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Therapie

Nach einer ausführlichen, multiaxialen Diagnostik, die stets die Grundlage einer nachfolgenden Behandlung darstellt, erfolgt ein ausführliches Gespräch über die erhobenen Befunde, die Diagnose(n) und ggf. zusätzliche interventionsbedürftige Symptome mit einer ausführlichen Beratung (zur Diagnose, zu den möglichen Ursachen, zur Prognose/dem weiteren Verlauf sowie Therapieempfehlungen).

 

Die Therapie umfasst, je nach psychischer Störung, evtl. bestehenden zusätzlichen Störungen oder Symptomen (wie z.B. Suizidalität, erhöhter Alkoholkonsum o.ä.), Teilleistungsschwächen,  dem Entwicklungstand des Kindes und seinen kognitiven Fähigkeiten, ggf. zusätzlichen körperlichen Krankheiten (wie Diabetes, Epilepsie etc.), seinem Funktionsniveau (siehe auch multiaxiale Klassifikation) und in Abhängigkeit auch von seinem sozialen Umfeld (Elternhaus, Schule usw.) unterschiedliche Bausteine.

 

Grundsätzlich gilt:

  • Vor einer Therapie steht die fachgerechte, multiaxiale Diagnostik nach den aktuellsten Leitlinien für Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen der Fachgesellschaften.
  • Die Therapie ist multimodal und setzt sich damit, je nach Störungsbild und Bedarf, aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Ein wesentlicher und immer durchgeführter Baustein der Therapie ist ein ausführliches Diagnosegespräch in Anschluss an die Diagnostik sowie die Psychoedukation (d.h. Informationen über die Krankheit).
    Die Therapie ist störungsspezifisch, leitlinienorientiert und evidenzbasiert, individuell abgestimmt und an ethischen Maßstäben orientiert (siehe auch Leitbild).
  • Auch die Therapie richtet sich nach den Leitlinien für Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen der Fachgesellschaften.
  • Da die Therapie störungsspezifisch und evidenzbasiert ist, ist sie schulenübergreifend (siehe auch Leitbild) mit überwiegendem Anteil der beiden Psychotherapieformen Verhaltenstherapie und Familientherapie. Es kommen aber auch weitere Psychotherapieformen zum Einsatz, wie z.B. Elemente der dialektisch-behavioralen Therapie für Borderlinestörungen (DBT-A) etc.
  • Das therapeutische Vorgehen erfolgt integrativ (mehrere Komponenten), oft sind mehrere Berufsgruppen (Multiprofessionalität) interdisziplinär mit eingebunden (siehe auch Leitbild). Für stationär in unserer Klinik behandelte Patienten bedeutet dies z.B., ja nach Störung, zusätzlich zu Einzeltherapie, zur Gruppentherapie, zu den Eltern- und Familiengesprächen und Aktivierungen in der Station (mit verschiedenen AGs) auch Teilnahme an der Ergotherapie, der Physiotherapie, ggf. der Ernährungsberatung und –therapie und Beratung und Unterstützung durch Mitarbeiterinnen der Sozialarbeit. In Einzelfällen kommt auch unser Therapiehund prozessbegleitend zum Einsatz.
    Für verschiedene Störungsbilder bieten wir in unserer Klinik, in Abhängigkeit vom Bedarf, auch Elterngruppen an (z.B. für Autismus-Spektrum-Störungen, für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen, für Essstörungen). Außerdem gibt es auch störungsübergreifende Gruppenangebote für Patienten, wie z.B. eine Sozialkompetenzgruppe u.ä. Oft wird neben der Familienberatung und –gesprächen auch, insbesondere bei jüngeren Kindern, ein Eltern-Kind-Training durchgeführt.
  • Bei manchen psychischen Störungen ist, im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts, auch eine Pharmakotherapie indiziert.
  • Der Unterricht für stationär und tagesklinisch behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche findet in der Schule für Kranke statt, die eng mit dem therapeutischen Teams der Klinik kooperiert.
  • Es bestehen gute und enge Kooperationen mit niedergelassenen Kollegen (Ärzte, psychologische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten) und Weiterbehandlern, mit Schulen, mit Jugendämtern, mit Jugendhilfeeinrichtungen, Erziehungsberatungsstellen etc. und, mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten, eine gute kollegiale Zusammenarbeit und Absprachen auf einzelne Patienten bezogen, also eine gute Schnittstellenarbeit (Übergang von vollstationärer Therapie in ambulante oder Planung von nachstationärer Rehabilitation usw.) zum Wohle des Patienten und seiner Familie.
  • Ziel einer Therapie ist nicht nur die Reduktion von Krankheitssymptomen, sondern darüber hinaus das Erreichen eines guten Funktionsniveaus in der Familie, mit Freunden/Gleichaltrigengruppe, in der Schule bzw. Ausbildung, eine positive Entwicklung und die Prävention von erneuten psychischen Störungen bzw. die Verhinderung von zusätzlichen psychischen Störungen (wie z.B. Suchtstörungen).

Wenn Sie Fragen haben zur Therapie Ihres bei uns behandelten Kindes, sprechen Sie uns an. Sprechen Sie uns auch dann an, wenn Sie Fragen zu anderen Therapien haben, die auf dem Markt angeboten werden. Leider gibt es auch solche sogenannten „Therapie“angebote, die zum Teil sehr teuer sind, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde bzw. sogar welche bei denen sogar belegt ist, dass sie nicht wirksam sind und die trotzdem massiv beworben werden. Manche dieser Methoden sind nicht nur teuer und nicht wirksam, sondern sogar schädlich für Ihr Kind.

 

Uns liegt nicht nur die leitlinienorientierte, multimodale Therapie Ihres Kindes nach den neusten Standards am Herzen. Wir sind darüber hinaus aktiv an der Weiterentwicklung und Optimierung von bestehenden Therapieverfahren beteiligt (siehe auch Forschung).

 

Wenn Sie mehr über Publikationen von Mitarbeitern unserer Klinik wissen möchten, schauen Sie gerne hier.