erkennen und dort binden. Die in der nuklearmedizinischen Diagnostik verwendeten Radiopharmaka senden Gamma-Strahlen aus, die außerhalb des Körpers durch spezielle hierfür entwickelte Kameras, zum Beispiel Gamma- oder PET-Kameras, detektiert werden können. Diese Kameras arbeiten in Verbindung mit Computern, um Bilder zu rekonstruieren, die die erforderlichen Daten und Informationen über die untersuchte Körperregion liefern.  Die Strahlendosis in der nuklearmedizinischen Diagnostik ist vergleichbar mit der Dosis, die ein Patient bei einer röntgendiagnostischen Maßnahme aufnimmt.

Heute bietet die Nuklearmedizin eine Vielfalt von Verfahren an für ein breites Spektrum medizinischer Disziplinen von der Pädiatrie über die Kardiologie bis in die Psychiatrie. Es gibt kein Organsystem, das nicht nuklearmedizinisch untersucht werden kann.

Insgesamt werden hier ca. 12.000 in vivo Untersuchungen und ca. 370 Behandlungen mit Radionukliden pro Jahr durchgeführt.

Neben der routinemäßigen Krankenversorgung ist die Abteilung auch für den zentralen Strahlenschutz beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen im gesamten Klinikum, für die Weiterbildung von jungen Ärzten zum Arzt für Nuklearmedizin, sowie die nuklearmedizinische Ausbildung von Studenten und MTRAs verantwortlich. Eine Ermächtigung zur Weiterbildung von Medizinphysikern zur Erlangung der Fachanerkennung für Medizinische Physik der DGMP ist ebenfalls vorhanden.

Weiterhin zeichnet sie sich durch innovative Forschungsarbeiten aus, wozu auch die Entwicklung und klinische Erstanwendung neuer Radiopharmaka gehört.

Darüber hinaus bietet die Abteilung zwei Bundesfreiwilligendienststellen an. Weitere Informationen wie Kontaktadressen und Bewerbungsablauf finden Sie auf der Bundesfreiwilligendienstseite des Klinikums.