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Leitbild und Grundprinzipien

Unsere diagnostische und therapeutische Arbeit ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
 

  • Schulenübergreifend: Auch wenn der Hauptteil unserer psychotherapeutischen Arbeit auf der Verhaltenstherapie sowie der Familientherapie fußt, so sind dies doch nicht die einzigen Therapieverfahren, die in unserer Klinik angewandt werden, da sich gezeigt hat, dass die Einseitigkeit einer schulenorientierten Therapie den Erfordernissen einer modernen Behandlung nicht mehr gerecht werden kann.
  • Integrativ: Jedes therapeutische Vorgehen erfordert mehrere Komponenten, die im Hinblick auf den jeweiligen Patienten, seine Störung und sein Umfeld integrativ zusammengeführt werden müssen.
  • Interdisziplinär: Keine Disziplin kann für sich allein beanspruchen, alle erforderlichen Behandlungsmethoden zu vertreten, kompetent anzuwenden und weiter zu entwickeln; deswegen arbeiten wir in enger und guter Kooperation mit anderen Kliniken und Fachbereichen innerhalb und außerhalb Marburgs zusammen.
  • Störungsspezifisch: Die moderne Therapieforschung hat gezeigt, dass universelle und einseitig theorielastige Interventionen den besonderen Erfordernissen der jeweiligen Störungen nicht gerecht werden. Es sind Therapiemaßnahmen notwendig, die diese Besonderheiten berücksichtigen und in einen störungsspezifischen Therapieplan einbinden.
  • Leitlinienorientiert: Die Leitlinien zur Diagnostik und Therapie psychischer Störungen des Kindes- und Jugendalters, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie et al. verfolgen die Intention, das jeweilige empirische Wissen zur Grundlage therapeutischen Handelns zu machen. Auf diese Weise werden zum einen die aktuellen evidenzbasierten Standards garantiert, zum anderen stellen sie eine Basis für eine angemessene Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie dar.
  • Evidenzbasiert: Nur solche therapeutischen Interventionen sind ethisch und finanziell gerechtfertigt, deren Wirksamkeit durch eine empirische Forschung nachgewiesen wurde. Leider erreichen im Moment verschiedene Behandlungsmethoden noch nicht die angestrebten wünschenswerten Evidenzgrade, die es aber anzustreben gilt. Dies wird auch eine der Aufgaben der zukünftigen Forschung sein.
  • Individuell abgestimmt: Letztlich können empirisch fundierte Behandlungsmethoden nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn sie auf die individuellen Bedürfnisse und die Lebenssituation des Patienten und seiner Familie und sein Umfeld abgestimmt sind.
  • An ethischen Maßstäben orientiert: Nur in einer humanen Gesinnung und in gegenseitigem Respekt kann die Achtung vor der Person und der Würde, die Vermeidung von Schäden und das Wohl des Patienten garantiert werden. Das betrifft insbesondere auch die Patienten-Therapeuten-Beziehung.
  • Lehrbar: Durch die konsequente und didaktisch sorgsam durchdachte Weitergabe wirksamer Behandlungsprinzipien und -methoden können Therapiefortschritte erzielt werden. Dazu gehören auch Phasen der Einübung und Supervision und die Verpflichtung der Lehrenden, eigene Behandlungsfälle zu demonstrieren, um so eine echte Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden zu erreichen.
  • Arbeit in einem multiprofessionellen Team: "Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf" – dieser Grundsatz gilt auch für die Psychotherapie. In einem multiprofessionellen Team arbeiten in unserer Klinik Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychologen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Fachkrankenpfleger, Pädagogen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter eng und sich gegenseitig ergänzend zusammen. Eine enge Kooperation besteht mit der Schule für Kranke unter der Leitung von Herrn Rektor Sachse sowie mit verschiedenen Facheinrichtungen und Beratungsstellen der Region.