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Parkinson

Patient care – Awareness - Imaging

Individualisierte Therapien werden in Zukunft eine hohe Bedeutung in der wissenschaftlichen aber auch klinischen Entwicklung von Therapie- und Forschungskonzepten bei der Parkinson-Erkrankung als einer der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen spielen. Dieser Entwicklung trägt die Fokussierung der Arbeitsgruppe Rechnung und integriert systematisch die drei verschiedenen Themenschwerpunkte Patient care – Awareness - Imaging wissenschaftlich.

Schwerpunkt der Arbeit ist die strukturelle und funktionelle bildgebende Charakterisierung von Bewegungsstörungen in Kombination mit intelligenter neuro-computationaler Analyse von Daten. Als Teil der systemischen klinischen Neurowissenschaften geht es hier um eine Bezugnahme zu patientenrelevanten Themen (z. B. fehlende Wahrnehmung von Symptomen), Verständnis deren Pathophysiologie und Entwicklung von therapeutischen Ansätzen. Insbesondere die individuelle Prädiktion von Krankheitsausprägung, Krankheitsprogression und Therapieansprechen spielen hier eine Rolle. Ebenso werden die Erfolgsbeurteilung individualisierter Therapiekonzepte oder die Überführung von Erkenntnissen zu personalisierten Ansätzen in die konkrete Therapie integriert.

 

Forschungsschwerpunkte

Patient care

Der Aspekt der Patient care umfasst z. B. Kosten-/Nutzen-Bewertung von integrierten Versorgungsansätzen, Copingstrategien für Angehörige, Integration von Palliativmedizin in die Versorgung von Parkinson-Patienten oder Ansätze der kognitiven Verhaltenstherapie für Patienten nach einer Tiefen Hirnstimulation.

Awareness

Unter Awareness werden Themen sowohl der Krankheitsverarbeitung (Selbst- und Fremdwahrnehmung von Symptomen) als auch der Aufklärungsarbeit in Bezug auf die Parkinson-Erkrankung subsummiert. Die eigenen Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren haben deutlich gemacht, dass ein zentraler Aspekt der Lebensqualität von Parkinson-Patienten die eingeschränkte Wahrnehmung des Ichs, von motorischen aber vor allem auch nicht-motorischen Symptomen darstellt. Auch die eingeschränkte Selbstorganisation stellt ein alltagsrelevantes Symptom dar.


Die Forschungsarbeit zielt vor allem auf die Erfassung der Defizite, das Verständnis um die Pathophysiologie (z. B. die Relevanz des dopaminergen Systems, bildgebende Darstellung der Netzwerkintegrität) und die Entwicklung von Therapiestrategien ab.

Imaging

Der Schwerpunkt liegt auf dem Imaging. Die in-vivo Darstellung von strukturellen und funktionellen Änderungen der Integrität z.B. im Rahmen der Parkinson-Erkrankung ermöglicht u.a. die Charakterisierung des Morbus Parkinson als Netzwerkerkrankung. Die multimodale Bildgebung (bspw. von Subtypen) der Parkinson-Erkrankung kann Netzwerkpathologien detektieren und somit die verschiedenen Funktionsebenen (lokalen Metabolismus, Netzwerkkonnektivität, dopaminerges System) beleuchten. Insbesondere der Einfluss des Erkrankungsalters auf die Entwicklung von unterschiedlichen neuronalen Netzen (junge vs. alte PatientInnen) oder Mechanismen der Neuroprotektion (u. a. medikamentös, funktionell-aktivitätsgesteuert) bilden hier einen Schwerpunkt. In den Blick genommen werden insbesondere erneut die neuropsychiatrisch-kognitiven Aspekte der Parkinson-Erkrankung und deren Einfluss auf die neuronalen Netze.

Kontakt:
PD Dr. Carsten Eggers
Klinik für Neurologie
UKGM Marburg
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg 

Tel.: 06421/58-65299
Fax: 06421/58-65164

E-Mail:
carsten.eggers@uk-gm.de

 

Mitglieder der Arbeitsgruppe:

Andrea Greuel, Ärztin, wiss. Mitarbeiterin

Dr. Dipl.-Psych. Franziska Maier

Eva Picard, Ärztin, wiss. Mitarbeiterin

Lea Präger, cand. med.

Lisa Torfah, cand. med.